FIFA Weltmeisterschaft™

Ein unvergessliches Jahr für Al Sahlawi

Mohammed Al Sahlawi of Saudi Arabia celebrates after scoring
© Getty Images

Das Jahr 2015 neigt sich dem Ende zu. Dem saudiarabischen Stürmer Mohammed Al Sahlawi wird es wohl noch lange in Erinnerung bleiben, wurde er doch mit seinem Klub Al Nasr zum siebten Mal Meister in Saudiarabien. Hinzu kommt, dass er die Nationalmannschaft seines Landes in der zweiten Runde der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ an die Spitze der Gruppe A in der Asien-Zone geschossen hat.

Der 28-Jährige ist in der saudischen Nationalmannschaft der Mann für die entscheidenden Treffer. In der abgelaufenen Spielzeit kam er bereits auf 21 Meisterschaftstore, womit er zweitbester Torschütze war. Mit aktuell 13 Länderspieltoren ist er obendrein der erfolgreichste Torjäger in der WM-Qualifikation der Asien-Zone. FIFA.com sprach mit Al Sahlawi über seine persönliche Bilanz der bisherigen Qualifikation für Russland 2018 und versuchte zu ergründen, warum er seine Tore bevorzugt in den Schlussminuten macht.
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Der Wunsch nach einer Rückkehr
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Al Sahlawi und Co. haben vor allem einen Wunsch: Saudiarabien soll sich zum fünften Mal für die Endrunde einer FIFA Fussball-Weltmeiserschaft qualifizieren und damit endlich wieder auf die große Bühne zurückkehren. Außerdem will man bis zum nächsten AFC Asien-Pokal im Jahr 2019 zu den Mitfavoriten um die kontinentale Meisterschaft gehören. Im Moment sieht es für diese Unterfangen durchaus gut aus. Die saudische Nationalmannschaft ist in der zweiten Runde der Qualifikation für Russland 2018 Tabellenführer in Gruppe A, vor den Vereinigten Arabischen Emiraten, Palästina, Malaysia und Osttimor.

Rückblickend sagt der 28-Jährige über die bisherige Qualifikation mit seiner Mannschaft: "Der Start mit vier Siegen in Folge, dann einem Unentschieden gegen Palästina und einem Kantersieg gegen Osttimor war gut. Wir stehen an der Spitze der Gruppe und hoffen, dass wir die Serie fortführen und die Finalrunde erreichen können."

"Die Qualifikation für die Weltmeisterschaft wäre ein Traum, aber wir haben alles selbst in der Hand. Hoffentlich schaffen wir es und können unseren saudischen Fans eine Freude machen", so Al Sahlawi weiter. Er selbst hatte maßgeblichen Anteil an den bisherigen fünf Siegen der saudischen Nationalmannschaft in der Qualifikation. Gegen vier der Gruppengegner erzielte er 13 Tore. Zwei Spieltage vor dem Ende der zweiten Runde ist er damit der beste Torjäger.

Bescheiden, wie er ist, hält der Stürmer seine Tore aber zuvorderst für das Ergebnis mannschaftlicher Geschlossenheit: "Jeder Spieler kann sich nur wünschen, in dieser Mannschaft zu spielen und ohne meine Mitspieler könnte ich keine Tore schießen."

*Späte Tore
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Jeder Stürmer wird an Toren gemessen. Gut, dass Al Sahlawi welche schießt. Der Mann, der einst als 18-Jähriger bei Al Qadisiyah debütierte, ist inzwischen ein echter Spezialist für entscheidende Tore in der Schlussminute. Das bewies er im Hinspiel gegen Palästina ebenso wie gegen die Vereinigten Arabischen Emiraten und gegen Osttimor.

Al Sahlawi selbst erklärt das wie folgt: "Wichtig sind Physis und Konzentration. Deshalb ist es mir gelungen, regelmäßig über die vollen 90 Minuten gute Leistungen zu zeigen. Dass ich die entscheidende Tore schieße, liegt schlicht daran, dass ich körperlich in Topform bin. Mein bislang wichtigstes Tor war das in der 90. Minute gegen die Emirate, weil die unser Hauptkonkurrent sind. Es war aus verschiedenen Gründen ein wichtiges Spiel, unter anderem deshalb, weil es ein Derby war", erklärt er. "Jeder, der erst in den Nachwuchsmannschaften spielt und dann in der A-Nationalmannschaft, will sein Land zur WM führen. Auch ich will meinen Beitrag zur Qualifikation leisten und dann während der WM mindestens ein Tor schießen."

*Auf den Spuren der Vorgänger
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Al Sahlawi war sieben Jahre alt, als die saudische Nationalmannschaft erstmals bei einer WM-Endrunde dabei war und gleich bis ins Achtelfinale vorstieß. Er begann seine Karriere, als Saudiarabien 2006 in Deutschland zuletzt eine WM spielte. An die Leistung seiner Landsleute 1994 in den USA erinnert er sich noch nur zu gut. Er sagt: "Ich erinnere mich noch an das Tor von Said Al Owairan gegen Belgien und das von Fahad Al Ghesheyan gegen Schweden. Es war eine historische Leistung der saudischen Nationalmannschaft, die danach auch die WM-Endrunden 1998, 2002 und 2006 erreicht hat. Seitdem waren wir nicht mehr dabei, aber meine Mitspieler und ich wollen das ändern."

Die saudische Nationalmannschaft ist reich an Torjägern. Da waren etwa Majed Abdullah, Said Al Oweiran, Sami Al Jaber oder Yasser Al Qahtani. Al Sahlawi hofft, in deren Fußstapfen treten zu können. Immerhin ist er schon jetzt der zweitbeste Torschütze aller Zeiten. 18 seiner 22 Länderspieltore schoss er allein in diesem Jahr. Diese 18 Tore sind ein Rekord.

Über seine Ziele sagt Al Sahlawi derweil: "Natürlich will ich in die Fußstapfen früherer Stars der Nationalmannschaft treten und wünsche mir, dass man sich an mich als großen Torjäger erinnert. Und natürlich will ich noch mehr Länderspieltore schießen und in der Torjägerliste der Nationalmannschaft weiter aufsteigen." Auch im neuen Jahr will Al Sahlawi also weiter fleißig Tore schießen. Aber bis dahin genießt er erst einmal den Ausklang eines für ihn überaus gelungenen Jahres.

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