Europas Favoriten geben sich keine Blöße

German defender Jonas Hector (R) celebrates with teammates after scoring
© AFP

TAGESRÜCKBLICK – Im ersten Teil des vierten Spieltages der Europa-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ gingen die Favoriten äußerst konzentriert zu Werke und konnten sich in den Gruppen allesamt an die Spitze setzen bzw. den Vorsprung auf die Konkurrenz ausbauen. FIFA.com fasst das Geschehen vom Freitagabend zusammen.

Die Ergebnisse*
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11. November
Gruppe A: Frankreich – Schweden 2:1
Gruppe C: San Marino – Deutschland 0:8, Nordirland – Aserbaidschan 4:0, Tschechische Republik – Norwegen 2:1
Gruppe E: Armenien – Montenegro 3:2, Rumänien – Polen 0:3, Dänemark – Kasachstan 4:1
Gruppe F: England – Schottland 3:0, Malta – Slowenien 0:1, Slowakei – Litauen 4:0

Das Spiel des Tages*
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England – Schottland 3:0*
Tore: 1:0 Daniel Sturridge (24.), 2:0 Adam Lallana (50.), 3:0 Gary Cahill (61.)*

Viel wurde im Vorfeld über das Duell zwischen den Three Lions *und den *Bravehearts geredet, zu groß ist die Rivalität zwischen den beiden Ländern. Im Wembley Stadion von London allerdings entwickelte sich eine weitgehend einseitige Partie zugunsten der Gastgeber, die dank dreier Kopfballtore von Sturridge, Lallana und Cahill jubeln durften. In der Gruppe F bleibt das Team von Interimstrainer Gareth Southgate damit ungeschlagen und ohne Gegentor (10 Punkte, 6:0 Tore). Die Bravehearts dagegen liegen mit vier Punkten auf dem vorletzten Rang.

Die anderen Partien
In zwei weiteren Spielen der Staffel hatte Slowenien beim 1:0-Erfolg bei den bislang punktlosen Maltesern mehr Mühe als erwartet, die Slowakei hingegen ließ Litauen keine Chance und siegte deutlich.

Seinen Status als Titelverteidiger untermauerte Deutschland auf dem Weg nach Russland einmal mehr. Mit dem 8:0-Erfolg gegen San Marino holte die DFB-Auswahl den vierten Sieg im vierten Spiel und hat bislang noch kein Gegentor kassiert (16:0). In der Tabelle der* Gruppe C* liegt das Team von Bundestrainer Joachim Löw unangefochten auf Rang eins (12 Punkte) vor Nordirland und Aserbaidschan (beide 7).

Die Aserbaidschaner kassierten nach zuvor zwei Siegen und einem Remis in Belfast die erste Niederlage dieser Qualifikation. Wieder hoffen kann die Tschechische Republik (5), die gegen Norwegen den ersten Dreier einfuhr und nun in Schlagdistanz zu Nordirland und Aserbaidschan liegt.

In der Gruppe E kann sich Polen vor allem auf Kapitän Robert Lewandowski verlassen, der mit einem Doppelpack beim 3:0-Sieg in Rumänien zum Matchwinner für die Osteuropäer avancierte. Der Torjäger vom FC Bayern München hat nun in neun WM-Qualifikationsspielen in Folge getroffen.

Verfolger Montenegro kassierte unterdessen trotz einer 2:0-Führung in Armenien eine überraschende 2:3-Niederlage. Der Siegtreffer im Republican Stadium durch Gevorg Ghazaryan fiel erst in der 94. Minute. Für die Gastgeber waren es im ersten Spiel unter Artur Petrosyan die ersten drei Punkte überhaupt, für Montenegro die erste Pleite.

Vize-Europameister Frankreich hatte in der Gruppe A **gegen die bis dahin punktgleichen Schweden mehr Mühe als erwartet und musste zu Beginn des zweiten Abschnittes durch Emil Forsberg einen 0:1-Rückstand hinnehmen, den Paul Pogba (58.) und Dimitri Payet (65.) binnen weniger Minuten drehten.

*Der Spieler des Tages
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Dänemarks Christian Eriksen galt lange Zeit als eines der größten Talente seines Landes. Enge Ballführung, Eleganz, dazu ein gutes Auge, gepaart mit einem erstklassigen Torschuss - die Qualitäten ließen schon in seinen jungen Jahren Vergleiche zum legendären Michael Laudrup aufkommen. Inzwischen ist der 24-Jährige Mittelfeldspieler von Tottenham Hotspur zum absoluten Leader von Danish Dynamite gereift und hat die Erwartungen mehr als bestätigt. Gegen Kasachstan übernahm er einmal mehr die Verantwortung vom Elfmeterpunkt (36. Minute) und stellte mit seinem zweiten Treffer des Abends den 4:1-Endstand her. Mit nunmehr drei Toren in vier Spielen ist Eriksen Dänemarks Top-Scorer.

Hätten Sie's gewusst?*
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95 Spiele hat Joachim Löw als Bundestrainer gewonnen und damit den bisherigen Rekordhalter Sepp Herberger als deutschen Coach mit den meisten Siegen überholt. Auch weltweit findet man keinen Nationaltrainer, der so oft jubeln durfte wie der 56-Jährige. 142 Spiele benötigte Löw lediglich für diesen Rekord (bei 24 Unentschieden und 23 Niederlagen). Damit hat er eine Siegquote von 67 Prozent – auch das hat bisher kein anderer Bundestrainer geschafft (Sepp Herberger: 167 Spiele, 94 Siege). 

Das Zitat
*"Es gibt viele Teams, die gegen uns verteidigen. Das haben wir bereits gegen die Niederlande festgestellt. Es zeigt, dass die Gegner uns fürchten und wir müssen dafür Lösungen finden. Ich habe kein einfaches Spiel erwartet, daher ist es großartig, dass wir die drei Punkte haben. Noch ist nichts entschieden, aber dieses Ergebnis ist wichtig für uns.
" *
*Didier Deschamps (Trainer, Frankreich) * **

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