FIFA Congress

Mauritius ist für den Kongress gerüstet

General view of the Swami Vivekananda International Convention Centre Port Louis on May 28, 2013
© Getty Images

Wenige Stunden vor dem 63. FIFA-Kongress, der am 30. Mai 2013 auf Mauritius seine Arbeit aufnimmt, sprach FIFA.com mit den lokalen Organisatoren vor Ort, um einen Einblick vom Geschehen hinter den Kulissen dieses Großereignisses zu bekommen.

Ein FIFA-Kongress erfordert einen erheblichen Organisationsaufwand. Dies belegen allein folgende Zahlen: 1.300 Teilnehmer, 60 Tonnen Material – davon 4,5 Tonnen, die direkt aus Zürich eingeflogen werden: 4044 Flugsegmente, 50 Drucker und 150 Netzkabel für die FIFA-Büros etc… Für das Gastgeberland bedeutet dies immer auch eine riesige Herausforderung. Erst recht, wenn es sich dabei um ein kleines Land wie Mauritius mit einer Fläche von nur 1.865 km² und rund 1.200.000 Einwohnern handelt.

"Oh ja, an Herausforderungen hatten wir eine ganze Menge zu bewältigen", so Rooben Armoogum, der verantwortliche Organisationschef des Fussballverbandes von Mauritius "Wenn ich einige davon aufzählen soll, dann würde ich sagen, dass es nicht einmal ganz einfach war, den Tagungsort des Kongresses festzumachen. Das Gleiche gilt für die Abwicklung der Zollformalitäten für die aus Zürich, Ungarn und Südafrika kommende Technik sowie für die Vorbereitung auf die Ankunft der Delegierten."

Der bevorstehende FIFA-Kongress findet im Swami Vivekananda International Convention Centre (SVICC) statt, einem Kongresszentrum mit einer Fläche von 17.000 m², das auf einem 53.865 m² großen Areal errichtet wurde. Die Delegierten sind in sechs Hotels auf der Insel untergebracht. "Kurz nachdem ich meine Tätigkeit im Verband begonnen hatte, bestand meine erste Aufgabe darin, die Bewerbungsunterlagen für den FIFA-Kongress zu erarbeiten. Im Februar 2011 haben wir sie dann eingereicht und im Mai einen positiven Bescheid erhalten. Im September 2011 haben wir dazu die erste FIFA-Delegation empfangen. Ein zweiter Besuch seitens der FIFA folgte im Juli 2012. Und ab Oktober 2012 stand dann das endgültige Konzept im Detail fest. Für mich war es der Beginn einer Art Vollzeitjob, der mich seither nicht mehr loslässt", so Armoogum im Rückblick.

Angesichts der internationalen Bedeutung und Tragweite eines FIFA-Kongresses, dessen Delegierte aus allen Teilen der Welt anreisen, ist im Vorfeld stets eine umfassende Vorbereitung erforderlich. "Wir haben mit allen staatlichen Institutionen zusammengearbeitet: mit der Einwanderungsbehörde, mit dem Zoll, mit den Ministerien für Gesundheit, für Tourismus und für zivile Luftfahrt, mit dem Flughafen und den Verkehrsbetrieben. Neben Tausenden von Personen, die indirekt mit der Vorbereitung des FIFA-Kongresses zu tun haben, sind oder waren Hunderte unmittelbar darin eingebunden", erläutert Armoogum.

Was bedeutet dieser Kongress konkret für Mauritius? Außer dem Prestige, ein solches Großereignis zu veranstalten, bringt er auch zahlreiche Vorteile mit sich. "Für unser kleines Land ist es eine wunderbare Sache, einen solchen Kongress mit rund 1.300 Delegierten zu organisieren. Einige der Teilnehmer waren noch nie auf Mauritius oder haben gar noch nie von unserer Insel gehört. Für uns ist dies eine einzigartige Chance, sie mit unserem Land bekannt zu machen, und es ist natürlich auch eine Visitenkarte für unseren Tourismus. Außerdem trägt der Kongress dank der geleisteten Arbeit auf besondere Weise zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes bei. Und schließlich ist es eine ideale Gelegenheit, für das Image der Insel zu werben."

Armoogum ist seit Dezember 2010 als offizieller Beauftragter des mauritischen Fussballverbandes für die Vorbereitung und Durchführung des FIFA-Kongresses verantwortlich. Seine Funktion umfasst das Erstellen von Ablaufplänen ebenso wie die Arbeit und Betreuung der Projektaufgaben und die professionelle Vorbereitung der leitenden Verbandsfunktionäre auf den Kongress. Darüber hinaus war er zum Beispiel für die Installation eines Kunstrasen im Leistungszentrum Trianon und der Einweihung des vierten Goal-Projekt des Fussballverbandes* *von Mauritius (Mauritius Football Association (MFA)) verantwortlich.

Als gelernter Buchhalter mit Diplomabschluss im Sportmanagement (Lehrgang im Bereich Olympische Solidarität) und Unternehmensverwaltung besitzt Armoogum alle Voraussetzungen, um dieser Rolle voll und ganz gerecht zu werden. Und dennoch: Angesichts der Intensität seiner Projektarbeit, die für gewöhnlich um 8:00 Uhr morgens beginnt und nicht selten erst gegen 23:00 endet, hält er es durchaus für angemessen, nochmals auf den enormen Umfang der unter seiner Leitung stehenden Vorbereitungsarbeiten hinzuweisen. "Man muss ständig auf dem Laufenden und über alle Schritte informiert sein. Dabei darf kein einziges Detail dem Zufall überlassen werden. Aus globaler Sicht gelten die Standardvorgaben der FIFA, die strikt einzuhalten sind. Das ist eine echte Herausforderung, zugleich aber auch eine einzigartige und unvergessliche Erfahrung."

Und obendrein ein äußerst anstrengender Job, wenn man in sein abgekämpftes Gesicht mit den typischen Augenringen sieht. Trotz allem ist Armoogum von seiner Arbeit geradezu fasziniert. Vor allem deshalb, weil ihm der FIFA-Kongress die Möglichkeit bietet, sein Land weiter voranzubringen. "Wir werden allen Delegierten dieses Kongresses zeigen, dass Mauritius bei den Programmen "11 für Gesundheit" und *Grassroots *eine Vorreiterrolle gespielt hat. Darauf sind wir mächtig stolz. Im Übrigen haben wir 450 Kinder von der ganzen Insel, die Schüler an Fussballakademien in benachteiligten Regionen sind, als Fahnenträger ausgewählt. Das ist für sie ein außergewöhnliches Erlebnis, und für mich eine großartige Sache. Außerdem erlangt Mauritius dank dieses Kongresses weltweite Aufmerksamkeit. Das ist auch nicht ohne."

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