FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011™

Frankreich nach Elfer-Krimi weiter

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In einem an Dramatik kaum zu überbietenden Viertelfinale setzte sich Frankreich im Elfmeterschießen durch und steht als erster Halbfinal-Teilnehmer der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011™ fest. 5:4 (0:0, 1:1) hieß es am Ende für die Bleues.

Obwohl die Französinnen zum ersten Mal in einem WM-Viertelfinale standen, hatten sie den psychologischen Vorteil auf ihrer Seite, da sie sich in den letzten zehn Begegnungen gegen England nicht geschlagen geben mussten. Das erste Ausrufezeichen der Partie setzten allerdings die Three Lionesses. Nach knapp 16 Sekunden spielte sich Kelly Smith auf der rechten Seite frei, umkurvte geschickt Frankreichs Torfrau Celine Deville und schloss aus spitzem Winkel ab. Der Ball konnte jedoch abgeblockt werden. Die muntere Partie nahm schnell an Fahrt auf. In der vierten Minute versuchte es Camille Abily mit einem Distanzschuss, der knapp über die Querlatte flog. In der Folgezeit suchten beide Mannschaften nach einem Rezept den Gegner zu überwinden. So spielte Gaetane Thiney ihre Teamkollegin Abily frei, die aus knapp 15 Metern abzog, jedoch ohne Erfolg blieb (12.). Im Gegenzug sorgte Rachel Yankey für Gefahr im Strafraum der Bleues, als sie aus vollem Lauf abzog - keine Gefahr für Deville, die das runde Leder ohne Probleme aus der Luft pflückte. Die Engländerinnen setzten in der Folgezeit nach. Eine Flanke von Karen Carney musste Laura Georges zur Ecke klären. Das Team von Trainer Hope Powell blieb im Angriff allerdings ideenlos, versuchte immer wieder mit langen Bällen auf Ellen White zum Erfolg zu kommen.

Frankreich wurde dagegen langsam stärker. In der 25. Minute hatte Thiney den Führungstreffer auf dem Fuß, als sie den Ball aus zentraler Position mit voller Wucht in Richtung gegnerisches Gehäuse schickte. Englands Torfrau Karen Bardsley war jedoch zur Stelle. Nach einer Ecke flog ein Schuss von Necib (29.) nur wenige Zentimeter über die Querlatte. In der Schlussphase des ersten Abschnittes kontrollierten die Französinnen die Partie, hatten mehr Spielanteile, waren im Abschluss aber zu unpräzise. Beide Teams standen nach dem Seitenwechsel in der gleichen Formation auf dem Platz. Drei Minuten nach Wideranpfiff kam Marie-Laure Delie aus knapp 15 Metern zum Schuss und verzog nur klapp. Den Führungstreffer erzielten dann jedoch die Three Lionesses. Nach einem langen Ball waren sich Laure Lepailleur und Sabrina Viguier nicht einig, Jill Scott profitierte von diesem Fehler, nahm den Ball mit und schickte ihn in das gegnerische Netz. Die Partie nahm nun deutlich an Fahrt auf, die Französinnen bauten ihre Angriffsversuche weiter aus. Sonia Bompastor (73.) scheiterte mit einem Freistoß an der gegnerischen Mauer. Elodie Thomis versuchte es aus spitzem Winkel, Delie vergab im Nachschuss.

In den letzten Minuten war die Partie an Dramatik kaum zu überbieten. Thiney passte in der 85. in die Mitte auf Thomis, die sich alleine auf dem Weg Richtung Tor aufmachte und ihren Meister in Schlussfrau Bardsley fand. Einen Kopfball von Laure Lepailleur (86.) konnte Ellen White gerade noch auf der Linie retten. In der 88. Minute wurden die Versuche Frankreichs belohnt, als Elise Bussaglia den Ball in den Winkel zirkelte.

Das Spiel musste in der Verlängerung oder im Elfmeterschießen entschieden werden und die Französinnen machten dort weiter, wo sie aufgehört hatten: Mit einem Sturmlauf auf den gegnerischen Strafraum. Thomis und Thiney sorgten immer wieder für Gefahr. England versuchte es immer wieder mit langen Bällen und kam in Minute 103 zu einer sehr guten Möglichkeit, Ellen White traf jedoch nur das Außennetz. Das Team von Coach Bruno Bini hatte mehr vom Spiel, konnte seine Überlegenheit aber nicht nutzen.

Im Elfmeterschießen wurden Claire Rafferty und Faye White zu den tragischen Figuren der Partie, als beide ihre Elfmeter nicht verwandeln konnten und damit das Aus ihrer Mannschaft besiegelten. Für Frankreich ist es der erste Halbfinaleinzug bei einer Frauen-WM überhaupt.

*Spielerin des Spiels: Camille Abily (Frankreich) *

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