FIFA Congress

Eröffnungszeremonie voller Emotionen

Grace Jones performs with dancers during the 61st FIFA Congress Opening Ceremony
© Getty Images

Am heutigen 31. Mai 2011 fand im Zürcher Hallenstadion die Eröffnungszeremonie zum 61. FIFA-Kongress statt. Neben kulturellen Darbietungen von Schweizer und internationalen Künstlern hielten mehrere Persönlichkeiten aus Politik und Sport kurze Grußansprachen. FIFA.com fasst die emotionalen Höhepunkte der anderthalbstündigen Zeremonie für Sie zusammen.

Der Tradition folgend erklang zu Beginn der Veranstaltung die von Franz Lambert komponierte FIFA-Hymne. Dabei wurden die Nationalflaggen aller 208 Mitgliedsverbände des Weltfussballverbands präsentiert. Danach hieß es "Bühne frei" für den 21-jährigen Jongleur Alan Šulc aus der tschechischen Zirkusfamilie Berousek. Seine im Tanzschritt nach irischer Musik vorgetragenen Jongleurkünste - die ihm übrigens bereits mehrere Weltrekorde bescherten - sorgten bei den rund 1.200 Gästen für Begeisterungsstürme.

Als Moderatorin führte Melanie Winiger durch den Abend. Die frühere Miss Schweiz begrüßte die Anwesenden mit den Worten: "Herzlich Willkommen bei dieser Eröffnungszeremonie! Wir haben soeben Alan Šulc gesehen, doch es gibt noch zahlreiche weitere Highlights an diesem Abend. Nun ist es mir eine große Ehre, den Gastgeber dieser Veranstaltung vorzustellen: FIFA-Präsident Joseph S. Blatter."

Die erste Grußansprache war dem Präsidenten der FIFA vorbehalten, der zunächst ebenfalls die anwesenden Gäste willkommen hieß: "Wir leben in einer Welt mit vielen Veränderungen und Problemen. Problemen aus der Natur wie in Haiti, Chile, Pakistan, Australien, Neuseeland oder kürzlich Japan. Veränderungen für Menschen in verschiedenen Gebieten. Ich dachte, dass der Fussball in dieser Welt dank seiner Werte Respekt, Fairplay und Disziplin eine verbindende Rolle spielen könnte. Aber das scheint nicht der Fall zu sein. Die FIFA-Pyramide wackelt. Doch der Fussball muss geschützt werden."

Nach Joseph S. Blatter betrat sein Landsmann und Musiker Nicolas Senn die Bühne, um dem Publikum einige Variationen auf dem Hackbrett, einem traditionellen Saiteninstrument, zu Gehör zu bringen. Dabei handelt es sich um ein Instrument mit einem trapezförmigen Korpus aus Holz, auf dem sich zwei Reihen mit jeweils ca. 15 festen Stegen befinden, über die 90 bis 120 Metallsaiten laufen, die wiederum zu beiden Seiten des Resonanzkörpers aufgebracht sind. Senn entlockte seinem Instrument eine erstaunliche Klangvielfalt, die von klassischen über zeitgenössische Kompositionen bis hin zu folkloristischen Stücken reichte.

Danach ergriff die Stadtpräsidentin von Zürich, Corine Mauch, das Wort und erklärte: "Es ist mir eine große Ehre, Sie alle herzlich in Zürich empfangen zu dürfen. Ich bin stolz, dass Zürich seit 1932 die Heimatstadt der FIFA ist. Dies lässt Zürich eine Welthauptstadt des Fussballs sein. Zürich ist eine sehr internationale Stadt mit zahlreichen Nationalitäten, und ich denke, das trifft auch auf die FIFA zu. Die Werte der FIFA wie Disziplin, Solidarität und soziale Verantwortungen sind Werte, die auch von der Stadt Zürich geteilt werden. Ich wünsche Ihnen einen schönen Aufenthalt in unserer Stadt."

Es folgte eine klassische Balleteinlage, bevor Jacques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, auf die Bühne gebeten wurde. "Ich freue mich, für dieses Zusammentreffen für die beliebteste Sportart hier zu sein. Es war eine exzellente Weltmeisterschaft in Afrika letztes Jahr. Eine großartige Organisation und viel Enthusiasmus in Südafrika. Das ist definitiv ein Meilenstein für eine Sportveranstaltung. Die Weltmeisterschaft und die Olympischen Spiele haben seit langer Zeit eine synergetische Beziehung zueinander. Das IOC und die FIFA haben gemeinsam gelernt, zu organisieren. Die WM 2014 wird den Olympischen Spielen 2016 sicher helfen. Es ist notwendig, dass die FIFA und das IOC weiter zusammenarbeiten. Wir pflegen bereits eine intensive Zusammenarbeit in vielen Dingen für den Sport: Kampf gegen Doping und gegen illegale und irreguläre Wetten sowie die Definition der Spezifität des Sports, um nur einige Beispiele zu nennen", so der IOC-Präsident in seiner kurzen Grußrede.

Anschließend kam es zum künstlerischen Höhepunkt des Abends: dem Auftritt von Grace Jones. Die aus Jamaika stammende vielseitige Künstlerin ist den Kinobesuchern vor allem aus dem James-Bond-Film "Im Angesicht des Todes" bekannt. Darüber hinaus war und ist sie auch als Sängerin und Model erfolgreich. Ihr Song "La vie en rose" versetzte das Publikum förmlich in Gänsehautstimmung!

Nach dieser emotionalen Vorstellung trat Micheline Calmy-Rey, Bundespräsidentin der Schweizerischen Eidgenossenschaft, ans Mikrofon. "Was ich am Fussball mag, ist die Tatsache, dass er eine Sportart für Individualisten und Teams ist. Nichts wäre möglich ohne das Engagement jedes Einzelnen. Der Fussball lehrt Toleranz. Fussball ist universal, Fussball ist eine weltweiter Link, der Rassen und Farben miteinander mischt. Und ohne die FIFA wäre es nicht möglich, den weltweiten Fussball zu leben. Ich denke, Ihr Slogan 'Develop football, Touch the world, build a better future' trifft zu. Ihre Initiative 'Win in Africa with Africa', der dem gesamten Kontinent half, von der WM 2010 zu profitieren, war großartig. Wie Sie Palästina geholfen haben, ein eigenes Stadion zu haben, wie Sie dazu beigetragen haben, dem Frieden zwischen der Türkei und Armenien zu helfen - das alles war auch wichtig. Die FIFA ist ein Beispiel für viele Fussball-Fans, und deshalb ist der Schlüssel, dass Sie sorgfältig gegen die Probleme, mit denen Sie aktuell konfrontiert sind, ankämpfen", so die Bundespräsidentin.

Abschließend sang Grace Jones noch gemeinsam mit allen Künstlern des Abends ihren bekanntesten Song "Slave to the rhythm". Dann ging die feierliche Zeremonie zu Ende.

Der 61. FIFA-Kongress beginnt am Mittwoch, 1. Juni, um 09:30 Uhr (MESZ). Die Tagung wird auf FIFA.com live und per Videostream übertragen, ebenso wie die anschließende Pressekonferenz.

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