Favoriten lassen auswärts Punkte liegen

Gould Morgan Leonard of South Africa controls the ball during the 2014 FIFA world cup qualifier
© AFP

An allen Ecken und Enden Afrikas standen am Samstag in der zweiten Runde der Afrika-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ spannende Auswärtspartien für die Favoriten der Region auf dem Programm. Dabei konnte sich nur Tunesien auf fremdem Platz durchsetzen. Am Sonntag werden am zweiten von insgesamt sechs Spieltagen der Gruppenrunde zehn weitere Partien ausgetragen. Nur die Gruppensieger ziehen in die letzte Runde ein.

Spiel des TagesMarokko – Elfenbeinküste 2:2
Tore: Houssine Kharja (41.), Hamza Abourazzouk (89.); Salomon Kalou (8.), Kolo Touré (60.)

In einem nächtlichen Kampf der Giganten konnte sich Nachwuchsstar Kalou von seinen Bewachern befreien und markierte den Auftakttreffer. Dann allerdings verwandelte Kharja noch vor der Halbzeitpause einen Handelfmeter und sorgte damit für den Ausgleich. Er hatte auch letzte Woche den späten Ausgleichstreffer seines Teams gegen Gambia erzielt. Die selbstbewusst auftretenden Ivorer waren dann überzeugt davon, dass sie den Sieg in der Tasche hatten, als Manchester Citys Verteidiger Kolo Touré nach einem Eckball per Kopf in die Maschen traf. Aber die Marokkaner boten über den gesamten Spielverlauf hinweg eine hervorragende Leistung und Abourazzouk traf kurz vor Schluss per Kopf zum verdienten Ausgleich. Marokko hat damit zwei Punkte auf dem Konto, während die Elfenbeinküste Gruppe C nun mit vier Zählern anführt und seit 15 Qualifikationsspielen keine Niederlage mehr hinnehmen musste.

Die anderen Spiele
Im anderen Hingucker des Tages setzte sich Afrikameister Sambia mit 1:0 gegen Ghana durch. Das frühe Siegtor erzielte Mannschaftskapitän Chris Katongo. Mit demselben Ergebnis hatte sich das Team gegen diesen Gegner bereits Anfang des Jahres im Halbfinale des CAF Afrikanischen Nationen-Pokals durchgesetzt. Nach diesem Resultat haben in Gruppe D nun drei Teams drei Punkte auf dem Konto. Ghana und Sambia sind nämlich punktgleich mit Sudan, das sich am letzten Wochenende gegen die Sambier durchsetzen konnte und am Sonntag in Maseru gegen Lesotho antritt. Die Sudanesen sind favorisiert und könnten nach dem Spieltag alleiniger Tabellenführer sein. Nigeria konnte in Blantyre gegen Malawi einen Torerfolg feiern, allerdings erst in der 89. Minute, als Ruben Gabriel das Leder nach einem Freistoß per Kopf im gegnerischen Gehäuse unterbrachte. Damit schien er für die Super Eagles den zweiten Sieg in Folge nach einem späten Treffer perfekt gemacht zu haben. Allerdings hatte man die Rechung ohne Malawis Einwechselspieler John Banda gemacht, der dem viermaligen WM-Teilnehmer ein Schippchen schlug und mit seinem Team in Gruppe F das zweite Unentschieden in Folge feiern konnte. Die Namibier schoben sich in dieser Gruppe auf den zweiten Tabellenplatz vor, nachdem sie sich mit einem Treffer von Henrico Botes in der 85. Minute einen knappen Sieg gegen Kenia sichern konnten.

Genau wie Nigeria hatte auch Südafrika Probleme im Abschluss und musste sich auswärts mit einem 1:1-Unentschieden zufriedengeben. Die Gastgeber aus dem Nachbarland Botswana ließen zunächst in der ersten Halbzeit mit einem Schuss ans Gebälk aufhorchen, gerieten dann allerdings durch einen Treffer von Morgan Gould nach schöner Vorbereitung von Steven Pienaar zunächst in Rückstand. Sie ließen sich davon jedoch nicht beirren und schlugen noch vor der Halbzeitpause aus einem Abwehrfehler der Bafana Bafana Kapital. Torschütze des Ausgleichstreffers war Ofentse Nato. Der Gastgeber der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™ vergab im zweiten Durchgang noch eine ganze Reihe von Chancen und musste sich am Ende mit dem Remis begnügen. Damit hat das Team in Gruppe A nun zwei Punkte auf dem Konto, nachdem man am ersten Spieltag zu Hause gegen Äthiopien ebenfalls nicht über ein Unentschieden hinausgekommen war. In der Folge war Nationaltrainer Pitso Mosimane entlassen worden.  Senegal hatte sich von der Reise nach Kampala ebenfalls mehr erhofft, aber Uganda gelang im zweiten Spiel in Folge ein später Treffer, und das Team sicherte sich ein weiteres 1:1-Unentschieden. Papiss Demba Cissé brachte den Favoriten der Gruppe J zunächst in Führung, und alles deutete darauf hin, als würde das Team den knappen Sieg über die Zeit bringen. Aber die Ugander zeigten sich in der gesamten zweiten Spielhälfte äußerst kampfstark und erzielten gegen Ende per Elfmeter den Ausgleichstreffer.

