AFC Asien-Pokal

Hinter Mabils Torjubel steckt eine inspirierende Botschaft

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  • Awer Mabil hat in seinen bisherigen sieben Länderspielen vier Tore erzielt
  • Er traf auch bei Australiens 3:2-Sieg gegen Syrien beim AFC Asien-Pokal
  • Der 23-Jährige erklärt die Bedeutung seines Torjubels

Es gibt scheinbar nichts, was Awer Mabil nicht gelingt.

Kurz nach der FIFA Fussball-WM Russland 2018™ tauchte auf der Außenposition im Angriff Australiens ein neuer Spieler auf, der sich schnell etablierte. Gerade erst erzielte er den wichtigen Führungstreffer für die Socceroos beim packenden 3:2-Sieg gegen Syrien beim AFC Asien-Pokal, mit dem der amtierende Asienmeister das drohende Ausscheiden nach der Gruppenphase abwenden konnte.

Die Syrer entwickelten enormen Druck nach vorn, doch die Socceroos konnten dem gegnerischen Ansturm standhalten. Dann gelang Mabil fünf Minuten vor der Pause entgegen dem Spielverlauf der Führungstreffer für Australien, eines der bislang schönsten Tore beim diesjährigen AFC Asien-Pokal. Bei einem Vorstoß zog er unwiderstehlich nach innen und jagte den Ball dann aus gut 20 Metern mit einem Linksschuss präzise ins lange Eck.

Bei seinem Debüt im australischen Nationaltrikot hatte Mabil nur neun Minuten bis zu seinem ersten Tor benötigt. Insgesamt hat er es in bislang sieben Spielen auf vier Treffer gebracht.

Die Vorfahren des in Kenia geborenen und in Australien aufgewachsenen Mabil waren sudanesische Flüchtlinge. Seinen Status als aufstrebender Star Australiens will er so gut wie möglich ausnutzen. Schon nach seinem ersten Länderspieltor im vergangenen Oktober gegen Kuwait wurde darüber berichtet, dass Mabil an der Gründung des Projektes 'Barefoot to Boots' beteiligt ist, mit dem das Flüchtlingslager Kakuma in Kenia umfassend unterstützt werden soll, wo Mabil geboren wurde.

Damit ist Mabils Hilfsbereitschaft allerdings noch längst nicht erschöpft. Der 23-Jährige feierte sein Tor gegen Syrien – wie auch schon gegen Palästina vier Tage zuvor – auf eine kuriose Weise.

Bereitwillig erklärte er uns, was es mit der Geste auf sich hat, die er sich ausgedacht hat, um die Aufmerksamkeit auf ein oft vernachlässigtes, aber weit verbreitetes gesellschaftliches Problem zu lenken.

"Es ist gut, die Geschichte dahinter zu erzählen. Ich möchte den Menschen helfen, so gut ich kann", so Mabil. "Viele Menschen leiden an psychischen Problemen. Mein Torjubel soll ihnen so etwas wie innere Ruhe geben. Es geht um Menschen, die an Depressionen oder anderen mentalen Problemen leiden. Ich will auf das Problem aufmerksam machen und ihnen zeigen, dass sie lediglich einen Gesprächspartner brauchen und dies eine große Hilfe sein kann. Man sollte darüber reden und nicht den Mund verschließen. Das ist die Botschaft, die dahinter steckt."

Mit dem Sieg sicherten sich die Socceroos in Gruppe B Platz zwei hinter Jordanien.

Im Achtelfinale treffen die Australier nun auf Japan oder Usbekistan. Jordanien tritt gegen einen noch nicht feststehenden Gruppendritten an.

Palästina rang Jordanien im letzten Gruppenspiel ein torloses Unentschieden ab und belegt damit den dritten Platz in der Gruppe. Nun müssen die Palästinenser die Ergebnisse der kommenden Tage abwarten. Tatsächlich könnte Palästina als einer der vier besten Gruppendritten noch weiterkommen, obwohl das Team in keinem der drei Gruppenspiele einen Treffer erzielt hat.

Syrien, das in der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ nur knapp gescheitert war, fährt mit nur einem Punkt nach Hause, obgleich das Team bei seinen drei Auftritten durchaus ansprechende Leistungen zeigte.

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