FIFA Congress

Kearns: "Fussball ist mein Sport"

Paula Kearns. Photo: Craig Balme. http://www.craigbalme.co.nz/
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Die Neuseeländerin Paula Kearns spricht im Rahmen einer Serie von Interviews mit den vier Kandidatinnen für Amt des ersten weiblichen Mitglieds des FIFA-Exekutivkomitees exklusiv mit FIFA.com.

Können Sie sich bitte kurz vorstellen?

Fussball ist mein Sport. Während ich in der Schule nie Fussball spielte (es wurde damals für Mädchen nicht angeboten), spiele ich immer noch, seit zehn Jahren im Rahmen von sozialen Projekten. Ich habe drei Kinder und lebe in Auckland in Neuseeland.  

Ich war fast auf jeder Ebene des Sports tätig – als Spielerin, als Trainerin der Mannschaft meiner Tochter, als gelegentliche Schiedsrichterin, als Vereinspräsidentin, im regionalen Komitee, als amtierende Geschäftsführerin des neuseeländischen Fussballverbands 2008 und seitdem als Vorstandsmitglied des neuseeländischen Fussballverbands.  

Ich bin eine ausgebildete Wirtschaftsprüferin und habe diesen Beruf 20 Jahre lang ausgeübt. Meine Erfahrung umfasst die Arbeit für die beiden Big-Four-Unternehmen PWC und Deloitte sowie den erfolgreichen Aufbau meiner eigenen Kanzlei. 2010 wechselte ich ins Sportmanagement und war bis vor Kurzem drei Jahre lang CEO von Canoe Racing New Zealand. Der Kanusport ist eine kleine, aber sehr erfolgreiche Disziplin in Neuseeland. Ich habe mich für den Sport und für Neuseeland sehr über die Goldmedaille gefreut, die Lisa Carrington bei den Olympischen Spielen in K1 200 m gewonnen hat.

Nach der Ernennung für mein Amt im neuseeländischen Fussball nahm ich aktiv an Tätigkeiten im Vorstand teil. Ich bin zudem Mitglied des neuseeländischen Institute of Directors und habe eine entsprechende umfassende Ausbildung absolviert.  

* Welche Bedeutung hat die Nominierung durch Ihre Konföderation für Sie?*

Die Ernennung durch die ozeanische Fussballkonföderation ist wirklich eine Ehre für mich. Es ist eine kleine, aber progressive Konföderation, die die Entwicklung des Frauenfussballs als eine vorrangige Aufgabe betrachtet. Diese Nominierung ist eine Chance, den Frauenfussball auf internationaler Ebene voranzubringen.  

Wie haben Sie auf den Vorschlag des FIFA-Präsidenten 2011 reagiert, eine Frau in das Exekutivkomitee zu berufen?

Als ich 2011 von dem Vorschlag hörte, eine Frau in das Exekutivkomitee zu berufen, freute ich mich sehr darüber, dass die FIFA damit die Bedeutung des Frauenfussballs anerkannte. Frauen können auf jeder Ebene des Fussballs einen wichtigen Beitrag leisten, und dies zeigt, dass die Spitze der FIFA dies mit ihrer Führungsstärke erkannt hat.

* Wie sehen Sie Ihre Aufgabe für den Fall, dass Sie gewählt werden?*

Falls ich gewählt werde, würde ich mich im Exekutivkomitee als weltweite Fürsprecherin für den Frauenfussball verstehen. Ich wäre voll engagiert, um die Konföderationen und nationalen Verbände dabei zu unterstützen, das Wachstum des Frauenfussballs zu fördern und Probleme zu beseitigen. Ich würde eng mit dem FIFA-Stab zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass es für die Förderung des Frauenfussballs eine klare Strategie gibt. Ausserdem würde ich mich als Mitglied des Exekutivkomitees vollkommen in dessen Arbeit einbringen.

*Welche Visionen haben Sie für den Frauenfussball? *Meine Vision für den Frauenfussball ist, dass jedes Mädchen auf der Welt die Möglichkeit erhält, das Fussballspielen zu erlernen und Fussball zu spielen und der Frauenfussball weiter wächst und unseren Sport und unsere Gemeinschaften stärkt.

* Wir möchten Ihnen auf der Grundlage des "Proust-Fragebogens" einige persönliche Fragen stellen, um Sie besser kennenzulernen.*

Wie lautet Ihr Motto?

Leben ist, was man daraus macht.

Wer ist Ihr weibliches Idol aller Zeiten?

Kate Sheppard, die die Kampagne führte, mit der Neuseeland das erste Land wurde, das 1893 das Frauenstimmrecht einführte.

* Und im Fussball?*

Neuseelands Spielführerin Rebecca Smith

Welches Spiel werden Sie nie vergessen?

Das Eröffnungsspiel der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft, als Neuseeland gegen Kanada spielte. Ich war so stolz, dass Neuseeland das Turnier eröffnen durfte und ich an der Eröffnungsfeier teilnehmen konnte.

Was ist Ihr Lieblingswort?

Leidenschaft.

Und das Wort, das Sie am meisten hassen?

Apathie.

* Dieses Interview wird am 8. März, dem Weltfrauentag, veröffentlicht. Ist dieser Tag für Sie wichtig?*

Der Weltfrauentag ist ein wichtiger Tag für mich und für alle Frauen. Er schärft weltweit das Bewusstsein für die Gleichstellung und die Bedeutung der Frauen. Dieser Tag zeigt den Fortschritt, den wir Frauen in Richtung Chancengleichheit bereits gemacht haben, zeigt aber auch, dass in Zukunft noch viel geleistet werden muss. 

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