FIFA Futsal-Weltmeisterschaft 2016

Ein neuer Kontinentalmeister und ein afrikanischer Debütant

© Getty Images

Wenn die 24 besten Teams zur FIFA Futsal-Weltmeisterschaft Kolumbien 2016 antreten, wird Afrika durch den neuen Afrikameister Marokko, den Turnier-Stammgast Ägypten und Neuling Mosambik vertreten sein. Die Mosambikaner hatten im Spiel um Platz drei beim CAF Afrikanischen Futsal-Nationen-Pokal 2016 in einem dramatischen Sechsmeterschießen gegen Sambia das bessere Ende für sich.

Im Finale der Kontinentalmeisterschaft setzte sich Marokko trotz zwischenzeitlichem Rückstand am Ende überraschend mit 3:2 gegen das favorisierte Ägypten durch. Mostafa Eid Mohamed brachte Ägypten zwei Mal in Führung, doch beide Male gelang den Marokkanern der Ausgleich. Zwei Minuten vor Schluss erzielte Kapitän Adil Habil dann den spielentscheidenden Treffer. Für Marokko ist dies der erste kontinentale Meistertitel im Futsal, der gleichbedeutend mit der zweiten Qualifikation für die WM-Endrunde ist. Die Ägypter ihrerseits haben nun schon zwei Mal in Folge das Endspiel der Afrikameisterschaft verloren.

Gastgeber enttäuschenBei der Auslosung waren die drei afrikanischen WM-Teilnehmer von Thailand 2012 (Ägypten, Marokko und Libyen) alle in Gruppe B gelandet. Somit hatte mindestens ein Team aus Gruppe A, bestehend aus Gastgeber Südafrika, Mosambik, Sambia und Tunesien, beste Chancen, sich erstmals für die WM-Endrunde zu qualifizieren. Südafrika startete allerdings mit einem herben Dämpfer ins Turnier: Das Auftaktspiel gegen Mosambik ging mit 4:7 verloren. Es folgte ein 3:0-Sieg in der zweiten Partie gegen Sambia. Mit einem weiteren Sieg gegen Tunesien hätten die Südafrikaner den Sprung in die nächste Runde noch schaffen können. Doch die Nordafrikaner hatten andere Pläne. Zwar sorgte Renaldo Donnelly mit einem verwandelten Sechsmeter für eine frühe Führung der Gastgeber, doch die Tunesier drehten in der zweiten Halbzeit mächtig auf und erzielten sieben Tore, wobei Bilel Ajmi und Zoubeir Amimi beide einen Hattrick bejubeln konnten.

Während dieser zweiten Halbzeit sah es lange so aus, als würde Tunesien Mosambik in die zweite Runde folgen, denn das Team aus dem Süden Afrikas führte im gleichzeitig ausgetragenen anderen Gruppenspiel mit 4:2 gegen Sambia. Doch dank zweier später Tore durch Boniface Ndhlovu und Adrian Chama schaffte Sambia noch den Ausgleich zum 4:4 und schnappte damit Tunesien den zweiten Halbfinalplatz weg.

In Gruppe B schrieben Ägypten und Libyen zum Auftakt mit dem ersten torlosen Spiel bei einer Afrikameisterschaft ein Stück Turniergeschichte. In seinem zweiten Spiel setzte sich der dreimalige Afrikameister Ägypten gegen Angola durch und hatte somit vor dem letzten Spiel gegen Marokko gute Chancen auf den Einzug ins Halbfinale, wofür bereits ein Remis ausgereicht hätte.

Marokko konnte sich sogar eine 2:3-Niederlage gegen den nordafrikanischen Konkurrenten leisten, wobei Mostafa Eid Mohamed den Ball zwei Mal in die Maschen beförderte – ein Mal allerdings ins eigene Netz. Damit war das Resultat der zweiten Partie zwischen Angola und Libyen bedeutungslos, da beide Teams keine Chance mehr auf das Weiterkommen hatten. Libyen schaffte zwar einen 4:2-Sieg, stand am Ende aber als Gruppendritter mit leeren Händen da.

Favoriten marschierenÄgypten und Marokko gingen als Favoriten in ihre Halbfinalpartien gegen Sambia beziehungsweise Mosambik. Beide enttäuschten ihre Fans nicht und gewannen ihre Partien, wenn auch auf ganz unterschiedliche Weise. Marokko holte einen klaren 4:1-Sieg gegen Mosambik, bei dem sich Adil Habil zwei Mal in die Torschützenliste eintrug. Ägypten hingegen hatte gegen Sambia größere Probleme. Mostafa Eid Mohamed brachte die Nordafrikaner zunächst mit einem Stakkato-Hattrick innerhalb von nur zwei Minuten mit 3:0 in Führung. Als Elmoatazzbellah Abdelhalim auf 4:0 erhöhte, schien für Sambia bereits alles gelaufen. Kurz vor der Pause gelang dann allerdings Boniface Ndhlovu der Treffer zum 1:4.

Michelo Kaampwe erzielte nach dem Wiederanstoß einen zweiten Treffer für das Team aus dem Süden Afrikas. Kurz darauf stellte Mohamed Mohktar den Dreitore-Vorsprung wieder her. Wieder zeigten die Sambier eine starke Reaktion und kamen durch zwei Tore von Donald Phiri und Kaampwe bis auf einen Treffer heran. In der hektischen Schlussphase hatten die Ägypter alle Hände voll zu tun, den drohenden Ausgleich zu verhindern. Nur knapp brachten sie das 5:4 über die Zeit und standen damit zum dritten Mal in Folge im Finale der Afrikameisterschaft.

Statistik 10 –So viele Tore erzielte der Mosambikaner Ricardo Mendes in seinen fünf Einsätzen bei diesem Turnier. Damit wurde der Kapitän der Mambas Torschützenkönig. Im Sechsmeterschießen im Spiel um Platz konnte er zwar seinen Schuss nicht verwandeln, doch am Ende qualifizierte sich Mosambik dennoch für die WM-Endrunde, weil nur ein Sambier vom Punkt traf, aber zwei Mosambikaner.

Zitat"Ich hatte mir selbst das Ziel der WM-Qualifikation gesetzt und angekündigt, dass ich zurücktreten würde, wenn wir es nicht schaffen. Der Sieg im Finale wäre die Krönung dieses Turniers."
*Hicham Dguig (Trainer, Marokko) vor dem Finale*

Abschlusstabelle

1- Marokko *
2- Ägypten *
3- Mosambik *
4- Sambia
5- Libyen
6- Tunesien
7- Südafrika
8- Angola

  • für die FIFA Futsal-Weltmeisterschaft Kolumbien 2016 qualifiziert

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