In Gruppe E konnten die beiden gastgebenden Teams Gabun und Kongo die maximale Punktzahl einfahren und führen die Tabelle mit je vier Punkten nun gemeinsam an. Die Gabuner setzten sich dank eines Kopfballtors von Remy Ebanega nach einem Freistoß in der zweiten Halbzeit mit 1:0 durch. Kongo hatte im gesamten zweiten Durchgang gegen Niger einen Mann mehr auf dem Platz, nachdem Mohamed Chikoto einen Platzverweis kassiert hatte. Den Siegtreffer konnte das Team aber erst in der 86. Minute erzielen. Torschütze war der gebürtig aus Frankreich stammende Einwechselspieler Francis Malonga. In Gruppe B führt Tunesien die Tabelle mit sechs Punkten an, nachdem das Team sich auswärts mit 2:1 gegen Kap Verde durchsetzen konnte. Saber Khalifa brachte die Gäste nach einer Viertelstunde in Führung, Odair Fortes sorgte jedoch noch im ersten Durchgang für den Ausgleich. Kurz nach der Pause gingen die Tunesier dann durch ein Kopfballtor von Issam Jemaa, den Führenden der ewigen Torjägerliste des Landes, erneut in Führung. Sierra Leone konnte zwar nicht mit den Tunesiern Schritt halten, erreichte aber auswärts gegen Äquatorial-Guinea ein beeindruckendes 2:2-Unentschieden. Die Tore fielen kurz hintereinander, Torschützen waren Samuel Barlay and Ibrahim Bangura.

Spieler des TagesJuvenal (Äquatorial-Guinea)
Der Routinier und Mannschaftskapitän hatte bereits an zwei vorherigen WM-Qualifikationen teilgenommen und erzielte beide Treffer der Gastgeber gegen ein beeindruckendes Aufgebot von Sierra Leone. Als die Hausherren dann allerdings wegen eines Handspiels im Strafraum einen Elfmeter zugesprochen bekamen, jagte der Spieler, der auf Vereinsebene in der zweiten spanischen Liga spielt, den Schuss über die Latte. Damit vergab er seine Chance auf einen Hattrick. In der ersten Qualifikationsrunde war der 33-Jährige gegen Madagaskar vom Elfmeterpunkt erfolgreich gewesen.

*Statistik *1 – Die Anzahl afrikanischer Mannschaften von insgesamt 20 teilnehmenden Ländern, die bis Samstag nach den ersten beiden Spieltagen zwei Siege verbuchen können. Nur Tunesien sicherte sich die maximale Punkteausbeute.

Zitat
"Sambia hat seine Sache in der ersten Halbzeit gut gemacht, aber im zweiten Durchgang haben wir das Spielgeschehen bestimmt und viele Chancen herausgespielt. Deshalb glauben wir, dass wir es verdient gehabt hätten, aus diesem Spiel Zählbares mitzunehmen."
Emmanuel Agyemang-Badu (Mittelfeldspieler, Ghana), der auf Vereinsebene in Italien aktiv ist

Die Ergebnisse/Paarungen des 2. Spieltages im Überblick

Samstag, 9. Juni:
Malawi - Nigeria 1:1
Botsuana – Südafrika 1:1
Sambia - Ghana 1:0
Gabun - Burkina Faso 1:0
Kongo - Niger 1:0
Uganda - Senegal 1:1
Kap Verde – Tunesien 1:2
Äquatorial-Guinea - Sierra Leone 2:2
Namibia - Kenia 1:0
Marokko – Elfenbeinküste 2:2

Sonntag, 10. Juni:
Lesotho - Sudan
Mosambik - Simbabwe
Äthiopien - Zentralafrikanische Republik
Tansania - Gambia
Guinea - Ägypten
Libyen - Kamerun
Mali - Algerien
Liberia - Angola
Ruanda - Benin
Kongo DR - Togo

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