Hochkaräter zwischen Hoffen und Bangen

Asrat Gobena and Steven Pienaar during the 2014 FIFA World Cup Qualifier match between South Africa and Ethiopia
© Getty Images

Die ersten Qualifikationsspiele für das globale Fussballfest in Südamerika fanden bereits im November 2011 statt. In Afrika ist somit fast die Hälfte der Qualifikation für Brasilien geschafft, in der aus den 52 CAF-Nationalverbänden die fünf Vertreter in Brasilien ermittelt werden. Im Juni 2012 gingen die ersten zwei Spieltage der Gruppenphase über die Bühne. Bisher haben mehrere als Außenseiter gehandelte Teams überrascht und liegen gut im Rennen um einen der zehn Spitzenplätze, die den Sprung in die abschließende Qualifikationsrunde bedeuten.

So führt beispielsweise Äthiopien die Gruppe A an und liegt vor Südafrika, Benin hat in Gruppe H einen knappen Vorsprung vor Algerien und Mali und Libyen ist überraschender Spitzenreiter der Gruppe I vor Kamerun und der DR Kongo.
Einige traditionelle Spitzenteams wie Tunesien, Elfenbeinküste, Nigeria und Ägypten haben die Erwartungen erfüllt und führen ihre jeweiligen Gruppen an. Sambia wiederum erwischte in Gruppe D den besten Start und liegt nach zwei Spielen vor Ghana und Sudan.

Das TopspielMarokko - Elfenbeinküste 2:2 – Stade de Marrakech, 9. Juni 2012

Für die Elfenbeinküste war es bereits das 15. WM-Qualifikationsspiel ohne Niederlage in Folge. Marokko hat in den ersten zwei Spielen in Gruppe C zwei Unentschieden geholt und liegt damit noch gut im Rennen. Der vierfache WM-Teilnehmer Marokko musste in der Partie gegen die Elfenbeinküste zwei Mal einen Rückstand aufholen. Zunächst glich Houssine Kharja per Strafstoß den frühen Führungstreffer durch Salomon Kalou aus und dann konnte Hamza Abourazzouk mit einem späten Kopfballtor die neuerliche Gästeführung durch Kolo Toure egalisieren. Die Ivorer führen die Gruppe C nun mit vier Punkten an, gefolgt von Tansania (3 Punkte), Marokko (2) und Gambia (1).

Das Tor
Guinea - Ägypten 2:3, Mohamed Salah, 90.+3

Guinea und Ägypten hatten ihre Auftaktspiele in Gruppe G gewonnen, bevor sie am 10. Juni in Conakry aufeinander trafen. Als den Gastgebern in der 88. Minute durch Lass Bangoura der Ausgleich gelang, sah es schon nach einer Punkteteilung aus. Doch direkt nach dem Wiederanpfiff sprintete Salah über den rechten Flügel nach vorn und wurde perfekt angespielt. Während die Zuschauer noch über den Treffer jubelten und die Abwehr sich noch sortierte, täuschte der 20-Jährige mit rechts einen Schuss an, legte sich den Ball dann auf links und erzielte mit dem letzten Schuss des Spiels den entscheidenden Treffer. Salah wurde kürzlich von der CAF zum vielversprechendsten Spieler Afrikas gekürt. Mit seinem dramatischen Tor in letzter Sekunde bescherte er seinem Team im möglicherweise schwersten Spiel der Qualifikation die vollen drei Punkte und die Tabellenführung.

Die Statistik1 - Nur ein Team verlor seine ersten zwei Spiele in der zweiten Runde der Qualifikation für Brasilien 2014, nämlich Kap Verde. Die Blue Sharks, die kurioserweise mit ihrer erstmaligen Qualifikation für die Endrunde des CAF Afrikanischen Nationen-Pokals gerade erst ihren größten Erfolg aller Zeiten gefeiert hatten, verloren in Gruppe B gegen Tunesien und Sierra Leone jeweils mit 1:2. Drei Teams holten im Gegensatz dazu sechs Punkte aus den ersten zwei Partien, nämlich Tunesien, Ägypten und Sambia. Dem Team Sambias wurde trotz einer 0:2-Niederlage gegen Sudan der Sieg zugesprochen, da Sudan einen nicht spielberechtigten Spieler eingesetzt hatte.

Das Zitat
"Wir hätten mehr Tore schießen können. Ich hoffe, dass wir am Ende der Gruppenphase nicht mit Bedauern auf die vielen Chancen zurückblicken müssen, die wir nicht genutzt haben."
Herve Renard (Trainer, Sambia) nach dem knappen 1:0-Sieg seines Teams gegen Ghana am 9. Juni in Ndola

So geht es weiter...Das zu Ende gehende Jahr war für die afrikanischen Nationalmannschaften außerordentlich intensiv. Neben den Spielen der WM-Qualifikation musste aufgrund der Verlegung des CAF Afrikanischen Nationen-Pokals in ungerade Jahre auch die Qualifikation für das Turnier im Januar 2013 absolviert werden. Auch das kommende Jahr verspricht viel Spannung, denn von März bis November werden sechs Spieltage der WM-Qualifikation ausgetragen. Zunächst folgen vier weitere Gruppenspiele (eines im März, zwei im Juni und eines Anfang September), nach denen die zehn Gruppensieger in die abschließende dritte Runde starten.

Je zwei dieser Teams treffen dann im Oktober und November zu einem Duell mit Heim- und Auswärtsspiel aufeinander. Die Sieger dieser Duelle qualifizieren sich für die 20. Auflage des größten Fussballturniers der Welt.

Ihre Meinung zähltWelche Favoriten werden auf dem Weg nach Brasilien straucheln? Wird Afrika auch dieses Mal wieder mit einem oder mehreren Debütanten bei der WM-Endrunde vertreten sein? Kann der aktuelle Afrika-Meister Sambia das Ticket nach Brasilien lösen?

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