Gemeinsam gegen COVID-19

Lee Chungyong: "Trotz leerer Stadien mit den Fans verbunden"

Ulsan Hyundai winger Lee Chungyong in action
© Others
  • Lee Chungyongs Wechsel zu Ulsan war eine der spektakulärsten Neuverpflichtungen der K League
  • Der "blaue Drache" kehrt nach einem Jahrzehnt im Ausland in seine Heimat zurück
  • "Der Gemeinschaftssinn der Koreaner war hilfreich im Kampf gegen COVID-19"

Nach mehr als zehn Jahren im Ausland ist der "blaue Drache" nun zurück in seiner Heimat.

Lee Chungyong – "Chungyong" bedeutet wörtlich übersetzt "blauer Drache" – hat seine erfolgreiche Auslandskarriere beendet, in deren Verlauf er knapp 200 Spiele für die Bolton Wanderers absolvierte und kürzere Engagements bei Crystal Palace und dem VfL Bochum zu verzeichnen hatte. Nun hat für den talentierten Flügelspieler ein ganz neues Abenteuer begonnen.

Das Umfeld dürfte ihm bei seiner Rückkehr in die Republik Korea zum Teil vertraut gewesen sein, doch angesichts eines neuen Klubs und des Engagements in einer der ersten Ligen, die während der COVID-19-Krise wieder an den Start gegangen sind, hat der 31-Jährige trotzdem einmal mehr Neuland betreten.

"Es ist ein ganz besonderes Gefühl, wieder zu Hause zu spielen", erklärt Lee Chungyong im Gespräch mit FIFA.com. "Für die K-League bedeutet es viel, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen, während weltweit die meisten anderen Ligen unterbrochen sind. Die Situation hier, der Neustart, macht uns schon etwas stolz. Wir Koreaner haben einen Gemeinschaftssinn, der uns geholfen hat, im Kampf gegen diese Krise zusammenzuhalten."

Lee betont, dass die Bereitschaft der Bevölkerung, den Vorgaben der Regierung Folge zu leisten, in Kombination mit der hingebungsvollen Arbeit des medizinischen Personals im ganzen Land die Wiederaufnahme des Fussballs auf der Halbinsel ermöglicht habe. "Wir haben wirklich Glück."

Da die koreanische Liga weltweit eine von wenigen ist, die den Spielbetrieb wieder aufgenommen haben, kommt ihr auf dem gesamten Globus viel mehr Aufmerksamkeit zu. Wir wollten wissen, wie er und seine Mitspieler mit dieser Situation umgehen.

"Die Aufmerksamkeit hilft uns, uns noch mehr auf unser Spiel zu konzentrieren, und zwar in den Trainingseinheiten und in den Spielen selbst. Schließlich möchten wir den Leuten Freude bereiten, indem wir ihnen guten Fussball bieten. Wir möchten uns in Bestform präsentieren."

Das wurde bei Ulsans Auftritten an den letzten beiden Spieltagen auf jeden Fall deutlich. Das Highlight war eine unglaubliche Aufholjagd im Auswärtsspiel gegen die Suwon Bluewings, das man nach einem 0:2-Rückstand noch gewann.

Doch einmal abgesehen von den Erfolgen auf dem Spielfeld wollten wir wissen, wie das ist, während der COVID-19-Krise Fussball zu spielen.

"Jeder hat eine eigene Wasserflasche", so Lee. "Wir kennzeichnen die Deckel mit unserer Rückennummer. Das ist vor Trainingseinheiten und Spielen schon zur Routine geworden. Es gibt weniger (oder keinen) körperlichen Kontakt, selbst beim Torjubel."

"Die Fans können uns zwar noch nicht im Stadion unterstützen, aber die Beschallung mit Fangesängen über die Lautsprecheranlage hat sich positiv ausgewirkt. Das ist natürlich nicht mit der echten Geräuschkulisse vergleichbar, aber es hat uns an unsere Fans erinnert und wir haben uns mit ihnen verbunden gefühlt."

"Die Fans im Ausland kennen die Liga und die Spieler vielleicht nicht so gut wie andere, aber unser Fussball als der europäische. Ich versichere Ihnen, dass Spieler, Klubs und die Liga auf sehr hohem Niveau sind."

"Jeder Klub hat seinen eigenen Stil. Das sorgt für eine ziemlich attraktive Dynamik. Neulinge finden in der K League deshalb schnell Spaß am Spiel. Die Klubs der K League bringen auch jede Saison gute Leistungen in der AFC Champions League. Ich hoffe, dass Fussballfans auf der ganzen Welt in dieser Saison die Chance haben, sich besser mit der K League vertraut zu machen."

Bildquelle: Ulsan Hyundai

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