Außenseiter wollen Asien-Qualifikation mit Paukenschlag eröffnen

Indian footballer Clifford Miranda (L) vies with Nepal football team captian Sagar Thapa (R)
© AFP

Es ist gerade einmal acht Monate her, dass die deutsche Fussball-Nationalmannschaft im Maracanã-Stadion die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ für sich entscheiden konnte. Mit dem Start der ersten Runde der Asien-Qualifikation am kommenden Donnerstag beginnt nun bereits wieder der weltweite Kampf um die Qualifikation für das nächste globale Großereignis, die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™.

Die sechs Paarungen der zwölf in der AFC-Rangliste am schlechtesten platzierten asiatischen Länder werden in Hin- und Rückspiel am 12. und 17. März ausgetragen, wobei die siegreichen Mannschaften dieser ersten Runde in die zweite Runde einziehen und dort auf die restlichen 34 Teams stoßen.

Unter "Dokumente" finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zur Qualifikation für Russland 2018.

Diese erste Runde der WM-Qualifikation in Asien dient gleichzeitig als erste Runde der Qualifikation für den AFC Asien-Pokal 2019. Es steht also einiges auf dem Spiel, und der Wettbewerb lässt Fussballfans aus nah und fern vom Titel träumen.

Viele Augen sind auf Indien gerichtet. Das in der Weltrangliste am besten platzierte Team der zwölf Vertreter trifft im Topspiel der ersten Runde auf heimischem Boden auf den regionalen Rivalen Nepal. Mit einer deutlich gestärkten Mannschaft reist Pakistan nach Doha, wo sie auf die Mannschaft des Jemen treffen, mit dem Ziel, seinen ersten Sieg in über drei Jahrzehnten gegen das westasiatische Team zu feiern. Kambodscha empfängt Macau und will an seine deutlichen Überlegenheit der letzten Jahre über die südostasiatische Mannschaft anknüpfen.

Des Weiteren empfängt Chinese Taipei nach einem torlosen Spiel gegen die DVR Korea nun das Team Brunei Darussalam und Sri Lanka ist zuversichtlich, seine makellose Bilanz gegen Bhutan fortsetzen zu können. Die Mongolei hingegen trifft in einem Auswärtsspiel in Osttimor auf einen eher unbekannten Gegner. FIFA.com betrachtet diese bevorstehenden interessanten Begegnungen auf dem asiatischen Kontinent etwas näher.

Das Topspiel
Indien - Nepal, Indira Gandhi Athletic Stadium, Guwahati, 15:30 Uhr (Ortszeit)

Im Verlauf der letzten viereinhalb Jahrzehnte und in nicht weniger als 13 Begegnungen hat sich zwischen den beiden benachbarten Ländern eine intensive fussballerische Rivalität entwickelt. Mit zehn Siegen und zwei Unentschieden scheint die indische Mannschaft von Trainer Stephen Constantine zwar einen deutlichen mentalen Vorteil zu haben, doch der Engländer weiß, dass er seinen Gegner nicht unterschätzen darf.

Seit Jack Stefanowski vor drei Jahren die Mannschaft aus Nepal als Trainer übernahm, hat diese tatsächlich in kurzer Zeit sehr große Fortschritte gemacht. Unter dem in Polen geborenen amerikanischen Taktiker gelang Nepal bei der SAFF-Meisterschaft 2013 im eigenen Land ein 2:1-Sieg gegen Indien.

Die Hoffnungen der Gastgeber ruhen auf Sunil Chhetri, Indiens bestem Torjäger aller Zeiten mit 45 Toren in 82 Länderspielen, der vor dem gegnerischen Tor für Betrieb sorgen soll. Auch die Tatsache, dass Constantine von 1999 bis 2001 als Trainer der Nepalesen tätig war und somit den Gegner sehr gut kennt, dürfte der Heimmannschaft einen zusätzlichen Vorteil verschaffen.

