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El Hadary: "Ich will zur WM 2018"

Egypt's goalkeeper Essam El-Hadary takes part in a training session in Port-Gentil
© AFP

Trotz guter Leistungen für seinen Klub Wadi Degla in der ägyptischen Meisterschaft rechnete kaum jemand damit, dass Essam El Hadary noch einmal in die Nationalmannschaft berufen werden würde. Aber der Schlussmann überzeugte Ägyptens argentinischen Nationaltrainer Héctor Cuper, der ihn erst in den Kader berief und in dann im vergangenen Jahr im letzten Qualifikationsspiel für den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal gegen Tansania ins Tor stellte. El Hadary zahlte das Vertrauen zurück und blieb auch in den ersten beiden WM-Qualifikationsspielen gegen Kongo und Ghana zwischen den Pfosten. Auch dank ihm holte Ägypten aus beiden Partien die maximale Punktzahl und befindet sich auf gutem Weg Richtung Russland 2018.

Seit dem 15. Januar ist El Hadary 44 Jahre alt. Gefeiert hat er seinen Geburtstag bescheiden, fern vom Familie und Freunden. Er ist aktuell in Gabun beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal. Zum Feiern bleibt da keine Zeit.

Ägypten bestritt sein Auftaktspiel gegen Mali zwei Tage nach besagtem Geburtstag. El Hadary stand nicht in der Anfangsformation. Doch dann verletzte sich Mitte der ersten Hälfte Stammtorhüter Ahmed El Shenawy und El Hadary übernahm seinen Posten. Damit stellte er zugleich einen neuen Rekord als ältester aktiver Spieler beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal auf.

Der Team-Senior spielte die restlichen 70 Minuten mit all seiner Gelassenheit durch und behielt vor allem in der Schlussphase kühlen Kopf, als Ägypten noch einmal unter Druck geriet. Doch der Schlussmann hielt alles, was auf seinen Kasten kam und strahlte damit auch Sicherheit für seine Vorderleute aus. Nach dem torlosen Unentschieden gegen Mali erklärte El Hadary im Exklusivgespräch mit FIFA.com: "Ich bin einer von 23 ägyptischen Spielern bei diesem Turnier. Wir alle müssen konzentriert bleiben und während des Turniers gut trainieren, damit wir das umsetzen können, was der Trainer und sein Stab von uns fordern.

Ziel muss es sein, dem Trikot der ägyptischen Nationalmannschaft Ehre zu machen. Auch als Ersatzspieler wollte ich den Spielern auf dem Platz helfen. Als sich El Shenawys Verletzung dann abzeichnete, habe ich mich sofort aufgewärmt, um bereit zu sein. Als er dann tatsächlich raus musste, habe ich keine Sekunde gezögert, auf den Platz zu gehen und meine Pflicht zu tun."

"Es war ein schwieriges Spiel", so El Hadary weiter. "Es war der Auftakt und für fast alle unsere Feldspieler ist es die erste Afrikameisterschaft. Deshalb wollte ich Ruhe ausstrahlen und sie in den Phasen des Spiels führen, in denen wir unter Druck standen. Jeder konnte sehen, dass es nicht an Einsatz gemangelt hat. Natürlich wollten wir gewinnen, aber ein Punkt zum Auftakt ist so schlecht auch nicht."

Über den von ihm aufgestellten neuen Altersrekord will El Hadary nicht reden, über das zweite Gruppenspiel dagegen schon. "Es geht nicht um die Leistung von El Hadary, es geht um die Leistung der ägyptischen Nationalmannschaft", stellt er klar. "Mit mir hat bei diesem Turnier niemand gerechnet, zumal Ägypten seit 2010 nicht mehr bei diesem Turnier dabei war. Aber ich liebe Herausforderungen und habe in den vergangenen zwei Jahren hart gearbeitet, um für den Fall der Fälle in Form zu sein. Ich trainiere jeden Tag professionell – nicht nur, weil es mein Beruf ist, sondern weil ich den Fussball liebe."

"Ich habe im Verein und in der Nationalmannschaft schon viele Titel gewonnen, aber ein Fussballer muss sich immer neue ehrgeizige Ziele setzen", so El Hadary weiter. "Ich wollte an meiner siebten Afrikameisterschaft teilnehmen. Das habe ich geschafft. Es war toll, als wir in Gabun ankamen. Ich habe mich an alles erinnert, was ich mit der Nationalmannschaft erlebt habe, vor allem an die vier Titel. Jetzt wollen wir den fünften und werden alles dafür tun, den Ägyptern diese Freude zu machen."

So oder so wird El Hadary nach dem CAF Afrikanischen Nationen-Pokal zu seinem Verein Wadi Degla zurückkehren, um weiter jeden Tag seiner Leidenschaft zu frönen. Bis Saisonende will er dabei mindestens noch in Form bleiben. "Die siebte Teilnahme an der Afrikameisterschaft ist nicht mein letztes Ziel", sagt er. "Ich will auch an der Weltmeisterschaft 2018 teilnehmen. Ägypten könnte sich zum ersten Mal seit 1990 wieder qualifizieren. Und ich will dabei sein und im Trikot meiner Nationalmannschaft auflaufen!"

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