Der Kongress im Laufe der Geschichte

FIFA Congress in Tokyo, 1964
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Der FIFA-Kongress ist das oberste Entscheidungsorgan der FIFA und war daher seit der ersten Auflage im Jahre 1904 die Plattform für alle wichtigen organisatorischen Entscheidungen im Weltfussball. Bei jeder der 64 vorherigen Zusammenkünfte wurden maßgebliche Beschlüsse gefasst. Wir blicken im Vorfeld der 65. Auflage des Kongresses am 29. Mai auf zehn grundlegende Meilensteine der Kongressgeschichte zurück.

*1904 – 1. FIFA-Kongress in Paris (Frankreich): Die Gründung
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Vertreter der sieben Gründungsmitglieder – Belgien, Dänemark, Frankreich, Niederlande, Spanien, Schweden und Schweiz – kamen vom 21. bis zum 23. Mai in der Rue Saint Honoré 229 in Paris zusammen, um das Gründungsprotokoll zu unterzeichnen, die ersten FIFA-Statuten festzulegen und in anonymer Abstimmung den ersten Verbandspräsidenten zu wählen. Die Wahl fiel auf den Franzosen Robert Guérin.

1910 – 7. FIFA-Kongress in Mailand (Italien): Über Europa hinaus*
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Der globale Charakter der FIFA nahm am 15. und 16. Mai 1910 langsam Gestalt an, als der FIFA-Kongress – damals unter der Leitung von Präsident Daniel Burley Woolfall aus England – die Aufnahme des südafrikanischen Fussballverbands als erstem außereuropäischen Mitgliedsverband billigte.

1929 – 18. FIFA-Kongress in Barcelona (Spanien): Die erste FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™*
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1929 waren bereits 23 Mitgliedsverbände vertreten, als zum ersten Mal die Ausrichtung der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ vergeben wurde. Nur zwölf Monate nachdem das Thema beim Kongress in Amsterdam zum ersten Mal aufs Tapet gekommen war, nahm Jules Rimets Traum von einem internationalen Turnier Form an. Uruguay wurde als Ausrichter der ersten Turnierauflage bekanntgegeben, die im folgenden Jahr stattfinden sollte.

1932 – 21. FIFA-Kongress in Stockholm (Schweden): Neue Heimat für die FIFA*
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Die Vergabe der zweiten FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ nach Italien war nur eine von mehreren grundlegenden Entscheidungen, die 1932 vom FIFA-Kongress getroffen wurden. Damals wurde außerdem beschlossen, den ständigen Sitz der Organisation nach Zürich (Schweiz) zu verlegen, wo er sich noch heute befindet.

1946 – 25. FIFA-Kongress in Luxemburg: Die Rückkehr der Briten*
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Im offiziellen Protokoll des ersten FIFA-Kongresses nach dem II. Weltkrieg wird die Zusammenkunft als "eine der bedeutendsten überhaupt" bezeichnet. Kein Wunder: Schließlich wurde der FIFA WM-Pokal zu Ehren des damaligen Präsidenten in Jules-Rimet-Pokal umbenannt. Außerdem wurden Brasilien und die Schweiz als Ausrichter der folgenden beiden WM-Turniere gewählt. Vor allem aber kehrten die vier britischen Verbände (England, Nordirland, Wales und Schottland) nach fast 20-jähriger Abwesenheit in den Schoß der FIFA zurück.

1960 – 32. FIFA-Kongress in Rom (Italien): Afrika auf dem Vormarsch*
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Bis 1960 hatte die FIFA nur eine Handvoll Mitglieder aus Afrika und der Kongress in Rom war der Beginn einer wahren Beitrittswelle. Nigeria, Sierra Leone, Uganda, Kenia, Marokko und Tunesien wurden in den Weltfussballverband aufgenommen. In diesem Jahr bezog der FIFA-Kongress außerdem eindeutig Stellung gegen Diskriminierung, als er den Beschluss fasste, Fussballspiele sollten allen Menschen offenstehen, unabhängig von Rasse oder Religion.

