FIFA Weltmeisterschaft™

Mak: "Es wird ein großes Fussballfest"

Russia's defender Vasily Berezutskiy (L) vies for the ball with Slovakia's midfielder Robert Mak (C)
© AFP

Die Slowakei kämpft derzeit in der WM-Qualifikation um einen Startplatz beim Weltturnier 2018. Ein Nationalspieler des Landes hat den Sprung nach Russland allerdings bereits geschafft. Im Sommer wechselte der offensive Mittelfeldspieler Robert Mak vom griechischen Klub PAOK Thessaloniki zum russischen Vertreter Zenit Sankt Petersburg. Er ist fest entschlossen, auch seinen Mitspielern in der Nationalmannschaft zu einem Ticket nach Russland zu verhelfen. Bedenkt man den jüngsten 3:0-Sieg in der WM-Qualifikation gegen Schottland, bei dem Mak zwei Mal traf und die Vorlage zum dritten Tor spielte, sind er und seine slowakischen Teamkameraden offenbar auf dem richtigen Weg.

"Hier ist alles ganz anders als in Griechenland – insbesondere das Wetter", meinte Mak kürzlich in einem Interview mit FIFA.com. "Zenit ist ein sehr erfolgreicher Klub, der in der russischen Liga und auf europäischer Ebene hoch gesteckte Ziele verfolgt. Wir haben einen großartigen Kader und einen sehr talentierten Cheftrainer. Für mich ist das ein großer Schritt nach vorn. Ich will versuchen, meinem Team auf jede mögliche Art zu helfen, besonders natürlich mit Toren und Vorlagen. Wir haben in der russischen Meisterschaft und in der Europa League einen guten Start hingelegt und wollen unsere Siegesserie in beiden Wettbewerben fortsetzen. Es gibt ziemlich viele Unterschiede zwischen Griechenland und Russland", so der 25-Jährige weiter, "aber der Trainer (Zenit-Cheftrainer Mircea Lucescu, Red.) hat mir genügend Zeit für die Eingewöhnung gelassen. Ich hoffe, er ist zufrieden mit meinen Leistungen. Ich denke, dass ich für Zenit eine wichtige Rolle spielen kann und hoffe, mit dem Klub viele Erfolge zu feiern."

Mak ist bereits der vierte Slowake, der die Stiefel für Zenit Sankt Petersburg schnürt. Vor ihm waren bereits Torhüter Kamil Contofalsky und die Verteidiger Martin Skrtel und Tomas Hubocan an der Newa. Mak freut sich, dass er Skrtels Ausbeute von fünf Toren für den Klub bereits übertroffen hat.

"Darauf werde ich mit ihm anstoßen, wenn wir wieder zusammen ein Länderspiel bestreiten", lacht er. "Aber eigentlich ist das ja keine Überraschung, schließlich spielen wir ja ganz verschiedene Rollen. Meine Aufgabe ist es, Tore zu schießen und Martins ist es, sie zu verhindern. Trotzdem freue ich mich darüber. Natürlich kenne ich die Jungs aus der Slowakei, die schon für Zenit gespielt haben. Tomas Hubocan hat mir sehr viele nützliche Ratschläge gegeben, als ich herkam, und hat mir bei den ersten Schritten in Sankt Petersburg geholfen. Alle waren sich einig, dass Sankt Petersburg eine fantastische Stadt ist und auch über den Klub habe ich von ihnen nur Gutes gehört."

*"Wir können mit England um Platz eins konkurrieren"
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Der junge Mittelfeldspiele gehörte zum slowakischen Kader bei der UEFA EURO 2016 und trug mit zum 2:1-Sieg gegen Russland bei, mit dem sein Team den Sprung ins Achtelfinale perfekt machte. In diesem Spiel traf Mak auf seine künftigen Konkurrenten Oleg Shatov und Aleksandr Kokorin, die nun bei Zenit mit ihm um einen Startplatz wetteifern.

"Ich erinnere mich sehr gern an dieses Spiel", so Mak. "Wir haben gewonnen und damit den Sprung aus der Gruppe geschafft. Shatov und Kokorin sind hervorragende Fussballer. Für mich wird es noch etwas schwerer, weil russische Mannschaften in der heimischen Liga nicht mehr als sechs ausländische Spieler einsetzen dürfen. Daher habe ich einem Transfer auch nicht sofort zugestimmt. Doch nachdem ich intensiv darüber nachgedacht hatte, war mir klar, dass ich es durchaus in die Startelf schaffen kann und nicht auf der Bank versauern werde. Die Konkurrenz ist zwar groß, aber das wollte ich ja."

