Pressemitteilung

Fédération Internationale de Football Association

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FIFA Congress

Das Spiel schützen, die Spieler schützen, die weltweite Führung des Fussballs stärken

FIFA President Joseph S. Blatter on stage during the 59th FIFA Congress
© Foto-net

98% der beim FIFA-Kongress anwesenden Mitglieder sprachen sich heute für eine Erklärung zum Schutz der Werte des Fussballs, zum Schutz des Spiels und seiner Spieler aus, um die Grundsätze der Integrität der Wettbewerbe, der Gewährleistung ungewisser Ergebnisse, der sportlichen Ethik und der Fairness in allen Bereichen und auf allen Stufen der weltweiten Fussballpyramide aufrechtzuerhalten (die komplette Erklärung finden Sie unter dem Link in der rechten Menüleiste). Die Erklärung behandelt insbesondere die folgenden wichtigen Themen: den Schutz von Spielern unter 18 Jahren, den Schutz der Nationalteams, die Identität der Klubs und die Ausbildung der jungen Spieler dieser Klubs (6+5-Regel), den Kampf gegen Doping, die Förderung des "finanziellen Fairplay", eine tiefgreifende Reform des Spielervermittlerwesens und die weltweite Führung des Fussballs.

In seiner Begrüßung sagte der FIFA-Präsident: "Das Thema dieses Kongresses ist der Schutz des Spiels, der Schutz der Spieler - insbesondere der jungen Spieler - und die Stärkung der Führung. Wir dürfen uns nicht nur um die Folgen kümmern, sondern müssen die Ursachen in Angriff nehmen. Dies vergrößert unsere Verantwortung, aber unser Spiel spendet Hoffnung und vermittelt Gefühle. Darum müssen wir das Spiel schützen."

Schutz MinderjährigerIn Bezug auf den Schutz minderjähriger Spieler meinte Joseph S. Blatter: "Wir sind der weltweiten Jugend gegenüber verpflichtet, die jungen Spieler zu schützen. *Wir müssen das gemeinsam anpacken und der Sklaverei mit diesen jungen Spielern Einhalt gebieten!"* Die Erklärung unterstützt die vom FIFA-Exekutivkomitee im März 2009 beschlossenen Maßnahmen vollumfänglich, die am 1. Oktober 2009 in Kraft treten werden (siehe FIFA-Zirkular 1190):

  • Ein von der Kommission für den Status von Spielern eingesetzter Ausschuss prüft neu jeden internationalen Transfer eines minderjährigen Spielers, der gemäß einer der drei im Reglement erwähnten Ausnahmen erlaubt ist, sowie jede Erstregistrierung eines minderjährigen Spielers, der nicht Staatsbürger des Landes ist, in dem er erstmals registriert werden möchte, und erteilt gegebenenfalls seine Zustimmung.

  • Jede Fussballschule, die unabhängig von einem bereits registrierten Klub ist, ist verpflichtet, sich beim Mitgliedsverband anzumelden. Des Weiteren müssen sich alle Klubs, die eine Akademie führen, verpflichten, minderjährige Spieler an ihrer Akademie beim Verband zu melden, auf dessen Gebiet die Akademie ihre Tätigkeit ausübt. Jeder Verband hat zudem sicherzustellen, dass alle Spieler, die eine Akademie oder eine Fussballschule besuchen, die in keiner der genannten Beziehungen zum Klub steht, dem Verband gemeldet werden.

  • Schließlich wird die Ausbildungsentschädigung für die Jahre von zwölf bis 15 deutlich erhöht werden, um zu verhindern, dass die jungen Talente früher abgeworben werden.

    6+5"Beim diesjährigen Kongress geht es nicht darum, eine formelle Entscheidung über eine Regelung für 6+5 zu treffen," meinte Joseph S. Blatter. "*Wenn und falls der Vertrag von Lissabon angenommen wird, werden wir uns wieder an Sie wenden und Sie fragen, ob Sie immer noch hinter uns stehen und diese Regel unterstützen, die die Nationalteams, die Ausbildung bei den Klubs und die Identität dieser Klubs schützt. Dies gilt nicht nur für Europa, sondern für die ganze Welt", fügte er hinzu. *

    Der Vertrag von Lissabon wird demnächst verabschiedet und enthält den sehr deutlichen Artikel 165 zu den Themen:

  • Besonderheit des Sports und seiner Strukturen sowie seiner sozialen und pädagogischen Funktion

  • Notwendigkeit der Förderung der Fairness und der Offenheit von Wettbewerben

    Eine vom INEA (Institute for European Affairs) von Rechtsexperten durchgeführte Studie kommt im Februar 2009 zum Schluss, dass 6+5 mit europäischem Gemeinschaftsrecht vereinbar ist.

