INTERNATIONALER FRAUENTAG

Morris: "Frauen sollten stolz und mutig sein"

FIFA Chief HR & Services Officer Kimberly Morris
© FIFA.com
  • HR-Chefin der FIFA spricht vor dem Weltfrauentag über ihre Rolle und hat wertvolle Tipps parat
  • Morris ist eine von vier Frauen in der FIFA-Geschäftsleitung
  • Vielfalt der FIFA-Belegschaft ist eine große Stärke

"Es ist wichtig, auf dasselbe Ziel und dieselbe Vision hinzuarbeiten, um den Fussball weltweit zu fördern."

Kimberley Morris, FIFA-Direktorin Personal und Dienste, spricht mit FIFA.com über die Rolle der Frauen bei der FIFA und deren Mehrwert für den Weltfussballverband. Für Morris ist die Vielfalt der Belegschaft eine der großen Stärken der FIFA.

Morris stammt aus Kanada, studierte Jura und war nach dem Abschluss des Studiums für mehrere internationale Anwaltskanzleien tätig, bevor sie ihr eigenes Unternehmen gründete. Anschließend zog sie nach London und ließ sich schließlich in Zürich nieder, wo sie 2012 in die FIFA TMS GmbH eintrat.

Seitdem hat Morris bei zahlreichen Initiativen zur Förderung des Frauenfussballs eine wichtige Rolle gespielt. Unter anderem gehört sie zu den Mitbegründerinnen des FIFA-Frauennetzwerks und den Unterstützerinnen des FIFA-Familiennetzwerks.

"Als ich meine Tätigkeit bei der FIFA aufnahm, kannte ich in Zürich niemanden", erklärt Morris. "Von einer Freundin bekam ich den Rat, bei FIFA TMS, wo ich damals arbeitete, ein Frauennetzwerk zu starten, um Kontakte mit anderen Frauen zu knüpfen."

"Wir waren alle bei der FIFA und begannen, uns zu treffen, um uns gegenseitig zu unterstützen, bevor das Frauennetzwerk dann 2016–2017 formelleren Charakter annahm. Unser Ziel war ein Austausch unserer Erfahrungen, für die Gruppe relevante Themen zu diskutieren und informelles Mentoring anzubieten."

FIFA Chief HR & Services Officer Kimberly Morris Portraits
© FIFA.com

Morris berichtet auch über mehrere Initiativen zur beruflichen Förderung von Frauen bei der FIFA.

"Ich finde diese Initiativen sehr wichtig. Das 'Familien'-Netzwerk ist eine Initiative der Mitarbeiterführung, um Mitarbeiterinnen zu unterstützen, die vielleicht Schwierigkeiten haben, sich in einem neuen Land einzuleben. Wenn sich Fortschritte abzeichnen, wird es sicher noch mehr Initiativen geben", so Morris, die sechs Jahre lang Präsidentin der kanadischen gemeinnützigen Organisation METRAC (Metropolitan Action Committee on Violence against Women and Children) war, die sich gegen Gewalt gegen Frauen und Kinder wendet.

Dieselben Ziele

Morris, die sich von mehreren berühmten Frauen wie Cleopatra, Ruth Bader Ginsberg und Oprah Winfrey inspirieren lässt, spricht über die Unterstützung und Motivation, die sie durch ihre Tätigkeit bei der FIFA erhalten hat.

"Mut, Entschlossenheit, das Suchen und Finden einer eigenen Vision – das sind nur einige der inspirierenden Eigenschaften und Werte, die vielen weiblichen Führungspersönlichkeiten gemein sind. Während der Pandemie haben wir gesehen, dass weltweit viele Frauen in Führungspositionen ihre Sache sehr gut gemacht haben."

"Als Frauen sollten wir uns gegenseitig unterstützen, uns gemeinsam weiterentwickeln und auch unsere männlichen Kollegen für unsere Überzeugungen gewinnen", meint sie. "Bei der FIFA erhalten wir auch viel Unterstützung von unseren männlichen Kollegen, die sich für Frauen und deren Führungsbelange einsetzen."

"Ich bekomme viel Inspiration von FIFA-Personal und den Menschen, mit denen ich zusammengearbeitet habe. Ich werde jeden Tag aufs Neue von den Menschen in meinem Team motiviert, vom FIFA-Präsidenten und der Generalsekretärin, die beide über sehr viel Erfahrung, eine unglaubliche Leidenschaft und Visionsdenken verfügen."

"Wir haben bei der FIFA tolle Leute mit internationalen und multikulturellen Werdegängen und diversen Erfahrungen. Im FIFA-Team haben wir 63 Nationalitäten. Wir sind 42 Prozent Frauen und 58 Prozent Männer, Fussball ist unsere gemeinsame Sprache."

Ziele stecken und mit anderen darüber reden

Laut Morris sollten Fussballerinnen und generell Frauen auf der ganzen Welt stolz auf das sein, was sie tun, und gleichzeitig versuchen, sich Ziele zu stecken und diese zu verwirklichen.

"Ich glaube, Frauen müssen sich selbst und anderen deutlich machen, was sie erreichen wollen", so Morris. "Seid stolz auf euch und eure Erfolge und macht anderen gegenüber klar deutlich, was ihr erreicht habt und in der Zukunft erreichen wollt.

"Frauen sollten ihre Ziele selbst in die Hand nehmen. Wir sollten mutig und stolz sein. Versucht es immer wieder, bleibt hartnäckig und entschlossen und gebt niemals auf", so Morris, als sie über ihre Botschaft zum diesjährigen Weltfrauentag gefragt wurde.

Ruth Bader Ginsburg
© imago images

Dieser Artikel ist Teil unserer Serie zum Thema Frauenfussball und Frauen im Fussball anlässlich des Internationalen Frauentags 2021. Um mehr über die Frauenfussballstrategie und die Entwicklungsprogramme der FIFA zu erfahren und weitere Artikel wie diesen zu lesen, klicken Sie hier.

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