Gemeinsam gegen COVID-19

Große Spenden und kleine Aktionen

A fan from Argentina with her hand on her heart
© imago images
  • Weltweit sind bereits mehr als 400.000 Menschen an Covid-19 erkrankt
  • Der Weltfussball hat der Pandemie den Kampf angesagt
  • Profis helfen den Fans, die soziale Distanzierung besser zu überstehen

Die Erde macht aufgrund der Corona-Pandemie schwere Zeiten durch, die es in dieser Form noch nicht gegeben hat, und die Fussballwelt macht mobil, um die Lage in den Griff zu bekommen. Spieler spenden Geld für Forschungszwecke oder um die Ausstattung der Krankenhäuser zu aufzustocken. Klubs stellen ihre Infrastrukturen zur Verfügung und zahlreiche Menschen versuchen, andere in dieser schweren Zeit zum Lächeln zu bringen. FIFA.com gibt einen Überblick über die solidarischen Aktionen auf der ganzen Welt.

Große Spenden

In Portugal haben Cristiano Ronaldo und sein Manager Jorge Mendes beschlossen, den Ausbau von Intensivstationen zu unterstützen. Das Centro Hospitalar Universitério Lisboa Norte in Lissabon erhält zwei neue Einheiten mit je zehn Betten, das Hospital de Santo Antonio in Porto erhält eine neue Intensiveinheit. In beiden Fällen finanzieren Cristiano Ronaldo und Jorge Mendes Betten, Beatmungsgeräte und Herzüberwachungsgeräte.

Lionel Messi hat ebenso wie mehrere andere Spieler angekündigt, eine Million Euro an das Hospital Clínico in Barcelona sowie an ein Krankenhaus in Argentinien zu spenden. "Dank dieser Spende können wir unsere Behandlungsmöglichkeiten für Covid-19-Patienten ausbauen", erklärte Josep M. Campistol, Generaldirektor des Krankenhauses in Barcelona. Pep Guardiola, Messis ehemaliger Trainer beim FC Barcelona, hat ebenfalls großzügig gespendet, und zwar eine Million Euro an die in Barcelona ansässige Stiftung Fundacio Angel Soler Daniel.

Mit vollem Einsatz

In England bringen sich die Klubs mit großem Einsatz ein. Die meisten Profiklubs haben karitative Einrichtungen mit Spenden bedacht. Einige, wie der FC Arsenal und der FC Watford, arbeiten auch eng mit dem staatlichen Gesundheitssystem NHS zusammen. Arsenal hat Fahrzeuge und Freiwillige zur Unterstützung des Personals im Gesundheitswesen beigesteuert. Watford hat dem NHS seine Infrastrukturen zur Nutzung überlassen.

Das hat auch der südkoreanische Fussballverband KFA getan, und zwar in Paju, nördlich von Seoul. Das Trainingszentrum wurde dem Gesundheitsdienst zur Verfügung gestellt. Ab Mittwoch werden hier Patienten untergebracht, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben und keine schweren Symptome aufweisen. Darüber hinaus hat das Personal der KFA letzte Woche geschlossen Blut gespendet, um die stetig schwindenden Reserven aufzufüllen.

Die dänische Nationalspielerin Nadia Nadim, Stürmerin von Paris Saint-Germain, hat derweil eine bedeutsame Ankündigung gemacht. Dazu muss man wissen, dass sie parallel zu ihrer Fussballkarriere Medizin studiert. Nun hat sie erklärt, dass sie bereit ist, ihre Arbeitskraft beizusteuern. "Meine ältere Schwester ist Ärztin, meine beiden jüngeren Schwestern sind Krankenschwestern. Sie sind jeden Tag im Einsatz. Ich möchte mich auch einbringen. Wenn die Situation sich verschlimmert und Mediziner gebraucht werden, werde ich mich natürlich freiwillig melden. Wenn es wirklich schlimm wird, werde ich den weißen Kittel anziehen und einige Menschen retten", erklärte sie über den Twitter-Account von PSG Féminine.

Kleine Aktionen

Die Fussballwelt zeigt ihre Solidarität nicht nur mit Spenden und gemeinnützigen Aktionen. Viele Spieler haben beschlossen, den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Regierungen Folge zu leisten und sich in häusliche Quarantäne zu begeben. Sei es um eine Vorbildfunktion zu übernehmen oder um ihre Fans aufzuheitern, haben sich die Akteure als äußerst einfallsreich erwiesen.

Die #StayAtHomeChallenge oder auch #ToiletPaperChallenge hat sich in den sozialen Netzwerken rasch verbreitet. Hier überbieten sich Fussballspieler aus der ganzen Welt gegenseitig mit kreativen Einfällen, um ihre Abonnenten zum lachen zu bringen oder zu beeindrucken.

Der deutsche Mittelfeldspieler Toni Kroos hat derweil auf Instagram eine eigene Challenge ins Leben gerufen: #TonisHomeChallenge. Jeden Tag postet er eine kleine Fussballübung und fordert seine Fans auf, sie zu Hause nachzumachen und zu filmen. Aus allen Video-Einsendungen wählt Kroos jeden Abend einen Gewinner aus und teilt das Video auf seinem Account. Die Sieger erhalten außerdem einen Preis.

Die Profis müssen sich natürlich auch in Zeiten der Quarantäne fit halten. Klubs wie Bayern München haben nun ein Cybertraining eingeführt. Alle Spieler absolvieren gemeinsam dieselben Einheiten, allerdings von zu Hause aus. Sie werden dabei gefilmt, und die Videos werden in den sozialen Netzwerken geteilt. Gleichzeitig bieten einige Spielerinnen und Spieler ihren Fans an, eine Trainingseinheit mit ihnen gemeinsam zu absolvieren. Das ist zum Beispiel bei der Frauenabteilung von Olympique Lyon der Fall, die jeden Tag Videos ihrer Spielerinnen veröffentlicht, in denen sie eine Übung vormachen und Ratschläge geben.

Doch auch Videospiele sind bei Fussballern angesagt, wenn es darum geht, ihre Tage und die ihrer Fans zu füllen. Überall auf der Welt werden eSport-Turniere organisiert. Am letzten Wochenende hat die spanische Liga ihr FIFA 20-Turnier gestartet. 18 der insgesamt 20 Klubs der spanischen Meisterschaft, sind am Sonntag, 22. März, zum virtuellen Kräftemessen angetreten. Jeder Klub wurde von einem seiner Spieler repräsentiert. Marco Asensio brachte Real Madrid den Titel, als er sich im Finale gegen Aitor Ruibal von CD Leganés durchsetzte. Fast 170.000 Menschen haben die Spiele verfolgt, und 180.000 Euro für den Kampf gegen Covid-19 wurden eingenommen.

Außerdem ist mit Ultimate Quaranteam ein internationaler Wettbewerb im Gange, an dem 128 Klubs teilnehmen. Unter anderem sind Manchester City, Ajax Amsterdam, AS Rom sowie der FC Nantes dabei, der von Bruce Grannec vertreten wird, dem zweifachen Gewinner des FIFA eWorld Cup. Auch mit diesem Turnier sollen Mittel zum Kampf gegen das Coronavirus gesammelt werden.

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