Pressemitteilung

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Fussball als Katalysator für soziale Veränderungen: kein Fussball ohne Ethik und Integrität

FIFA President Joseph S. Blatter speaks on 64th FIFA Congress
© Getty Images

Unter dem Vorsitz von FIFA-Präsident Blatter versammelte sich der 64. FIFA-Kongress am 10. und 11. Juni am Vortag des Eröffnungsspiels der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ in São Paulo.

In seiner Ansprache vor den Delegierten unterstrich der Präsident die Bedeutung des Fussballs als Motor für soziale Veränderungen – "wir müssen einer der Pioniere für Hoffnung werden" – und das Wohlbefinden sowie im Kampf gegen Rassismus und jede Form von Diskriminierung.  Zudem rief er dazu auf, sich auf und neben Platz stets fair, solidarisch und integer zu verhalten.
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Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung
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Im Anschluss an die vom letztjährigen Kongress verabschiedete Resolution informierte FIFA-Vizepräsident Jeffrey Webb über die Arbeit der Arbeitsgruppe gegen Rassismus und Diskriminierung, die er leitet. In seiner Ansprache sprach sich FIFA-Präsident Blatter für den Abzug von Punkten sowie den Ausschluss und den Zwangsabstieg von Teams als Sanktionen gegen rassistische und diskriminierende Vergehen aus.

Mithilfe der Plattform der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ hat die FIFA eine soziale Medienkampagne lanciert und Stars, Spieler und Fans aufgerufen, über #SayNoToRacism Nein zu Rassismus zu sagen, während die Viertelfinalspiele des wichtigsten FIFA-Wettbewerbs im Zeichen der Diskriminierungsbekämpfung stehen.

Gesundheit
Michel D’Hooghe, Vorsitzender der Medizinischen Kommission der FIFA, und FIFA-Chefarzt Jiri Dvorak berichteten über die Arbeit der FIFA in diesem Bereich. Das FIFA-Zentrum für medizinische Auswertung und Forschung hat eine Reihe wissenschaftlicher Studien veröffentlicht, die belegen, dass regelmäßiges Fussballspiel die öffentliche Gesundheit verbessert. Die Studien wurden in Dänemark, England, Portugal und Brasilien mit zahlreichen Gruppen (inkl. 9- bis 13-jähriger Kinder sowie Frauen und Männer bis 80 Jahren) durchgeführt. Dieser klare wissenschaftliche Beweis ist ein klares Argument für die weltweite Umsetzung des Programms "FIFA 11 für die Gesundheit", das bereits in 19 Ländern eingeführt wurde und in der Periode 2015–2019 über 100 Länder und zehn Millionen Kinder erreichen soll.

Handschlag für den Frieden
Der Kongress begrüßte die Einführung der Kampagne "Handschlag des Friedens", mit der die FIFA und das Nobel-Friedenszentrum Frieden, Respekt und Solidarität fördern wollen, indem sich Spielführer und Schiedsrichter bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™ vor und nach dem Spiel als universelle Geste zur Unterstützung der Kampagne die Hand reichen.
Laut FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke wird vor allen 64 WM-Spielen im Stadion zudem zum Kampf gegen Diskriminierung und zur Förderung von Gleichberechtigung und Frieden aufgerufen.

Israel/Palästina
Im Anschluss an den letztjährigen Auftrag informierte FIFA-Präsident Blatter über die erzielten Fortschritte, insbesondere die Schaffung des bestehenden Mechanismus. Der Kongress rief den israelischen und den palästinensischen Fussballverband auf, die Zusammenarbeit weiter zu stärken und zu vertiefen und auf die Unterzeichnung einer Grundsatzvereinbarung in den kommenden Monaten hinzuarbeiten. Er rief zudem die israelische Regierung auf, die Umsetzung einer solchen Vereinbarung zwischen den beiden Verbänden durch die Erleichterung des Verkehrs von Spielern und Offiziellen sowie von Waren und Ausrüstung nach, aus und in Palästina mit vollen Kräften zu unterstützen. In Absprache mit der AFC und der UEFA wird die FIFA eine unabhängige Person oder Kommission mit der Überwachung des Mechanismus vor Ort beauftragen. Diese Person/Kommission wird dem FIFA-Exekutivkomitee bei der Sitzung im Dezember Bericht erstatten.
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Ethik
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Michael J. Garcia, Vorsitzender der Untersuchungskammer der Ethikkommission, informierte über die Arbeit seiner Kommission, einschließlich der Untersuchung über das Bewerbungsverfahren für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaften™ 2018 und 2022*.


