FIFA Weltmeisterschaft™

Sieben weiter, sieben raus

Luis Manuel Galeano (10) of Nicaragua scores against Anguilla
© AFP

Sieben Teams aus den unteren Ranglistenregionen der CONCACAF haben den Einzug in die zweite Runde der kontinentalen Qualifikation perfekt gemacht, während sieben andere an der ersten Hürde scheiterten. Große Überraschungen waren in der ersten Qualifikationsrunde der Nord-, Mittelamerika- und Karibik-Zone für Russland 2018 nicht zu verzeichnen. Die beiden mittelamerikanischen Teams aus Belize und Nicaragua kamen eine Runde weiter, während St. Kitts und Nevis sowie Bermuda Kantersiege mit Toren in Hülle und Fülle feierten. Barbados setzte sich nach einer überraschenden Auftaktniederlage vor heimischem Publikum doch noch gegen die Amerikanischen Jungferninseln durch, während Dominica und Curaçao aus hart umkämpften Partien als Sieger hervorgingen.

Die Ergebnisse (nach Hin- und Rückspiel)*
Barbados
– Amerikanische Jungferninseln 4:1
Nicaragua – Anguilla 8:0
*
St. Kitts und Nevis* – Turks- und Caicos-Inseln 12:4
Bahamas – Bermuda *
0:8 *
*
Belize*
– Cayman-Inseln 1:1 (Belize aufgrund der Auswärtstorregel weiter)
Britische Jungferninseln – Dominica *
2:3 *
*
Curaçao**
– Montserrat 4:3

Die Überraschungen
*Kein Deon – keine Tore für Belize
*
Eine der großen Überraschungen der ersten Runde war das Fehlen von Deon McCaulay im Kader Belizes. Er spielt auf Vereinsebene für die Atlanta Silverbacks in der U.S.-amerikanischen NASL und schloss die Qualifikation für Brasilien 2014 als weltweiter Torschützenkönig ab – vor Superstars wie Luis Suárez und Robin van Persie. Weniger überraschend war es angesichts dieser Tatsache, dass Belize ohne ihn Schwierigkeiten mit dem Toreschießen hatte. Nach einem torlosen Remis im Heimspiel gegen die Cayman-Inseln gelang es dem Team im Rückspiel nur dank eines fantastischen Freistoßtors von Elroy Kuylen, die drohende Katastrophe noch zu vermeiden und sich dank der Auswärtstorregel denkbar knapp für die nächste Runde zu qualifizieren. Es ist schwer, in die Zukunft zu schauen, aber man könnte fast darauf wetten, dass der torgefährliche McCauley in der nächsten Runde wieder dabei sein wird.

Amerikanische Jungferninseln – zukunftsträchtig ausgeschieden
Der gebürtig aus Somalia stammende Trainer Ahmed Mohammed hat für die Amerikanischen Jungferninseln ein Team mit einem Durchschnittsalter von 19 bis 20 Jahren zusammengestellt. Der jüngste Spieler – Jacob Borden – ist gerade einmal 16 Jahre alt. Diese Verjüngung schien sich auszuzahlen, als die Insulaner im Hinspiel gegen Barbados einen völlig überraschenden Auswärtssieg landeten. Dann setzte sich aber doch die Erfahrung durch, denn im Heimspiel unterlag man deutlich mit 0:4. "Noch kennt uns niemand", so Mannschaftskapitän Dusty Good im Gespräch mit FIFA.com, "aber wenn die Leute uns einmal spielen gesehen haben, werden wir Gesprächsstoff sein." Der 27-jährige Spielführer sollte recht behalten, und die Insulaner werden so schnell sicher nicht mehr unterschätzt werden.

Nicaraguas Rolle
Im Vergleich zu den Stars der mittelamerikanischen Fussballszene, wie Costa Rica, Honduras, Panama und El Salvador, kommt Nicaragua eine Außenseiterrolle zu. Allerdings dürfte das Land mit einem runderneuerten, jungen Kader in eine rosige Zukunft blicken. Den 8:0-Gesamtsieg gegen Anguilla landete das Team zugegebenermaßen gegen einen schwachen Gegner. Dennoch machten die Nicaraguaner in allen Aspekten einen starken Eindruck und hatten mit Luis Fernando Copete und Moises Raul Leguias ein Starduo in ihren Reihen. Die beiden sind auf Vereinsebene gemeinsam für den AS Puma in der ersten Liga Costa Ricas aktiv und erzielten je zwei Treffer. 

Der Spieler der Runde
Emmerson Boyce (BRB)
Barbados mangelte es im Hinspiel an Disziplin und so unterlag man vor heimischem Publikum einer unerfahrenen Mannschaft von den Amerikanischen Jungferninseln. Im Rückspiel sah es dann allerdings anders aus, als Trainer Marcos Falopa mit Emmerson Boyce einen Spieler berief, der auf Vereinsebene für Wigan Athletic in der zweiten englischen Liga aktiv ist. Der 35-jährige Teamkapitän, der für das Hinspiel nicht nominiert worden war, kehrte mit Pauken und Trompeten zurück. Dank seiner Präsenz im Mittelfeld erarbeiteten die Bajans* sich physische Vorteile und eine Ausgewogenheit, die sich beim entscheidenden 4:0-Sieg als ausgesprochen wertvoll erwies. "Boyce hilft der gesamten Mannschaft", so der Trainer von Barbados, und das war sicher noch maßlos untertrieben.*

Die Statistik
*0 *– Anguilla wartet noch immer auf den ersten Sieg in der WM-Qualifikation. Dieses Mal mussten die Insulaner zwei deutliche Niederlagen gegen Nicaragua hinnehmen. Der zweitletzte der FIFA/Coca-Cola Weltrangliste mit einer Bilanz von 0:10 in der Geschichte der Qualifikation konnte noch nicht einmal einen weiteren Treffer zu seiner Gesamtbilanz von zwei erzielten Toren hinzufügen.

Das Zitat
"Der Ball wollte einfach nicht ins Tor. Und wenn man das nicht schafft, kann man nicht gewinnen. Wir waren so schlecht im Abschluss, aber es hat knapp gereicht. Daher können wir erleichtert aufatmen." Woodrow West (Torhüter, Belize) über die eklatante Abschlussschwäche seines favorisierten Teams gegen die Cayman-Inseln

Die nächste Runde (am 8. und 16. Juni)
St. Vincent und die Grenadinen – Guyana
Antigua und Barbuda – St. Lucia
Puerto Rico – Grenada
Kanada – Dominica
Dominikanische Republik – Belize
Guatemala – Bermuda
Aruba – Barbados
St. Kitts und Nevis – El Salvador
Curaçao – Kuba
Nicaragua – Suriname

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