    Gesundheit der SpielerFIFA-Chefarzt Prof. Jiri Dvorak betonte, dass Prävention die Anzahl Verletzungen bedeutend mindert. Dies wird insbesondere durch "Die 11+" illustriert (siehe Link), eine vom FIFA-Zentrum für medizinische Auswertung und Forschung (F-MARC) entwickelte Übungsserie. Von F-MARC durchgeführte Experimente haben außerdem gezeigt, dass das Fussballspiel die Gesundheit fördert. Die FIFA hat eine Kampagne lanciert, in der internationale Fussballstars Gesundheit durch Fussball fördern sollen. Am 17. und 18. Oktober 2009 werden sich die FIFA-Mitglieder in Zürich zu einer Konferenz des medizinischen Netzwerks der FIFA treffen.

    DopingDer Kongress wurde informiert, dass die FIFA gegenwärtig mit der WADA an einem Programm zur Entwicklung eines biologischen Passes arbeitet, der unter anderem eine periodische Untersuchung des Bluts und des Urins beinhaltet. Pro Jahr werden im Fussball gegen 30.000 Dopingkontrollen durchgeführt, wovon nur 0,3% positiv ausfallen (bei Anabolika beträgt die jährliche Quote 0,03%). Wie die WADA am 29. Mai bestätigte, entspricht das FIFA-Anti-Doping-Reglement dem Welt-Anti-Doping-Kodex. WADA-Generaldirektor David Howman war beim diesjährigen FIFA-Kongress zugegen.

    Stadien und SicherheitIn seiner Ansprache betonte Joseph S. Blatter: "Es ist Ihre Pflicht, in Ihrem Verband und mit Ihren Klubs für Sicherheit zu sorgen. Ich weiss, dass Sie dazu alleine nicht imstande sind, aber Sie müssen mit den politischen Behörden, der Polizei oder der Armee in Ihrem Land zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass Fussball sicher und in guter Ordnung organisiert wird. Wir haben unsere Schiedsrichter und Spieloffiziellen angewiesen, jedes Spiel erst anzupfeifen, wenn im und um das Stadion Ruhe und Ordnung herrschen". *Zum Thema Stadien meinte Joseph S. Blatter: "Die Zuschauer sollten sitzen, nicht stehen. Die Leute sind ruhiger, wenn sie sitzen. Es sollte auch keine Zäune geben; Zäune sind für Stadien nicht geeignet."*

    Verbandswechsel (Art. 18 der Ausführungsbestimmungen zu den FIFA-Statuten)58% der anwesenden Mitglieder genehmigten eine Änderung des aktuellen Artikels. Bis jetzt konnten Spieler, die das Recht haben, den Verband zu wechseln und für ein anderes Nationalteam zu spielen, dies nur bis zu ihrem 21. Geburtstag tun. Der Kongress beschloss, diese Alterslimite aufzuheben. Die restlichen Bestimmungen von Art. 18 werden jedoch beibehalten.

    Unabhängigkeit des SportsDer Kongress stimmte den Änderungen der FIFA-Statuen bezüglich Unabhängigkeit der Mitgliedsverbände zu.

    *FIFA Konföderationen-Pokal Südafrika 2009/FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010TM
    *
    Irvin Khoza, Vorsitzender des südafrikanischen Organisationskomitees, berichtete über die Vorbereitungen für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ sowie für den FIFA Konföderationen-Pokal Südafrika 2009, der in elf Tagen angepfiffen wird.

    ExekutivkomiteeViacheslav Koloskov (Russland) und Slim Chiboub (Tunesien), deren Amtszeit im FIFA-Exekutivkomitee zu Ende geht, wurden geehrt. Gleichzeitig begrüßte der Kongress die neuen Exekutivkomiteemitglieder Hany Abo Rida (Ägypten) und Vitaly Mutko (Russland).

    205 FIFA-Mitglieder waren beim 59. FIFA-Kongress anwesend. Abwesend waren Angola, Jemen und der Libanon. Zu Beginn der Sitzung genehmigte die Versammlung die Tagesordnung des FIFA-Kongresses 2009, die wie folgt abgeändert wurde: Das FIFA-Exekutivkomitee zog seinen Antrag bezüglich Spielberechtigung für das Olympische Fussballturnier der Männer zurück. Dafür soll eine Arbeitsgruppe bestehend aus Mitgliedern der internationalen Fussballfamilie eingesetzt werden, die dieses Thema bearbeitet.

    Der Kongress genehmigte das Protokoll des FIFA-Kongresses 2008 in Sydney, den FIFA-Tätigkeitsbericht 2008/2009, die konsolidierte Jahresrechung 2008, das detaillierte Budget 2010 sowie eine Änderung in Bezug auf die ständigen Kommissionen der FIFA.

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