#WeLiveFootball

IronFran beginnt Triathlon-Tortur zugunsten der Krebsforschung

Franny Benali trains for IronFran
© Others
  • Franny Benali will sieben Ironman-Triathlons an sieben Tagen schaffen
  • Extremsport ist "eine größere Herausforderung als die Manndeckung gegen Alan Shearer"
  • Fans können hier spenden, damit das Ziel von GBP 1 Mio für Cancer Research UK erreicht wird

Meinen Sie, dass Sie knapp vier Kilometer schwimmen können? Oder 180 Kilometer im Fahrradsattel schaffen? Oder einen Marathon laufen können?

Jetzt stellen Sie sich vor, diese sportlichen Herausforderungen ohne Pause hintereinander zu meistern. Das nennt man den Ironman-Triathlon. Der frühere NFL Wide Receiver Hines Ward sprach von einer "Tortur für Verrückte."

Wenn Sie allein bei dem Gedanken daran noch nicht in Ohnmacht gefallen sind, stellen Sie sich jetzt vor, nicht einen, sondern sieben Triathlons an sieben Tagen zu absolvieren. Und zwar im Alter von 50 Jahren!

Genau dieser schier übermenschlichen Herausforderung stellt sich [Franny Benali](https://twitter.com/FrannyBenali "undefined"), Ex-Verteidiger des FC Southampton, seit diesem Montag mit dem Ziel, GBP 1 Mio oder nach Möglichkeit noch mehr für [*Cancer Research UK*](https://twitter.com/CR_UK "undefined") aufzubringen. [IronFran](https://www.ironfran.co.uk/ "undefined") ist bereits die dritte Extremsport-Herausforderung des Ex-Fussballers für diese Hilfsorganisation, und sie bedeutet mit Abstand die größte Qual seines Lebens.

"Ich denke, ich bin schon ein bisschen verrückt", gluckste Benali gegenüber FIFA.com. "Ein, zwei Mal kam mir dieser Gedanke beim Training, das gebe ich zu. Ich weiß noch sehr gut, wie hart es war, gegen Spieler wie Alan Shearer, Jürgen Klinsmann, Eric Cantona oder Ian Wright zu spielen, und wie man sich nach dem Spiel gefühlt hat. Aber körperlich völlig ausgelaugt habe ich mich während meiner gesamte Karriere als Fussballer nie gefühlt. Das hier ist also eine völlig andere Geschichte."

"Der Plan lautet, jeden Tag um 6 Uhr früh im Wasser zu sein. Nach meinem Training rechnen wir damit, dass ich zwischen 16 und 18 Stunden brauche und somit zwischen 22 Uhr und Mitternacht ins Ziel komme. Dann kommen noch Erholungsübungen. Also bleibt nur sehr wenig Zeit zum Schlafen – und eigentlich liebe ich meinen Schlaf! Und am nächsten Morgen muss ich schon gegen 5 wieder aufstehen."

Die Idee zu dieser höllischen Herausforderung kam Benali ausgerechnet bei einer paradiesischen Urlaubsreise.

"Meine Frau Karen und ich faulenzten im vergangenen Jahr auf einer Kreuzfahrt auf den Sonnenliegen, als uns diese Idee kam. Es musste etwas noch Größeres sein als zuvor, etwas, was noch mehr Aufmerksamkeit erregt. Eine dritte Disziplin (nach Laufen und Radfahren) schien eine logische Erweiterung. Allerdings war ich kein besonders guter Schwimmer. Glücklicherweise ist die Frau, die meinen Kindern Luke und Kenzie das Schwimmen beibrachte, auch meine Trainerin. Was für ein netter Gedanke…"

Doch solch nette Gedanken dürften an den kommenden sieben Tagen von überaus schmerzvollen Gefühlen verdrängt werden, wenn sich Benali schonungslos und bis über die Grenzen des Menschenmöglichen hinaus verausgabt. Was wird ihn davon abhalten, einfach aufzugeben?

