FIFA Congress

Der Governance-Reformprozess der FIFA: Was hat sich in den letzten zwei Jahren geändert?

Mark Pieth, Chairman of the Independent Governance Committee speaks
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Der Governance-Reformprozess der FIFA wurde von Präsident Joseph S. Blatter am 1. Juni 2011 beim 61. FIFA-Kongress in Zürich begonnen, kurz nachdem er für eine vierte Amtszeit wiedergewählt wurde. An jenem Tag unterstützte der Kongress die Vorschläge von Präsident Blatter bezüglich Good Governance, Transparenz und null Toleranz gegenüber Fehlverhalten auf und neben dem Platz.

Es wurden einige zentrale Elemente vereinbart, wie zum Beispiel, dass der Kongress bei der Wahl der Ausrichter der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft die letzte Entscheidungsgewalt oder die Befugnis zur Wahl der Mitglieder der FIFA-Ethikkommission innehat. Des Weiteren wurde die Gründung einer Kommission verabschiedet, die aus respektierten Persönlichkeiten von innerhalb und außerhalb des Fussballs besteht, um Lösungen für die Herausforderungen, vor denen die Organisation steht, zu prüfen und vorzuschlagen.

Wenige Monate später wurde eine zweijährige Road Map für den Governance-Reformprozess festgelegt, und Ende 2011 wurden die Unabhängige Kommission für Governance (IGC) sowie vier Task Forces gegründet, um konkrete Vorschläge vorzulegen.

Im März 2012 stellte die IGC als Teil dieses Reformprozesses ihren Bericht mit den Empfehlungen an die FIFA vor. Die Empfehlungen beinhalteten hauptsächlich Verbesserungen des Rechtssystems, mit einer Zwei-Kammern-Ethikkommission und einer neuen Kommission für Audit und Compliance mit unabhängigen Vorsitzenden. Diese Hauptempfehlungen wurden vom FIFA-Kongress im Mai 2012 in Budapest, Ungarn, angenommen.

Darüber hinaus wurden auf Anregung der Task Force Statutenrevision Empfehlungen bezüglich zehn Punkten gemacht. Vom FIFA-Kongress in Mauritius am 31. Mai 2013 wurden daraufhin Änderungen der Statuten , die mit den meisten dieser Punkte zusammenhängen, verabschiedet (Bestätigung der Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees, Zusammensetzung dieses Komitees, Wahl des Präsidenten, stärkere Beteiligung der in den Fussball involvierten Hauptparteien, Bewerbungsprozess und Entscheidungsfindung für die Austragung der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™, verschiedene Klarstellungen und Präzisierungen in den FIFA-Statuten und Regeln für die Kandidatur für das Amt des FIFA-Präsidenten).

Zusätzlich wählte der FIFA-Kongress erstmalig ein weibliches Mitglied in das FIFA-Exekutivkomitee und erklärte sich damit einverstanden, zwei weitere Frauen für ein Jahr in das Exekutivkomitee hinzuzuwählen.

Die letzten beiden Punkte betreffen die Festlegung einer Altersbegrenzung und/oder Amtszeiten für Funktionäre. Der Kongress in Mauritius vereinbarte, die Entscheidung über diese Punkte bis zum FIFA-Kongress 2014 zu verschieben, um eine eingehendere Analyse und Diskussion zu diesem Thema zu ermöglichen, bevor beim Kongress 2014 konkrete Vorschläge gemacht werden.

Der umfassende Governance-Reformprozess hat zwei Jahre gedauert, und auch wenn es noch viel zu tun gibt, ist es wichtig, die Fakten dessen, was erreicht worden ist, anzuerkennen. Dieses Dokument bietet einen Überblick über die von der IGC im März 2012 gemachten Vorschläge und den aktuellen Status ihrer Umsetzung. Von insgesamt 25 Punkten wurden oder werden 22 bereits umgesetzt, eines wurde teilweise umgesetzt und zwei wurden (noch) nicht umgesetzt.

Des Weiteren wurden die zwei Hauptpunkte, die zum Beginn des Reformprozesses führten, angegangen: Die Entscheidung über die Vergabe der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ (nun in den Händen des Kongresses) und die Stärkung der Unabhängigkeit und Befugnisse der Rechts- und Controlling-Organe (FIFA-Ethikkommission und FIFA-Audit-und-Compliance-Kommission).

Die FIFA hat in 24 Monaten auf dem Weg zu Good Governance zweifellos große Schritte nach vorne gemacht, nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz.

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