FIFA Konföderationen-Pokal 2013

Gastgeber lassen nichts anbrennen

Nigerian players celebrate the scoring of a goal against Rwandan during the 2013 African Cup of Nati
© AFP

Am Wochenende zeigte sich in der Qualifikation für den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal wieder einmal, wie wertvoll der Heimvorteil sein kann. Ausgerechnet das erfolgreichste Team in der Geschichte des Wettbewerbs kassierte allerdings als einziges eine Heimniederlage. Auf einigen Plätzen ging es dabei sehr knapp zu. So wurden drei Partien aufgrund der Auswärtstorregel entschieden und ein Duell ging sogar ins Elfmeterschießen. Insgesamt schafften es fünf Mannschaften, einen Rückstand aus dem Hinspiel noch zu drehen und so den Sprung in die letzte Runde der kontinentalen Qualifikation noch zu schaffen.

Das TopspielÄgypten – Zentralafrikanische Republik 2:3, Borg El Arab-Stadion, Alexandria
Der siebenmalige Afrikameister Ägypten ging als haushoher Favorit in die Partie gegen die Zentralafrikanische Republik, die sich bislang noch nie für einen großen internationalen Wettbewerb qualifizieren konnte. Doch Trotz Überzahl verspielten Bob Bradleys nordafrikanische Schützinge zwei Mal eine Führung und standen am Ende mit leeren Händen da. Das ursprünglich für Februar angesetzte Hinspiel war verlegt worden. Der zentralafrikanische Stürmer Momi Hilaire konnte zwei Mal die Führung der Ägypter egalisieren, die Mohamed Zidan und Mohamed Salah herausgeschossen hatten. Die Gäste mussten die Partie ohne Verteidiger Salif Keita beenden, der des Feldes verwiesen wurde. Trotzdem gelang David Manga sogar noch der Siegtreffer für die Zentralafrikanische Republik, die nun einen Vorsprung mit ins Rückspiel in 14 Tagen nimmt.

Die anderen SpieleDer viermalige Afrikameister Kamerun hatte erneut große Probleme gegen Guinea-Bissau und siegte nur knapp mit 1:0 durch einen späten Treffer von Benjamin Moukandjo. Im Hinspiel, das ebenfalls mit 1:0 endete, war der entscheidende Treffer erst in der Verlängerung gefallen. Die unzähmbaren Löwen konnten sich in Yaounde keinen entscheidenden Vorteil verschaffen, so dass das Publikum schon verzweifelt den Namen von Samuel Eto'o skandierte, der dem Trainer Denis Lavagne im nächsten Spiel nach seiner Sperre wieder zur Verfügung stehen wird. Nigeria konnte seine anspruchsvollen Fans hingegen wieder versöhnen, nachdem das Team in den letzten Spielen zu viele Chancen ungenutzt gelassen hatte. Der zweimalige Afrikameister vergab zwar auch in Calabar gegen Ruanda einige Gelegenheiten, doch dank eines frühen Treffers von Ikechukwu Uche und eines perfekt platzierten Distanzschusses von Ahmed Musa war das Weiterkommen des Teams nach dem torlosen Hinspiel zu keiner Zeit gefährdet.

Auch drei weitere Ex-Afrikameister schafften den Sprung in die nächste Runde, darunter die DR Kongo und Algerien, die sich gegen die Seychellen und Gambia durchsetzten. Ebenfalls in der letzten Runde steht Äthiopien, das den kontinentalen Meistertitel vor genau 50 Jahren zum ersten und bis heute einzigen Mal erobern konnte. Den Äthiopiern reichte aufgrund der Auswärtstorregel nach dem torlosen Hinspiel nun ein hart erkämpftes 1:1-Unentschieden. Äthiopien, derzeit in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste auf Platz 130 zu finden und damit das schwächste aller Teams im Wettbewerb, dürfte nach dem zuvor errungenen Auswärts-Unentschieden gegen Südafrika und dem Sieg gegen die Zentralafrikanische Republik nun sicher einen bedeutenden Sprung nach vorn machen. Kongo, der einzige weitere Ex-Afrikameister, kassierte in Uganda eine 0:4-Niederlage und ist damit trotz des 3:1-Siegs im Hinspiel ausgeschieden.

