Ein Sheriff kennt keine Zweifel

International Friendly Match: Jordan and Sierra Leone
© Others

Sierra Leone legte am Samstag mit einem 2:1-Sieg gegen Kap Verde im ersten Spiel der Gruppe B einen perfekten Start in die Afrika-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ hin. Sheriff Suma erzielte den entscheidenden zweiten Treffer für Sierra Leone. Der offensive Mittelfeldspieler erklärte, dass sein Team vor dem ersten Duell gegen Kap Verde hoch konzentriert war.

"Das Spiel gegen Kap Verde war wirklich wichtig für uns. Aber nicht nur für die Spieler, sondern auch für das ganze Land, denn es war der Auftakt zur WM-Qualifikation". Er ist überzeugt davon, dass sein Team gut abschneiden kann. "Ich glaube fest daran, dass wir eine gute Chance haben, uns für die Weltmeisterschaft und den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal zu qualifizieren."

Viele Erfolge konnte das westafrikanische Land bislang nicht feiern. Erst zwei Mal - 1994 und 1996 - hat man die Qualifikation für die Endrunde um die Afrika-Meisterschaft überstanden, und an einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ hat das Land noch nie teilgenommen. Suma weiß, dass ein langer Weg vor Sierra Leone liegt. "Um das Niveau zu erreichen, das wir benötigen, um oben mitspielen zu können, müssen wir unsere Mannschaft ganz gezielt aufbauen, so wie wir es gerade tun. Wenn uns das gelingt, können wir mit Mannschaften wie Ghana und der Elfenbeinküste mithalten."

Das Team hat nun eine Woche Zeit, um sich zu erholen, bevor es am Samstag in die nächste Partie gegen Äquatorial-Guinea geht. Der Offensivspieler, der in Aserbaidschan sein Geld verdient, weiß, dass die Reise nach Malabo kein Kinderspiel wird. "Es wird nicht leicht, aber wir müssen sicherstellen, dass wir auf Kurs für die Endrunde bleiben", erklärte der 25-Jährige. Der Mitausrichter der diesjährigen Endrunde um den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal hatte Sierra Leone im entsprechenden Spiel der Qualifikation für die letzte Weltmeisterschaft geschlagen. Auch damals war Suma eine der Säulen seiner Mannschaft und stand in sieben von acht Spielen auf dem Platz. Dabei gelang es Sierra Leone in einer Gruppe, in der auch Nigeria spielte, am Ende gleichauf mit Südafrika abzuschneiden.

Laut Suma ist es für Sierra Leone wichtig, die gute Form beizubehalten, bevor man dann am 16. Juni in der Qualifikation um den Afrikanischen Nationen-Pokal gegen das Team von São Tome und Principe antritt. Seit dem Ende der Qualifikation für den Afrikanischen Nationen-Pokal, in der man vier Punkte gegen Ägypten und zwei Unentschieden gegen Südafrika verbuchen konnte, hat das Team nicht mehr zu überzeugen gewusst. Für Suma bedeuten die Spiele auch eine Chance, wieder seine Heimat zu besuchen und Familie und Freunde zu sehen. "Für mein Land zu spielen, ist das Wichtigste für mich. Besonders nachdem ich so lange weg war." Nachdem er in Skandinavien und der Türkei gespielt hatte, unterschrieb Suma bei Ravan Baku, eine Entscheidung, die er bislang nicht bereut hat. "In Aserbaidschan zu spielen, ist eine wertvolle Erfahrung für mich. Die Menschen und auch der Fussball hier sind ganz anders."

Suma ist bereits ein erfahrener Auswahlspieler. So hat er bereits für die Nachwuchsmannschaften seines Landes gespielt, unter anderem bei der FIFA U-17-WM in Finnland 2003, und ist seit sechs Jahren Stammspieler der A-Nationalmannschaft. Sein Trainer in Finnland war Musa Kallon, und es war nicht das erste Mal, dass ein Mitglied der großen Fussball-Familie aus Sierra Leone eine wichtige Rolle in seiner Karriere gespielt hatte. Suma war mit seiner Familie 1997 aus dem vom Krieg gebeutelten Sierra Leone nach Gambia geflohen. 2001 dann wurde man bei einem Fussballspiel auf ihn aufmerksam und stellte ihn dem ehemaligen Inter-Mailand-Spieler Mohamed Kallon vor. Der bot dem Mittelfeldspieler an, für seinen Verein FC Kallon in Sierra Leone zu spielen. Suma nahm das Angebot an und machte sich bald darauf auf seine Weltreise als Fussballer, die ihn mittlerweile nach Aserbaidschan geführt hat.

Suma ist Mohamed Kallon dankbar, mit dem er mittlerweile in der Nationalmannschaft spielt. "Er ist jemand, der eine wichtige Rolle in meiner Karriere gespielt hat. Als ich ihn kennen lernte, habe ich ihm zugehört, wie er von seinem Leben als Profi erzählte. Wie er früh morgens aufgestanden ist, während die anderen noch geschlafen haben, um zu trainieren. Ich habe es dann genau so wie er gemacht. Nach dem Spiel gegen Kap Verde hat er mir gesagt, dass er sehr stolz auf mich ist. Ich habe ihn nur angelächelt und ihm erwidert: 'Ich habe das alles nur dank Deiner Unterstützung erreicht'."

Empfohlene Artikel