Nasri: "Bestimmte Kritiken haben geschmerzt"

 Samir Nasri of France celebrates scoring
© Getty Images

Mit seinen 25 Jahren erlebte Samir Nasri 2012/13 die bisher schwierigste Saison seiner Karriere. In der Folge eines Streits mit einem Journalisten bei der UEFA EURO 2012 wurde der Mittelfeldspieler von Manchester City heftig kritisiert, und auch seine Leistungen für seinen Klub blieben lange Zeit hinter den Erwartungen zurück, was ihm die eine oder andere Zurechtweisung seines damaligen Trainers Roberto Mancini einbrachte.

Der Filigrantechniker wurde nach einem überzeugenden Saisonende mit Manchester City von Auswahlcoach Didier Deschamps im Juni zwar wieder in die französische Nationalmannschaft berufen, konnte jedoch aufgrund einer Knieverletzung letztlich nicht zum Team stoßen.

Nasri sprach im Exklusiv-Interview mit FIFA.com über sein bewegtes Jahr sowie die Lehren, die er aus seinen Fehlern gezogen hat, und seine großen Ziele mit der Equipe Tricolore hinsichtlich der FIFA WM 2014 in Brasilien.

Samir, Sie haben eine der bewegtesten Saisons Ihrer Karriere erlebt. Wie fühlen Sie sich heute?Heute fühle ich mich gut, ich bin wieder lockerer. Doch die letzten Monate waren sehr beschwerlich für mich. In emotionaler Hinsicht habe ich mehrere Phasen des Zweifels durchlebt und mich selbst in Frage gestellt. Bestimmte Kritiken haben geschmerzt, es wurden viele schlechte Dinge gesagt. Ich akzeptiere Kritik nur dann, wenn sie gerechtfertigt ist. Es wurden viele Lügen über meine Person gesagt. Ich habe Fehler gemacht, das weiß ich. Doch ich bin nicht dieser böse kleine Junge, wie bestimmte Personen denken.

Sie spielen auf jenen Zwischenfall mit einem Journalisten bei der UEFA EURO 2012 an?Ja, aber nicht nur. Bei diesem Zwischenfall beging ich einen Fehler, weil ich auf die Provokation eines Journalisten reagierte. Ich hätte nicht so heftig reagieren sollen. Diese Episode brachte mich lange zum Nachdenken, und die Tatsache, im Kreuzfeuer der Kritik zu stehen, lastete schwer auf mir. Ich habe vielleicht ein wenig zu lange gebraucht, um mich zu entschuldigen, doch heute ist die Sache erledigt. Es ist eine Last weniger. Und das tut mir sehr gut.

Denken Sie, dass Sie an diesen Prüfungen gewachsen sind und an Reife gewonnen haben?Ja, das ist sicher. Ich habe aus meinen Fehlern gelernt und fühle mich heute reifer. Ich bin noch jung und weiß, dass ich noch viel lernen muss. Diese letzten Monate haben mich als Menschen wachsen lassen.

Ihr Klub hat ebenfalls eine schwierige Saison ohne Titelgewinn erlebt. Hinzu kam das Ausscheiden in der Gruppenphase der UEFA Champions League. Welche Bilanz ziehen Sie aus der Saison mit Manchester City?Tatsächlich war die vergangene Saison sehr mittelmäßig, und der Verlust des englischen Meistertitels war ein Scheitern, das für die ganze Mannschaft schwer war. Wir konnten nicht eine einzige Trophäe gewinnen, was sehr enttäuschend ist für eine Mannschaft mit dem Status von Manchester City. Wir haben ein schweres Jahr verbracht, doch wir werden aus unseren Fehlern lernen, um nächstes Jahr eine herausragende Saison zu spielen.

Nach einem Jahr Abwesenheit hätten Sie auch wieder in die Nationalmannschaft zurückkehren können, doch eine Verletzung hinderte Sie daran, dem Ruf Deschamps' zu folgen. Was bedeutet es für Sie, wieder an die Tür der Nationalelf zu klopfen?Ich bin darüber sehr glücklich. Zu meinen Prioritäten gehört es, so schnell wie möglich wieder in die französische Nationalmannschaft zurückzukehren. Das Nationaltrikot zu tragen, ist etwas sehr Wichtiges für mich, und ich werde alles dafür tun, mir wieder meinen Platz in der Mannschaft zu erarbeiten. Ich weiß, dass ich der Mannschaft helfen kann, doch ich bin mir auch dessen bewusst, dass ich dem Trainer beweisen muss, dass ich auf der Höhe sein kann. Mir wurde eine neue Chance gegeben, nun muss ich mein Bestes einbringen.

Wie denken Sie über die Möglichkeiten der Bleus, sich für die kommende FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ zu qualifizieren?Ehrlich gesagt bin ich zuversichtlich, auch wenn der Weg noch sehr lang ist. Die Mannschaft hat bisher einige gute Leistungen gezeigt, wie zum Beispiel beim Unentschieden in Spanien. Ich schätze, diese Mannschaft gehört zu den talentiertesten Europas. Die etablierten Kräfte zusammen mit den jungen Talenten wie Raphaël Varane oder Paul Pogba, die nachrücken - da können wir eine ganz schön schlagkräftige Mannschaft zusammenstellen. Wir haben nur einen Punkt Rückstand auf Spanien und können noch immer Gruppensieger werden, was uns die Playoff-Runde ersparen würde.

*Wenn Frankreich die Qualifikation gelingen würde, was würde es für Sie bedeuten, Teil der Mannschaft zu sein und die WM in Brasilien zu spielen? *Ich träume davon! Es ist eines der größten Fussballländer der Welt, und das brasilianische Volk lebt diesen Sport wie eine Religion. Ich glaube, es gibt nicht einen einzigen Fussballer, der einen so wichtigen Wettbewerb in einem Land wie Brasilien nicht bestreiten wollte. Brasilien - das ist legendär. Man denkt an spektakulären Fussball, an Pelé, Ronaldo, das gelbe Trikot und die festliche Stimmung auf den Tribünen. Jeder Fussballer oder Fan dieses Sports hat irgendeine magische Erinnerung an die Seleçaõ.

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