"Das Ziel lautet, GBP 1 Mio. für *Cancer Research UK* aufzubringen. Hoffentlich schaffen wir diese Marke und vielleicht sogar noch etwas mehr", so Benali. "Ich denke, wenn ich aufgeben sollte, wirkt sich das auf die Spendenbereitschaft aus. Dabei geht es um ein sehr wichtiges Anliegen. Mit dem Geld können die Behandlungsmethoden gegen Krebs weiter verbessert werden. Das wird sehr vielen Menschen helfen. Ich bekomme von vielen Seiten absolut unglaubliche Unterstützung. Wenn ich aufgebe, hätte ich das Gefühl, all die Unterstützer im Stich zu lassen."

Viel Unterstützung erhält Benali auch aus der Welt des Fussballs. Persönlichkeiten wie Mick Channon, Ray Clemence, Robbie Fowler, Matt Le Tissier, Michael Owen, Alan Shearer, Jeff Stelling und Phil Thompson haben öffentlichkeitswirksam erklärt, voll und ganz hinter IronFran zu stehen.

"Die Unterstützung aus der Welt des Fussballs ist einfach sensationell", freut sich Benali. "Das trägt sehr dazu bei, die Aufmerksamkeit für die Aktion zu steigern."

Das schönste aller Spiele half Benali auf verschiedene Weise bei der Vorbereitung auf die ganz sicher anstrengendste Woche seines Lebens.

"Ich hatte schon während meiner Fussballkarriere diesen Antrieb, diese Entschlossenheit, niemals aufzugeben", so der heute als TV-Experte tätige Benali. "Ich habe trotz Verletzungen weiter gekämpft. Einmal habe ich mir in einem Auswärtsspiel bei Leicester den Arm gebrochen und trotzdem die verbleibenden 30 Minuten weitergespielt. Schmerz konnte ich schon immer ganz gut ausblenden."

"Vielleicht war ich meiner Zeit ein wenig voraus. Damals gab es eine Menge Versuchungen… Ich war in meinem ganzen Leben nie betrunken, habe nie eine Zigarette angerührt, habe immer versucht, gesund zu leben, damit ich gut trainieren konnte. Ich habe mich immer sehr bewusst und konzentriert auf die Spiele vorbereitet. Das setzt sich nun auch bei dieser Herausforderung fort. Natürlich gibt es jetzt manchmal Essen zum Mitnehmen und ein paar Gaumenfreuden, aber eigentlich hat sich meine Lebensweise kaum verändert."

Benali absolvierte in seinen 16 Jahren bei Southampton 389 Einsätze. Der Höhepunkt seiner Karriere war sein einziges Tor,  ein sehenswerter Kopfballtreffer gegen Leicester.

"Ich habe dieses Tor wie wild gefeiert", erinnert sich Benali. "Schließlich hatte es lang genug gedauert, über 200 Spiele. Das war ein wirklich fantastisches Gefühl. Aber wenn ich nach dieser Herausforderung die Ziellinie überquere, wird das Gefühl bestimmt noch viel besser sein, denn ich weiß, wie sehr dieses Geld sehr vielen Menschen helfen wird."

"Ich habe meiner Familie versprochen, dass dies das letzte Mal sein wird. Auch ich werde nicht jünger. Ich muss an meine Gesundheit denken und an den Tribut, den so etwas von meinem Körper fordert."

Ein 50-Jähriger, der seinen Körper an sieben Tagen durch 27 Kilometer Schwimmen, 300 Kilometer Laufen und 1.260 Kilometer auf dem Fahrrad quält – diese Vorstellung ist eigentlich so absurd, dass sie nur aus einem Comic-Heft stammen kann. Doch offenbar hat eben nicht nur Iron Man übermenschliche Ausdauer. Darüber verfügt auch Iron Fran, sein Alter ego im realen Leben.

Mit seiner abschließenden Ironman-Herausforderung beweist Francis Benali, dass er im Gegensatz zu Tony Stark keine Figur aus der Comicwelt ist.

Mehr zu diesem Thema erfahren

Empfohlene Artikel

Hyundai Anatomy of a Goal: Michael Owen

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 1998™

Hyundai Anatomy of a Goal: Michael Owen

11 Mai 2018

Andre Gomes of Everton celebrates with teammate Richarlison of Everton

#WeLiveFootball

André Gomes' Hug-a-thon

18 Feb 2019