Das nächste Kapitel für die "Black Stars"

The Ghana team look on
© Getty Images

Obwohl die Afrika-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ gerade erst begonnen hat, befindet sich Ghana bereits mitten in der heißen Phase. Am Samstag treffen die "Black Stars" in der Gruppe D in Ndola auf den amtierenden Champion des Kontinents.

Nachdem Ghana am vergangenen Wochenende mit einem 7:0-Sieg gegen Lesotho einen Auftakt nach Maß feierte, richten sich nun die Blicke auf Sambia. Ohne Zweifel ein Gegner eines anderen Kalibers.

Sambia, das am vergangenen Samstag mit 0:2 gegen Sudan unterlag, feiert die Eröffnung eines neuen Stadions in der Provinz Copperbelt. Die Erwartungen in der ersten Begegnung vor heimischem Publikum nach dem Gewinn der Afrika-Meisterschaft im Februar sind entsprechend hoch.

Kwesi Appiah, der neue Trainer der ghanaischen Auswahl, spricht von einer großen Herausforderung für seine Schützlinge, auch wenn diese zum Auftakt der Qualifikation durchaus zu überzeugen wussten.

Brasilien im Visier"Sambia ist Afrikameister. Zudem spielen sie vor heimischer Kulisse. Folglich ist davon auszugehen, dass es keine leichte Aufgabe wird. Wir sind gut vorbereitet und zuversichtlich, wissen aber auch, dass Sambia verdientermaßen Afrikameister geworden ist und gute Spieler in seinen Reihen hat. Wir müssen unser Bestes geben, wenn wir unser Ziel erreichen wollen - und das ist ein Sieg", so Appiah.

Der neue Coach der "Black Stars", der nach dem enttäuschenden vierten Platz der Ghanaer bei der Afrika-Meisterschaft im April das Traineramt vom Serben Goran Stevanovic übernommen hatte, sieht im Sieg gegen Lesotho vom vergangenen Freitag einen ersten positiven Schritt auf dem Weg nach Brasilien.

"Das Ergebnis ist mir nicht so wichtig, sondern vielmehr, wie sich die Mannschaft präsentiert hat, dass sie auf und abseits des Platzes diszipliniert aufgetreten ist und gezeigt hat, dass sie willens ist, alles für ihr Land zu geben. Es ist immer wichtig, mit einem Sieg in die Qualifikation zu starten."

Appiah betont, dass es unter Umständen besser gewesen wäre, zum Auftakt der Gruppenphase auf einen schwereren Gegner zu treffen, weiß aber auch, dass die großen Herausforderungen in der ausgeglichenen Gruppe D erst noch bevorstehen.

"Sudan hat seine Stärke durch den Sieg gegen Sambia ebenfalls unter Beweis gestellt. Sie haben den Vorteil, bereits seit Langem zusammenzuspielen. Folglich wird in unserer Gruppe jedes Spiel entscheidenden Charakter haben."

Mit großem SelbstvertrauenGhana versucht, sich zum dritten Mal in Folge für eine Weltmeisterschaft zu qualifizieren. 2010 erreichte die Mannschaft in Südafrika als drittes afrikanisches Land ein WM-Viertelfinale.

Der ehemalige Auswahlspieler Appiah war zuvor bereits als Interimstrainer der Mannschaft tätig gewesen und hatte die vergangenen vier Jahre als Trainerassistent der "Black Stars" gearbeitet. Der ghanaische Fussballverband gab ihm schließlich den Vorzug vor anderen namhaften Trainern, wodurch er fortan die Trainertätigkeit in Eigenverantwortung ausüben konnte.

"Ghana ist eine Fussballnation. Als Trainer der 'Black Stars' übernimmt man auch ein großes Maß an Verantwortung. Ich bin überzeugt, dass wir qualitativ starke Spieler haben, und ich denke, dass wir mit der nötigen Disziplin und einer vernünftigen Planung durchaus mithalten können."

Ohne Herzblut keine ChanceAppiah möchte aber auch aus persönlichen Gründen beweisen, dass afrikanische Trainer genauso gut sind wie die Vielzahl ausländischer Übungsleiter, die in Afrika zahlreiche Nationalteams betreuen.

"Ich glaube, dass es höchste Zeit ist, auch den nationalen Trainern eine Chance zu geben und nicht immer jemanden aus dem Ausland zu holen", so Appiah. "Wir müssen Zeichen setzen, um zu zeigen, dass Afrika dazu in der Lage ist. Alle Trainer in meiner Position haben die Verantwortung, ihre Sache gut zu machen und das Vertrauen der Funktionäre zu gewinnen. Wir brauchen aber auch die Unterstützung der Menschen und die gleichen Arbeitsbedingungen, die ausländische Trainer einfordern."

Appiah geht auch behutsam an die Problematik heran, dass zahlreiche ghanaische Topspieler wie Asamoah Gyan, Michael Essien und Kevin-Prince Boateng in den vergangenen Begegnungen aus verschiedenen Gründen nicht mit von der Partie waren. Er ist vor kurzem durch Europa und den Nahen Osten gereist, um mit diesen Spielern über ihr Engagement für die nationale Sache und die Möglichkeit, die Spieler eines Tages wieder im Kreise der Nationalmannschaft zu begrüßen, zu sprechen.

"Es ist Platz in der Mannschaft für jene, die bereit sind, hart zu arbeiten und alles für das Team zu geben. Man kann aber jemanden, der nicht spielen will, nicht dazu zwingen", betont Appiah.

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