*1988 – 46. FIFA-Kongress in Zürich (Schweiz): Fairplay bitte
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Im Fokus des 46. FIFA-Kongresses stand die Fairplay-Kampagne der FIFA, die in Person von Pelé zweifellos den richtigen Fürsprecher fand. Er präsentierte die Initiative gemeinsam mit dem damaligen FIFA-Generalsekretär Joseph S. Blatter, mit der Absicht, die Botschaft über die Konföderationen und Mitgliedsverbände zu verbreiten.

1996 – 50. FIFA-Kongress in Zürich (Schweiz): Eine sechste Konföderation
*In einer Welt, in der es erst kürzlich bedeutende geopolitische Veränderungen gegeben hatte, fällte der FIFA-Kongress 1996 eine Reihe beachtlicher Entscheidungen. Hier ist insbesondere die Ratifizierung der Mitgliedschaft des palästinensischen Fussballverbands zu nennen, die mit 170 Stimmen und einer Gegenstimme über die Bühne ging. Außerdem wurde die ozeanische Fussballkonföderation (OFC) als offizielle Konföderation anerkannt.
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2003 – Außerordentlicher FIFA-Kongress in Doha (Katar): Neue FIFA-Statuten
Der Kongress des Jahres 2003 war der erste, an dem Vertreter aller Mitgliedsverbände teilnahmen (damals waren es 204) und auch der erste, der im Nahen Osten stattfand. Der wichtigste Tagesordnungspunkt war die einstimmige Ratifizierung der neuen FIFA-Statuten, die am 1. Januar 2004 in Kraft traten. Zu den bedeutendsten Neuerungen gehörte die Umformulierung der Zweckbestimmung der FIFA zur Verdeutlichung der Mission des Weltfussballverbands, nämlich den Fussball fortlaufend zu verbessern und weltweit zu verbreiten, die Einführung eines Ethikreglements sowie die genaue Definition der Funktion, Aufgaben und Pflichten des Präsidenten in Abgrenzung von denen des Exekutivkomitees und des Generalsekretärs.

2011 – 61. FIFA-Kongress in Zürich (Schweiz): Verpflichtung zum Reformprozess
Joseph S. Blatter wurde für eine weitere vierjährige Amtsperiode zum FIFA-Präsidenten gewählt und legte dem Kongress eine Reihe von Vorschlägen zu Good Governance, Transparenz und Nulltoleranz bei Fehlverhalten auf dem Spielfeld und abseits davon vor. Nach der Versammlung stimmte das FIFA-Exekutivkomitee einem Prozess zu, der die Schaffung von vier Arbeitsgruppen beinhaltete, die Reformvorschläge erarbeiten sollten. Außerdem wurde die Bildung einer unabhängigen Kommission für Good Governance sowie die Erstellung eines Zweijahresaktionsplans "FIFA Good Governance" beschlossen.

Die ersten bedeutenden Schritte eines solchen Reformprozesses wurden vom 62. Kongress in Budapest (Ungarn) ratifiziert, der beispielsweise die Stärkung der FIFA-Ethikkommission absegnete, die fortan in zwei Kammern aufgeteilt wurde – die Untersuchungskammer und die rechtsprechende Kammer. Außerdem wurden die Einrichtung einer Audit- und Compliance-Kommission mit erweitertem Kompetenzbereich sowie die historische Schaffung eines neuen Sitzes für ein weibliches Mitglied im FIFA-Exekutivkommitee beschlossen. Die Insel Mauritius bildete die Kulisse für den 63. FIFA-Kongress, bei dem über ein letztes Paket von Governance-Reformvorschlägen abgestimmt wurde, einschließlich Ergänzungen der FIFA-Statuten, um so grundlegende Themen wir die Präsidentschaft und das Bewerbungsverfahren für die Ausrichtung der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ weiter zu reglementieren.

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