FIFA Weltmeisterschaft™

Dringender Punktebedarf bei zwei Großmächten

Uruguay's goalkeeper Fernando Muslera (L) stares at Chile's midfielder Arturo Vidal shot at goal
© AFP

Die Teams aus Südamerika gehen mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen in den vierten Spieltag der kontinentalen Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™. Tabellenführer Ecuador wird versuchen, seine Spitzenposition zu behaupten. während Uruguay und Chile in einem spannenden Duell aufeinandertreffen, dessen Sieger sich ebenfalls an die Spitze setzen könnte. Zwei traditionelle Fussballmächte wie Argentinien und Brasilien, die bislang noch nicht richtig in Schwung gekommen sind, könnten dem Ganzen mit einem Sieg die Wende geben. FIFA.com liefert Ihnen die Vorschau auf den vierten Spieltag.

Das Topspiel
Uruguay – Chile

Die Celeste *geht hochmotiviert in diese Partie und will unbedingt den Südamerikameister und die Sensationsmannschaft des Kontinents schlagen. Außerdem gilt es, die Niederlage gegen Ecuador abzuhaken und in der Tabelle am Spitzenreiter dranzubleiben. Trainer Oscar Tabárez hat keine großen Veränderungen im Team angekündigt und setzt angesichts des Fehlens von Starstürmer Luis Suárez auf den Torriecher von Edinson Cavani, der in der letzten Begegnung einen Treffer verbuchen konnte. *La *Roja* musste in der letzten Partie zu Hause gegen Kolumbien zwar mit einem Unentschieden Vorlieb nehmen, befindet sich jedoch derzeit in Hochform und die Stimmung unter den Fans ist euphorisch. Daher wird man nun alles daran setzen, zum ersten Mal in der Turniergeschichte auswärts gegen Uruguay zu gewinnen. Trainer Jorge Sampaoli wartet darauf, dass mit Alexis Sánchez einer seiner Stars wieder in Tritt kommt, der mit Erschöpfungserscheinungen zu kämpfen hat. Für die Gastgeber bietet sich hier möglicherweise die Gelegenheit zur Revanche, nachdem sie im Viertelfinale der Copa América gegen die Chilenen ausgeschieden sind.

Die anderen Spiele
Kolumbien kann sich im Vorfeld der Partie gegen Argentinien darüber freuen, dass James Rodriguez zurück im Team ist, der beim Remis gegen Chile am letzten Spieltag auch gleich einen Treffer landete. Dennoch wird José Pekerman angesichts des verletzungsbedingten Ausfalls von Jackson Martínez und der gesperrten Carlos Sánchez und Santiago Arias Alternativen finden müssen. Der Trainer kennt den Gegner gut und warnte: "Kolumbien hat Respekt vor den Argentiniern, doch das Team weiß, dass es das Potenzial hat, sie zu schlagen." Die Albiceleste konnte in der letzten Partie gegen Brasilien eine Leistungssteigerung verbuchen und erreichte zu Hause ein Unentschieden. Dennoch ist das Team im Qualifikationswettbewerb noch nicht in der richtigen Spur. Die Mannschaft hat mit den Ausfällen von Lionel Messi und Sergio Agüero zu kämpfen. Gegen die Cafeteros bietet sich nun die Chance,  in der Tabelle weiter nach oben zu klettern.

Im Duell zwischen Venezuela und Ecuador trifft das Tabellenschlusslicht auf den Spitzenreiter, der alles daran setzen wird, die Tabellenführung zu verteidigen. Die Vinotinto *hat bislang alle drei Spiele verloren und bisher nicht zu dem Spielfluss gefunden, der ihr bei der letzten Auflage des Wettbewerbs so gute Ergebnisse gebracht hat. Die meisten Stammspieler dürften ausgeruht sein, da sie die Reise nach La Paz nicht angetreten haben, wo ihr Team gegen Bolivien unterlag. Nun tritt der Gastgeber in Bestbesetzung an und wird versuchen, das Jahr mit einem Höhepunkt zu beenden. Gegen Ecuador dürfte es allerdings schwer werden, denn La Tri* geht nach drei Siegen in ebenso vielen Spielen voller Selbstbewusstsein in die Partie, obwohl das Team die Ausfälle von wichtigen Akteuren wie Antonio Valencia, Enner Valencia und Michael Arroyo verkraften muss. Sie alle werden verletzungsbedingt nicht dabei sein.

