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Hursts historischer Hattrick

1966 World Cup Final: England's Geoff Hurst scores 4th goal as West Germany's Wolfgang Overath can only watch.
© Getty Images
  • Geoff Hurst machte sich mit seinem Hattrick im WM-Finale 1966 unsterblich
  • Besondere Kombination: Tor von Hurst und Kommentar von Wolstenholme
  • Fester Bestandteil der englischen Sport- und Kulturgeschichte

Mit seinem Tor in der 120. Minute setzte Geoff Hurst den Schlusspunkt bei Englands bis heute einzigem WM-Titelgewinn. Der Dreifach-Torschütze machte sich damit weltbekannt und in seinem Heimatland unsterblich. Der letzte Treffer des bis heute einzigen Hattricks in einem WM-Finale war gleichzeitig auch der spektakulärste.

Auf die Frage, ob er den Ball tatsächlich mit seinem schwächeren Fuß in den Winkel jagen wollte, antwortet der Hattrick-Held von 1966 allerdings erfrischend aufrichtig: "Die ehrliche Antwort ist: Als ich an der Strafraumgrenze war, dachte ich nur daran, dass das Spiel jeden Moment zu Ende sein müsste. Ich wollte den Ball mit aller Kraft so weit wie möglich jagen. Wenn der Ball über die Latte und auf die Tribüne geflogen wäre, dann wäre das Spiel ganz bestimmt zu Ende gewesen, bevor ein Balljunge ihn zu [Deutschlands Torhüter Hans] Tilkowski geschafft hätte und er seinen Abstoß spielen konnte. Aber wie Sie alle wissen, habe ich den Ball nicht wie geplant getroffen und er landete stattdessen im Tor!"

"Vor dem Spiel hatte es geregnet", so Hurst weiter. "Der Platz war stellenweise in einem sehr schlechten Zustand. Beim Schuss lag der Ball gerade perfekt wie auf einem Tee beim Golf und ich habe ihn voll mit dem Spann getroffen. Daher war der Schuss so kraftvoll."

Der britische TV-Kommentar zu diesem Tor genießt bis heute Legendenstatus. Während Hurst auf dem linken Flügel vorstürmte, erblickte BBC-Sportreporter Kenneth Wolstenholme mehrere Zuschauer, die auf der rechten Seite auf das Spielfeld liefen und kommentierte: "Some people are on the pitch! They think it's all over." (Einige Leute sind auf dem Rasen! Sie denken wohl, es wäre schon aus und vorbei.) Als Hursts Schuss dann im Netz zappelte, fügte er noch hinzu: "It is now!" (Und jetzt ist es das auch!)

In England sind das Tor von Hurst und der Kommentar von Wolstenholme bis heute untrennbar miteinander verbunden Hurst meint dazu: "Selbst wenn die besten Kommentatoren alle Zeit der Welt hätten, könnten sie sich keinen besser passenden Kommentar ausdenken. Ich habe eine Zeitlang in Weybridge gewohnt. Dort gab es einen Rover-Autohändler, der sich den Werbeslogan: 'They think it's all Rover' ausgedacht hatte. Dieser Ausspruch ist heute fester Bestandteil unserer Alltagssprache."

Hursts unvergesslicher Treffer, ob gewollt oder nicht, hat den ebenso unvergesslichen Kommentar jedenfalls voll und ganz verdient. Sein 'misslungener' Linksschuss ist fester Bestandteil der englischen Sport- und Kulturgeschichte geworden.

*Hätten Sie's gewusst? *Besucher des FIFA Welt Fussball Museums in Zürich können auf Original-Sitzen aus dem alten Wembley-Stadion Platz nehmen, in dem Hurst 1966 seinen historischen Hattrick erzielte.

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