AFC Asien-Pokal 2019

Arnold: Kein zusätzlicher Druck für uns als Asienmeister

© Getty Images
  • Australiens neuer Trainer Graham Arnold sprach im Vorfeld des AFC Asien-Pokals mit FIFA.com
  • Die Socceroos reisen als Titelverteidiger in die Vereinigten Arabischen Emirate
  • "Es rücken gute, junge Spieler nach, die ihre Chance bekommen werden"

Australien fährt als Titelverteidiger zum bevorstehenden AFC Asien-Pokal. Der neue Trainer hat das Team einer umfangreichen Verjüngung unterzogen. Graham Arnold übernahm das Ruder nach der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™. Vor gut einem Jahrzehnt hatte er die Mannschaft bereits interimsweise geführt und mit ihr den AFC Asien-Pokal 2007 bestritten

In den 1980er und 90er Jahren war Arnold selbst als Stürmer für die Socceroos aktiv. Später war er dann längere Zeit Assistenztrainer des Teams, so auch während der WM-Endrunden 2006 und 2010, wobei er längere Zeit unter Guus Hiddink arbeitete. Arnold hat bereits eine enorm erfolgreiche Karriere in der A-League hinter sich. Er gewann die australische Meisterschaft mit den Central Coast Mariners und mit dem FC Sydney. Seinen Teams impft er eine moderne, schnelle Spielweise ein.

Die Asienmeisterschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten wird in einem veränderten Format mit nunmehr 24 teilnehmenden Teams ausgetragen. Der Kader der Australier erinnert dabei kaum noch an das Team, das vor vier Jahren im eigenen Land erstmals den Titel holte. So sind mit Tim Cahill und Mile Jedinak die zwei Spieler zurückgetreten, die im vorherigen WM-Zyklus nicht weniger als 40 Prozent der Tore beisteuerten.

Arnold sprach gegenüber FIFA.com über die Ambitionen seines Teams, seine Fussballphilosophie, den aktuellen Umbau des Teams sowie die Erwartungen für den AFC Asien-Pokal 2019.

FIFA.com: Was bedeutet es Ihnen als ehemaligem Socceroo, dass Sie nun selbst die Nationalmannschaft trainieren?
Graham Arnold: Ich empfinde das als große Ehre. Wenn man als Jugendlicher beginnend an der Basis all die Altersstufen durchläuft und für die Nachwuchsteams spielt, hat man natürlich den Wunsch, eines Tages auch für die A-Nationalmannschaft zu spielen. Das ist die höchste Auszeichnung für einen Spieler. Wenn man dann nach 18 Jahren im Trainergeschäft schließlich auch das Nationalteam trainiert, ist das natürlich eine große Ehre. Für mich ist das jedenfalls etwas ganz Besonderes.

Wie sehr haben Sie sich als Trainer weiter entwickelt, seitdem Sie 2007 das Nationalteam als Interimstrainer betreut haben?
Das kann man wohl so ungefähr vergleichen mit der Antwort auf die Frage, wie sehr sich ein Spieler zwischen dem 7. und dem 18. Jahr entwickelt. Man lernt natürlich unglaublich viel in dieser Zeit. Man lernt aus Fehlern, man wird älter und reifer, man sammelt Erfahrungen. Eigentlich kann man das gar nicht vergleichen.

Wie wichtig ist es Ihnen, auch bei den heutigen Spielern die Geschichte und das Ansehen des Nationaltrikots in Ehren zu halten?
Das ist das Wichtigste. Manchmal müssen Spieler daran erinnert werden, welch großes Glück sie haben und wie sehr sie vom Publikum und den Fans verehrt werden, wenn sie das australische Trikot tragen. Es gibt nichts darüber. Man kann in der Karriere für zehn Klubs oder sogar noch mehr spielen, aber nur für ein Land. Das sind also ganz besondere Momente.

Wie stark ist ihr Kader für den nächsten WM-Zyklus nach dem Rücktritt mehrerer sehr profilierter Spieler?
Leider kommt für jeden irgendwann einmal der Tag des Rücktritts. Mile [Jedinak] und Timmy [Cahill] waren fantastische Socceroos. Sie haben sehr lang in der Nationalmannschaft gespielt und waren großartige Führungspersönlichkeiten. Aber niemand ist unersetzlich. Jeder Einzelne hat seine persönlichen Stärken und ist wertvoll für das Team. Wir haben mehrere sehr gute, junge Spieler, die ihren Weg machen und sie alle werden ihre Chance bekommen.

Bedeutet es zusätzlichen Druck, als amtierender Asienmeister in das Turnier zu gehen?
Was mich betrifft eigentlich nicht. Wenn wir die Asienmeisterschaft vor einem Jahr gewonnen hätten, wäre es vielleicht so. Doch es ist vier Jahre her und in vier Jahren passiert eine ganze Menge. Wir waren in dieser Zeit wie einige andere asiatische Teams bei einer Weltmeisterschaft und die anderen Nationen haben dort Spiele gewonnen, aber wir nicht. Es geht darum, beim bevorstehenden Asien-Pokal unser Bestes zu geben und gute Leistungen zu zeigen.

Sehen Sie eine zusätzliche Herausforderung darin, dass das Turnier in Westasien stattfindet?
Westasien könnte für uns eigentlich sogar angenehmer sein als Ostasien, weil dort [Anfang des Jahres] die Luftfeuchtigkeit nicht so hoch ist. In den Vereinigten Arabischen Emiraten wird das Wetter um diese Jahreszeit perfekt sein und auch die Plätze werden in sehr gutem Zustand sein. Ich erwarte, dass wir keine Anpassungsschwierigkeiten haben.

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