Nepal wiederum baut auf sein Angriffsduo Anil Gurung und Ju Manu Rai, die beide am damaligen Sieg gegen Indien mit einem Tor beteiligt waren. Falls sie in Indien keine deutliche Niederlage einstecken, werden die Gorkhalis mit großer Zuversicht in das Rückspiel gehen.

Andere Höhepunkte
Pakistan fährt mit einer offenen Rechnung zum Spiel gegen Jemen, das in Doha stattfinden wird, nachdem die Mannschaft in beiden Begegnungen auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 1994 in den USA eine deutliche Niederlage hinnehmen musste. Auch wenn ihre bisherige Bilanz eher enttäuschend ist, treten die Gäste dieses Mal mit einer anderen Mannschaft auf, verstärkt durch acht Auslandslegionäre.

Auch Brunei Darussalam ist an einer Revanche interessiert: In der letzten Begegnung mit Chinese Taipei, einem Freundschaftsspiel im Jahr 2009, musste die Mannschaft eine 0:5-Niederlage hinnehmen. Bruneis Hoffnungen ruhen auf ihren Stars vom DPMM FC, insbesondere auf den beiden Said-Brüdern Mohd und Adi, die im Sturm für einen erfolgreichen Abschluss sorgen sollen.

Dem jüngsten 2:2-Unentschieden gegen Singapur zufolge sieht es für Macau so aus, als könnte die Mannschaft in Kambodscha den Spieß umdrehen, zumal diese im Rahmen des AFF Suzuki-Cups 2014 eine 2:4-Niederlage gegen Singapur hinnehmen musste. Die Gastgeber um den koreanischen Trainer Lee Taehoon können sich auf ihre stolze Bilanz von drei Siegen in den letzten vier Begegnungen stützen.

Sri Lanka dürfte mit Bhutan ein leichtes Los getroffen haben, zumal die Bhutaner auf dem letzten Platz der Weltrangliste stehen und in jeder der letzten fünf Begegnungen unterlegen waren.

Wichtige Spieler
Stefanowskis Mannschaft zählt drei U-17-Spieler, darunter der Stürmer vom KRC Genk, Bimal Magar, der einer der wichtigsten Leistungsträger des Teams ist. Mit seinem Ausgleichstor zum 1:1-Unentschieden gegen Pakistan vor zwei Jahren ging der Teenager mit gerade einmal 15 Jahren, acht Monaten und acht Tagen als jüngster Torschütze eines Länderspieltors in die Geschichte des nepalesischen Fussballs ein. Und seitdem hat er sämtliche Erwartungen erfüllt, die diese vielversprechende Leistung mit sich brachte. Unter anderem erzielte er vier Tore und verhalf Nepal zur Teilnahme an der AFC U-16-Meisterschaft, auf Kosten von Irak.

Hätten Sie's gewusst?Indien ist die einzige unter den zwölf Mannschaften, die sich schon einmal für eine FIFA-Weltmeisterschaft qualifizieren konnte. Nachdem sich Indiens Kontrahenten aus der Qualifikation zurückzogen, hatte Indien ein Ticket für Brasilien 1950 sicher. Doch der Traum der ganzen Nation wurde nicht wahr, da sich die Verantwortlichen gegen eine Teilnahme aussprachen.

Das Zitat
"Unser Ziel ist es, den Nachwuchsfussball in unserem Land zu fördern, und ein gutes Ergebnis in der Qualifikation würde innerhalb des Landes mehr Interesse wecken. Wir müssen Geduld haben und wissen, dass Erfolg nicht über Nacht kommt."
Mike Wong (Sportdirektor Brunei)

Erste Runde der AFC-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™
12. und 17. März:

Indien – Nepal
Jemen – Pakistan
Osttimor – Mongolei
Kambodscha – Macau
Chinese Taipei - Brunei Darussalam
Sri Lanka - Bhutan

Alle verwandten Dokumente