FIFA Congress

Notfallrucksäcke zur Behandlung des plötzlichen Herzstillstandes beim FIFA-Kongress präsentiert

Die Chancen, dass Fussballspieler einen auf dem Platz erlittenen plötzlichen Herzstillstand überleben, dürften angesichts des heute vorgestellten neuen Notfallrucksacks (FIFA Medical Emergency Bag, FMEB), der an alle 209 Mitgliederverbände der FIFA ausgegeben wird, deutlich steigen.

Als Professor Jiří Dvořák, der medizinische Leiter der FIFA, den Delegierten des Kongresses den Notfallrucksack präsentierte, betonte er, dass Spielfeldsanitäter und -ersthelfer hinsichtlich der Anwendung der möglicherweise lebensrettenden Technologie geschult werden. Die entscheidende Komponente des FMEB ist der automatisierte externe Defibrillator (AED), der sich in einem durchsichtigen Fach auf der Vorderseite des Rucksacks befindet und somit gut sichtbar ist. Mit diesem tragbaren Gerät können vermutete Herzprobleme sofort diagnostiziert werden, und bei schwachem, unregelmäßigem oder ausgesetztem Herzschlag kann unverzüglich mit der Defibrillation begonnen werden. Der Rucksack ist auch mit einem Einführungs-Video und einem medizinischen Notfall-Set ausgestattet.

"Die globale Anwendung von Defibrillatoren hat für die FIFA beim Kampf gegen den plötzlichen Herztod auf dem Spielfeld höchste Priorität", erklärte Michel d'Hooghe, Vorsitzender der Sportmedizinischen Kommission der FIFA. Prof. Dvořák fügte hinzu: "Diese Ausstattung dieser Rucksäcke erfüllt höchste Anforderungen. Sie setzt neue Standards und ist in der Welt des Sports einzigartig. Wir hoffen, dass die FIFA Medical Emergency Bags Vorbildwirkung haben und auch von anderen Sportverbänden angewendet werden."

Die Delegierten des Kongresses wurden an den bevorstehenden zehnten Todestag von Marc-Vivien Foé erinnert – jenes kamerunischen Mittelfeldspielers, der beim FIFA Konföderationen-Pokal 2003 in Lyon (Frankreich) im Alter von 23 Jahren auf dem Rasen einem Herzinfarkt erlegen war. Zu anderen bekannten Fällen zählt Fabrice Muamba, der im März 2012 während eines Viertelfinalspiels im englischen FA Cup einen Herzstillstand erlitt. Obwohl sein Herz über eine Stunde lang nicht geschlagen hatte, wurde er wieder gesund, was in erster Linie der raschen Reaktion der Sanitäter geschuldet ist, die am Spielfeldrand einen Defibrillator einsetzten.

In den zehn Jahren nach Foés Tod arbeitete F-MARC, das FIFA Medical Assessment and Research Centre, mit den führenden Forschern im Bereich der Sportmedizin an neuen Maßnahmen zur Behandlung eines plötzlichen Herzstillstandes. Medizinische Untersuchungen werden nunmehr vor allen FIFA-Turnieren bei allen Spielern und Schiedsrichtern durchgeführt, um zu ermitteln, ob eine Prädisposition für Herzprobleme besteht. F-MARC entwickelte auch Schulungsprogramme für Sportmediziner, Sanitäter und medizinisches Personal am Spielfeldrand, um sofort reagieren und einen plötzlichen Herzstillstand in den entscheidenden Minuten nach einem Zusammenbruch behandeln zu können.

Das lebensrettende medizinische Erstversorgungs-Set ist in einem Rucksack enthalten, der vom Team von F-MARC nach umfassender Erforschung des strapazierfähigsten Materials für die Notfallrucksäcke ausgewählt wurde. Ein ähnliches Rucksackmodell wird bereits von den U.S.-amerikanischen und den südafrikanischen Streitkräften verwendet.

Die FIFA Medical Emergency Bags werden nicht nur an alle 209 Mitgliederverbände der FIFA ausgegeben, sondern auch in allen Stadien des FIFA Konföderationen-Pokals im Juni 2013 am Spielfeldrand zur Verfügung stehen, dank der Unterstützung des FIFA WM-Sponsors Johnson & Johnson.

Mehr zu diesem Thema erfahren

Empfohlene Artikel