FIFA Congress

FIFA-Kongresse: Eine Reise durch die Geschichte

FIFA president Joseph S. Blatter speaks to the delegates during the 60th FIFA Congress
© Getty Images

In der kommenden Woche findet in Zürich der 61. FIFA-Kongress statt. Hier kommen Vertreter aller Mitgliedsverbände zum "Fussballparlament" zusammen. Der Kongress, das höchste Entscheidungsorgan des Weltfussballverbands, trägt eine ganz besondere Verantwortung für die Entwicklung des Spiels, das sich seit der Gründung der FIFA am 21. Mai 1904 grundlegend verändert hat. Damals unterzeichneten Vertreter aus Frankreich, Belgien, Dänemark, den Niederlanden, Spanien (repräsentiert durch Real Madrid), Schweden und der Schweiz in Paris das Gründungsprotokoll. FIFA.com blickt auf die reiche Geschichte des FIFA-Kongresses zurück und ruft einige der vielen Meilensteine ins Gedächtnis, die es im Laufe der Jahrzehnte gab.

1908:5. FIFA-Kongress in WienVor über 100 Jahren betraute sich der Kongress selbst mit der Organisation von A‑Länderspielen. 23 Spiele wurden für die Saison 1908/09 angesetzt, wobei Ungarn und Deutschland die meisten absolvierten (je sieben Partien). Die Zahlen stehen in krassem Gegensatz zu denen von heute, denn mittlerweile werden pro Jahr im Männer- und Frauenfussball weit über 1.000 Spiele ausgetragen. Außerdem fand 1908 in London unter der Ägide des englischen Fussballverbands FA und der FIFA das erste offizielle Olympische Fussballturnier statt.

1929:18. FIFA-Kongress in Barcelona1929 waren bereits 23 Verbände vertreten. In jenem Jahr wurde zum ersten Mal die Ausrichtung der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ vergeben. Nur zwölf Monate nachdem das Thema beim Kongress in Amsterdam zum ersten Mal aufs Tapet gekommen war, nahm Jules Rimets Traum von einem internationalen Turnier bereits Form an. Uruguay wurde als Ausrichter der ersten FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ bekannt gegeben. Es war der argentinische Vertreter Dr. Beccar Varela, der sich erfolgreich für seine südamerikanischen Nachbarn einsetzte. Dabei wurde unter anderem damit argumentiert, dass es in der Region ein enormes Entwicklungspotenzial für den Fussball gäbe. Weitere Argumente waren die Feier der politischen Unabhängigkeit Uruguays sowie die Goldmedaillen des Landes bei den beiden vorangegangenen Olympischen Spielen.

1946:25. FIFA-Kongress in LuxemburgDies war der erste FIFA-Kongress nach dem II. Weltkrieg, an dem 34 Mitgliedsverbände teilnahmen. Hier wurden zahlreiche weitreichende Entscheidungen getroffen, und im offiziellen Protokoll wird die Versammlung als "eine der bedeutendsten überhaupt" bezeichnet. Dank der diplomatischen Fähigkeiten von Jules Rimet kehrten die vier britischen Verbände (England, Nordirland, Schottland und Wales) nach fast 20-jähriger Abwesenheit in den Schoß der FIFA zurück. Die Rückkehr der britischen Verbände wurde im folgenden Jahr mit einem Spiel zwischen einer britischen Mannschaft und einer FIFA-Auswahl im Hampden Park in Glasgow gefeiert. Das Ereignis wurde in der Presse als "Spiel des Jahrhunderts" bezeichnet.

Aber das waren noch nicht alle wichtigen Entscheidungen, die in diesem Jahr getroffen wurden. Unter anderem wurde der FIFA WM-Pokal zu Ehren des damaligen Präsidenten in Jules-Rimet-Pokal umbenannt. Außerdem wurde Brasilien als Gastgeber der nächsten FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ bekannt gegeben (geplant für 1949, tatsächlich aber 1950 ausgetragen). Die Schweiz sollte das darauf folgende Turnier ausrichten. Des Weiteren stimmten die Delegierten dem Antrag der südamerikanischen Fussball-Konföderation CONMEBOL zu, Spanisch zu einer offiziellen FIFA-Sprache zu machen.

2003:Der außerordentliche FIFA-Kongress in DohaDer Kongress des Jahres 2003, 99 Jahre nach der Gründung des Weltfussballverbands, war aus unterschiedlichen Gründen bemerkenswert. Zum einen war es der erste Kongress, an dem Vertreter jedes einzelnen Mitgliedsverbands teilnahmen – damals waren es 204. Zum anderen kam dem Veranstaltungsort Doha (Katar) besondere Bedeutung zu, denn dies war der erste Kongress, der im Nahen Osten stattfand. Der wichtigste Tagesordnungspunkt war die Ratifizierung der neuen Statuten, die am 1. Januar 2004 in Kraft traten. Die neuen Statuten trugen den Bedürfnissen eines sportlichen und gesellschaftlichen Umfelds Rechnung, das sich in stetigem Wandel befindet. In fussballerischer Hinsicht wurde die Notwendigkeit der Harmonisierung des internationalen Spielekalenders vorgebracht. Das Ergebnis war die erfolgreiche Einführung des heutigen Systems.

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