Reformen**
Exekutivkomiteemitglied Dr. Theo Zwanziger gab einen Überblick über die wichtigsten Errungenschaften des FIFA-Governance-Reformprozesses. Bei den verbliebenen Punkten lehnte der Kongress die Einführung sowohl einer Altersbeschränkung für Offizielle – weil diskriminierend – als auch einer Amtszeitbeschränkung ab.

Frauenfussball
Zur Förderung des Frauenfussballs verabschiedete der Kongress zehn Entwicklungsgrundsätze, die die Arbeitsgruppe für Frauenfussball unter der Leitung des berufenen Exekutivkomiteemitglieds Moya Dodd vorgelegt hatte. Für den nächsten Zyklus wurde zudem eine Verdoppelung der Entwicklungsgelder für den Frauenfussball beschlossen.

Der Kongress verlängerte zudem die Mandate der beiden ins Exekutivkomitee berufenen Frauen – Moya Dodd (Australien) und Sonia Bien-Aime (Turks- und Caicos-Inseln) – um ein Jahr. 

Bekämpfung von Spielmanipulationen
Der Kongress wurde eingehend über die FIFA-Integritätsinitiative informiert, die verschiedene Maßnahmen in den Bereichen Prävention, Risikomanagement, Informationsbeschaffung, Ermittlung und Sanktionen lanciert hat und die FIFA bei ihren Bemühungen zum Schutz der Integrität des Fussballs unterstützt.

Die FIFA hat ferner den Radar der Early Warning System GmbH ausgedehnt, die neben den FIFA-Wettbewerben nun auch Topspiele ausserhalb Europas überwacht.

*Klubbesitz durch Dritte *
Thema des Kongresses war ebenfalls die Problematik von Dritteigentum an wirtschaftlichen Spielerrechten, zu der Geoff Thompson, Vorsitzender der Kammer zur Beilegung von Streitigkeiten, neueste Informationen vorlegte. Angesichts der Komplexität der Angelegenheit wurde die Bildung einer Arbeitsgruppe unter dem Dach der FIFA-Kommission für den Status von Spielern angekündigt, die alle möglichen Regelungen unter Einbindung und in Rücksprache mit allen maßgebenden Interessengruppen der internationalen Fussballgemeinschaft analysieren wird.     

Vermittler
Der Kongress verabschiedete die nötigen Statutenänderungen zum Inkrafttreten des neuen Reglements zur Arbeit mit Vermittlern, das vom FIFA-Exekutivkomitee zuvor genehmigt worden war. Das Reglement tritt am 1. April 2015 in Kraft.  

Weitere Punkte
- Verabschiedung des Tätigkeitsberichts 2013 
- Wahl von Fiti A. Sunia (Amerikanisch-Samoa) in die Disziplinarkommission als Ersatz für Edmond Bowen (Neukaledonien)

FIFA-Präsident Blatter überreichte José Maria Marin, dem Präsidenten des brasilianischen Fussballverbands, zu Ehren des 100-Jahr-Jubiläums des am 8. Juni 1914 gegründeten brasilianischen Fussballverbands eine Erinnerungstafel.

Alle 209 FIFA-Mitgliedsverbände waren beim 64. FIFA-Kongress anwesend. Die nächsten Kongresse finden in Zürich (28./29. Mai 2015) und Mexiko-Stadt (26./27. Mai 2016) statt.

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