Paraguay und Bolivien brauchen beide dringend einen Sieg, um den Anschluss nicht zu verpassen. Die Guaraníes mussten sich am letzten Freitag gegen Peru geschlagen geben und werden versuchen, in der Festung des Defensores del Chaco über sich hinauszuwachsen. Dazu müssen sie allerdings offensiver agieren, denn bislang ist ihnen im Wettbewerbsverlauf erst ein einziger Treffer gelungen. Bolivien geht nach dem Triumph gegen Venezuela gestärkt in die Partie, muss allerdings aufgrund von Verletzungen und Sperren auf einige Stammspieler verzichten. Daher gilt es im Vorfeld der kniffligen Partie in der paraguayischen Hauptstadt Asunción einige Umstellungen vorzunehmen.

Zu guter Letzt tritt Brasilien im heimischen Salvador gegen Peru an und muss nach einem unbefriedigenden Turnierauftakt für Mannschaft und Fans nun dringend Punkte sammeln. Die Seleção hat bislang gerade einmal vier Zähler auf dem Konto und muss ohne den gesperrten David Luiz auskommen. Dafür kann man wieder auf Starspieler Neymar zählen. Trainer Dunga gibt sich zuversichtlich, ist sich der angespannten Lage jedoch durchaus bewusst: "Wir waren mit starken Gegnern konfrontiert und müssen nun mit Blick auf die Qualifikation so schnell wie möglich Punkte sammeln." Die Peruaner haben aus dem Erfolg gegen Paraguay neue Hoffnung geschöpft. Allerdings haben sie sich in Brasilien bislang schwer getan und dort in der Geschichte der WM-Qualifikation erst ein einziges Unentschieden erreicht.

Der Spieler im Fokus*
*
Paolo Guerrero (Peru)

Der Stürmer von Flamengo Rio de Janeiro präsentiert sich gerade in Hochform und gehört zu den altgedienten Akteuren im Team von Ricardo Gareca. Er ist seit über drei Jahren in Brasilien aktiv, kennt das Umfeld daher sehr gut und ist mit seinen Führungsqualitäten und seinem Torriecher eine der Trumpfkarten der Peruaner. Im Auswärtsspiel gegen Brasilien wird El Depredador (das Raubtier), wie er auch genannt wird, versuchen, mit einem weiteren denkwürdigen Auftritt zu beeindrucken. 

Hätten Sie's gewusst?*
*
Argentinien hat die Statistik im Auswärtsspiel gegen Kolumbien auf seiner Seite. Von sieben WM-Qualifikationsspielen auf kolumbianischem Boden hat die Albiceleste vier gewonnen und musste zwei Niederlagen hinnehmen. Die verbleibende Partie endete mit einem Unentschieden. Außerdem erzielten die Argentinier in jedem dieser Spiele mindestens einen Treffer. Interessant ist jedoch auch, dass die Schützlinge von José Pekerman bereits seit sieben Heimspielen ungeschlagen sind. Die letzte Niederlage vor heimischem Publikum erlitten sie am 15. November 2011, und zwar ausgerechnet gegen den zweimaligen Weltmeister Argentinien.

Das Zitat*
"Wir müssen gegen Kolumbien gewinnen. Was wir in der Tabelle sehen, gefällt uns nicht. Ich hoffe, dass wir gegen die Kolumbianer genauso spielen können wie in der Copa América, mit dem Unterschied, dass wir dieses Mal die Torchancen nutzen, die wir in Chile nicht verwandeln konnten."
*
Gerardo Martino (Trainer, Argentinien)

Die Begegnungen des vierten Spieltages:*
*
17. November

Kolumbien – Argentinien
Venezuela – Ecuador
Uruguay – Chile
Paraguay – Bolivien
Brasilien – Peru

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