FIFA Congress

Die Entwicklung des Fussballs auf Mauritius

Mauritius, 12.9.2004
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Der Fussball wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von britischen Siedlern mit nach Mauritius gebracht und entwickelte sich dort zur beliebtesten Sportart. Überall auf der Insel wurden neue Klubs gegründet. Wie in England gehen einige von ihnen auf Mannschaften von Hochschulen zurück, beispielsweise das Royal College in Curepipe und das Saint-Joseph College. Andere wiederum wurden von verschiedenen Bevölkerungsgruppen gegründet, die damals die mauritische Gesellschaft bildeten. Manche Klubnamen bezogen sich auf die Herkunft der Mitglieder, beispielsweise die Dragons chinois (die chinesischen Drachen) oder auf Nationalsymbole wie im Falle des Dodo Football Club (der Dodo war eine große, flugunfähige Vogelart, die es bis zu ihrem Aussterben nur auf Mauritius gab).

Einführung erster StrukturenSchritt für Schritt führten die Klubs und die Führung des mauritischen Fussballs bestimmte Strukturen ein, so auch die nationale Liga, die 1935 gegründet wurde. Mit dem Republic Cup wurde 1957 ein zweiter landesweiter Wettbewerb ins Leben gerufen.

Zudem wurde in der Zwischenzeit eine Nationalmannschaft gebildet. Das Team mit dem Spitznamen Club M trat 1947 zu seinem ersten Spiel gegen eine Mannschaft von der Insel Réunion an. Die Mannschaft gewann in der Folge zwischen 1947 und 1963 zehn Mal den Titel beim Indian Ocean Games Triangulaire (dem Vorläufer der Indian Ocean Island Games).

1952 wurde der Fussballverband von Mauritius gegründet, um die fussballerischen Aktivitäten zu koordinieren. Zehn Jahre später wurde der Verband Mitglied der Afrikanischen Fussballkonföderation CAF und 1964 auch Mitglied der FIFA. Zudem wurde der Bau eines Stadions erforderlich, in dem die Nationalmannschaft ihre Länderspiele austragen konnte, und so wurde 1955 in der Stadt Curepipe das George-V-Stadion erbaut.

Trotz dieser Entwicklungen gelang es dem Land aufgrund seiner geringen Größe nicht, auf der kontinentalen Fussballbühne eine größere Rolle zu spielen. Mauritius hat nur ein Mal am CAF Afrikanischen Nationen-Pokal teilgenommen (1974) und 1985 die Indian Ocean Island Games gewonnen.

Eine neue Ära im Fussball von Mauritius?
2001 wurde der Fussball in Mauritius durch neue gesetzliche Regelungen im Rahmen des Sports Act neu strukturiert. Zunächst wurde beschlossen, die Klubs in der mauritischen Liga, die drei Spielklassen umfasst, nicht mehr nach den ethnischen Wurzeln sondern nach der geographischen Lage zu organisieren. Zudem rückte der Fussballverband des Landes den Jugendfussball stärker in den Mittelpunkt. Außerdem gab der Verband das Ziel aus, sich in Zukunft stärker am internationalen Fussball- und Sportgeschehen zu beteiligen.

2003 war Mauritius Gastgeber der Indian Ocean Island Games im George-V-Stadion, das aus diesem Anlass modernisiert wurde. Die Nationalmannschaft des Landes nutzte den Heimvorteil perfekt aus und konnte das Turnier erneut gewinnen. Im Mai 2013 ist der Fussballverband von Mauritius Gastgeber des 63. FIFA-Kongresses und setzt damit seine Ambitionen um, stärker auf der internationalen Fussballbühne präsent zu sein.

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