Sierra Leone konnte schon in der ersten Halbzeit vier Treffer gegen São Tome und Principe erzielen und mit dem 4:2-Endergebnis die knappe Niederlage aus dem Hinspiel drehen. Malawi fuhr nach einem 2:0-Hinspielsieg gegen Tschad nun noch einen knappen 4:3-Erfolg ein und setzte sich damit ebenfalls durch. Die Fans in Simbabwe, Togo und Mosambik mussten lange auf die knappe Entscheidung warten. Simbabwe reichte nach der 1:2-Niederlage im Hinspiel gegen Burundi nun ein 1:0-Sieg, um aufgrund der Auswärtstorregel weiterzukommen. Genau die gleichen Ergebnisse gab es auch zwischen Togo und Kenia. In Maputo kassierte Mosambik den späten Ausgleichstreffer zum 1:1. Da das Hinspiel mit demselben Ergebnis geendet hatte, musste die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen, das Mosambik mit 8:7 für sich entschied.

Der Spieler des Tages
Der 22-jährige zentralafrikanische Stürmer Momi Hilaire machte gegen Ägypten ein herausragendes Spiel. Er erzielte zwei Treffer selbst, jagte den Ball ein Mal an die Latte und legte einem Mitspieler den Siegtreffer auf.

*Die Zahl des Tages *1 – So viele der 14 Spiele am Wochenende wurden von den Gastmannschaften gewonnen. Die Zentralafrikanische Republik feierte den einzigen Auswärtssieg. Nur drei weitere Gastmannschaften konnten wenigstens einen Punkt einfahren.

Zitat
"Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir nächstes Jahr bei der Endrunde dabei sein werden. Wenn wir weiterhin so stark bleiben und als Mannschaft so gut harmonieren, wie derzeit, dann können wir jedes Team in Afrika schlagen."
Geoffrey Massa (Stürmer, Uganda) der in der ersten Halbzeit ein Tor erzielte

So geht es weiter13 Teams haben bereits die nächste Runde erreicht. Hinzu kommt noch Ägypten oder die Zentralafrikanische Republik. Dann werden 15 Paarungen mit den Teilnehmern des CAF Afrikanischen Nationen-Pokals Anfang des Jahres ausgelost. Die 15 Sieger der Duelle mit Hin- und Rückspiel sowie Gastgeber Südafrika bestreiten den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal im kommenden Jahr.

Ergebnisse

15. Juni
Ägypten - Zentralafrikanische Republik 2:3
(Rückspiel am 30. Juni)
Algerien - Gambia 4:1
(Gesamtergebnis: 6:2)

16. Juni
Malawi - Tschad 2:0
(Gesamtergebnis: 4:3)
Uganda - Kongo 4:0
(Gesamtergebnis: 5:3)
Kamerun - Guinea-Bissau 1:0
(Gesamtergebnis: 2:0)
Nigeria - Ruanda 2:0
(Gesamtergebnis: 2:0)
Sierra Leone - Sao Tomé e Principe 4:2
(Gesamtergebnis: 5:4)
Namibia - Liberia 0:0
(Gesamtergebnis: 1:0)
Kap Verde - Madagaskar 3:1
(Gesamtergebnis: 7:1)

17. Juni
Mosambik - Tansania 1:1
(Gesamtergebnis: 2:2, Mosambik qualifiziert sich nach 8:7 im Elfmeterschießen 8-7)
Simbabwe - Burundi 1:0
(Gesamtergebnis: 2:2, Simbabwe qualifiziert sich aufgrund der Auswärtstorregel)
DR Kongo - Seychellen 3:0
(Gesamtergebnis: 7:0)
Benin - Äthiopien 1:1
(Gesamtergebnis: 1:1, Äthiopien qualifiziert sich aufgrund der Auswärtstorregel)
Togo - Kenia 1:0
(Gesamtergebnis: 1:1, Togo qualifiziert sich aufgrund der Auswärtstorregel)

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