Schon vor Beginn der WM-Qualifikation hatte Mak sieben Länderspieltore für die Slowakei erzielt. In der WM-Qualifikationsgruppe mit England, Slowenien, Schottland, Litauen und Malta legte das Team allerdings mit zwei Niederlagen einen klassischen Fehlstart hin. Nicht zuletzt dank Mak hat die Mannschaft nun ihre Aufholjagd begonnen.

"Wir haben zwei Mal viel Pech gehabt", so seine Einschätzung. "Gegen England haben wir in der 95. Minute das Gegentor kassiert und gegen Slowenien hat sich nach einem ausgeglichenen Spiel zum Schluss der Heimvorteil des Gegners bezahlt gemacht. Gegen Schottland konnten wir uns auf keinen Fall eine weitere Niederlage leisten. Dann hätten wir wohl praktisch keine Chance mehr gehabt, so viel war uns klar. Wir haben uns zusammengerissen, einen 3:0-Sieg eingefahren und gezeigt, dass die Slowakei wieder zu alter Stärke zurückgefunden hat. Ich freue mich sehr, dass ich zwei Tore erzielt habe, doch das Wichtigste sind die drei Punkte. Jetzt brauchen wir einen weiteren Sieg gegen Litauen, dann sind wir wieder mitten im Geschehen. England ist der Gruppenfavorit, doch wir können den zweiten Platz holen und es in die Playoffs schaffen. Außerdem weiß man im Fussball ja nie – vielleicht können wir sogar um den ersten Platz mitspielen? Die Qualifikation für die WM in Russland wird schwerer als für die EURO in Frankreich. Damals konnten wir uns als Gruppenzweiter qualifizieren. Wir werden jedenfalls unser Bestes geben."

*"Nach England zu gehen, war die schwerste aber auch die beste Entscheidung meines Lebens"
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Maks Karriere verlief zu Beginn alles andere als typisch. Er wurde in Bratislava geboren und begann noch in seinem Heimatland mit dem Fussballspielen. Dann allerdings wurde er für die Nachwuchsakademie von Manchester City entdeckt, wo er fast sechs Jahre verbrachte, bevor er seinen ersten Profivertrag beim FC Nürnberg unterschrieb. Obwohl er so gut wie keine englischen Sprachkenntnisse hatte, entschied sich Mak damals für den Wechsel nach England.

"Ich war gerade erst 15 Jahre alt", erzählt Mak. "Ich war noch nicht einmal mit der Schule fertig! Natürlich war es für meine Eltern sehr schwer, mich ziehen zu lassen. Ein Jahr später sind sie dann selbst nach Manchester gezogen. Für mich war zu Beginn alles sehr schwierig, doch mittlerweile ist mir klar geworden, dass es die beste Entscheidung meines Lebens war. Dank der Nachwuchsakademie von Manchester City wurde ich zu dem Spieler, der ich heute bin. Ich habe dort sehr viel gelernt. Das dortige Umfeld ist mit dem, was man in der Slowakei findet, überhaupt nicht zu vergleichen. Es war eine fantastische Erfahrung, ich habe sie genossen und bin damit sehr zufrieden. Wäre ich zu Hause geblieben, hätte ich niemals etwas von all dem gelernt, was mir dort beigebracht wurde."

Bei Zenit Sankt Petersburg warten alle gespannt auf die Eröffnung des brandneuen Stadions mit 68.000 Sitzplätzen, in dem mehrere Spiele des FIFA Konföderationen-Pokals 2017 und der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018™ stattfinden werden.

"Ich war noch nicht im neuen Stadion, aber ich kann die Baufortschritte von außen verfolgen, weil ich nur fünf Minuten entfernt wohne", so Mak. "Alle sagen, dass es eines der besten Stadien der Welt wird. Und es sieht wirklich großartig aus. Ich bin sicher, dass Russland 2018 eine fantastische WM wird und alle zufrieden und glücklich werden", so der Slowake. "Es werden großartige Stadien gebaut, von denen einige schon fertig sind. Die Spiele finden in wunderschönen Städten statt. Es wird ein großes Fussballfest und ich möchte unbedingt, dass die Slowakei dabei ist. Ich hoffe, dass wir dieses Ziel erreichen können."

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