Álvarez will das Glück zurückbringen

Forward Arturo Alvarez  #16 of El Salvador
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In der Hoffnung, in der WM-Qualifikation für Brasilien 2014, in der man vielleicht bald auf Mexiko und Costa Rica treffen wird, gut abzuschneiden, setzt El Salvador derzeit auf das Selbstbewusstsein und das Talent seiner neuen Spielergeneration um Mittelfeldspieler Arturo Álvarez.

Allgemein heißt es, dass hochklassige Spiele häufig durch kleine Details entschieden werden. Das Glück ist eines davon. Und eben diesem Glück läuft El Salvador bereits eine Ewigkeit hinterher. Bislang stand die Glücksgöttin Fortuna nämlich nicht gerade auf der Seite der Mittelamerikaner. Zumindest wenn es sich um die Selecta, die Nationalmannschaft El Salvadors handelt, zeigte sie sich überwiegend starrköpfig, wobei sie stets noch einen Funken Hoffnung versprühte. Denn obgleich die Cuscatlecos, wie die salvadorianischen Nationalspieler in ihrer Heimat genannt werden, seit 1982 nicht mehr bei einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ vertreten waren, stehen sie in dem Ruf, einen schier unerschütterlichen Glauben an sich selbst zu besitzen. "Unser Selbstvertrauen ist enorm", gestand Arturo Álvarez im Gespräch mit FIFA.com.

Die Tabellenführung in der Gruppe A der zweiten Runde der CONCACAF-Qualifikation "tut dem Fussball in El Salvador sichtlich gut", freute sich Nationaltrainer Ruben Israel, der seit April dieses Jahres im Amt ist. Unmittelbar vor der Auswärtspartie gegen die Dominikanische Republik und dem Heimspiel gegen die Cayman-Inseln, das vier Tage später ansteht, deutet alles darauf hin, dass seine Mannschaft den Einzug in die dritte und letzte Qualifikationsrunde der CONCACAF-Zone perfekt machen wird. "Wir haben in der Tat sehr gute Spieler", erläuterte der Spielmacher des MLS-Klubs Real Salt Lake nicht ohne Stolz. "Der Trainer hat hervorragende Arbeit geleistet. Er hat uns eine andere Mentalität und großes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten vermittelt. Wir wussten, dass wir es in dieser zweiten Qualifikationsrunde mit kleineren Fussballnationen zu tun bekommen würden. Deshalb wollen wir alle Spiele gewinnen. Und wir warten bereits jetzt voller Ungeduld auf das, was uns danach erwartet."

Zwei Jahre nach seinem Debüt in der A-Nationalmannschaft von El Salvador verkörpert Arturo Álvarez, der in Houston geboren wurde und bereits für die U.S.-amerikanische U-17-, U-18-, U-20- und U-23-Auswahl gespielt hat, das Sinnbild eben dieser Spielfreude, wie sie der redegewandte Nationalcoach seinem Team bescheinigt. "Falls wir die nächste Qualifikationsrunde erreichen sollten, werden wir dort nicht mehr als Favorit, sondern als Außenseiter gelten. Wir haben bewiesen, dass wir gegen jede Mannschaft punkten können. Die 0:5-Niederlage beim CONCACAF Gold Cup gegen Mexiko entsprach nicht dem wahren Spielverlauf. Ich habe mit dieser Mannschaft enorm viel Spaß, und ich will – ebenso wie meine Mitspieler – mit ihr möglichst gewinnen und die Qualifikation für Brasilien 2014 schaffen", so der 26-jährige gebürtige Texaner.

Lernen, das Interesse ausländischer Klubs zu wecken
Dennoch bleibt Álvarez, der inmitten der WM-Qualifikation für Südafrika 2010 nach El Salvador gekommen war, vorsichtig realistisch. "In der Partie gegen die USA haben wir deutliche Schwächen offenbart. Immerhin hatten wir schon mit 2:0 geführt, bevor wir das Spiel am Ende noch aus der Hand gegeben haben. Und zuletzt beim CONCACAF Golf Cup passierte uns im Viertelfinale gegen Panama das Gleiche. Die Panamaer erzielten in letzter Sekunde den Ausgleichstreffer, und im Elfmeterschießen hatten wir dann das Nachsehen", so der frühere Mittelfeldakteur der San José Earthquakes. Als Entschuldigung will er dies indes nicht verstanden wissen. "Der Fehler liegt auch bei uns selbst. Wir müssen lernen, über die vollen 90 Minuten konzentriert durchzuspielen. Daran wird der Trainer arbeiten müssen, denn das ist ein Schlüsselproblem. Es muss uns einfach gelingen, ein Ergebnis auch bis zum Abpfiff zu halten."

Obgleich die *Selecta *in der Lage ist, "den Ball ganz gut in den eigenen Reihen zu halten", mangelt es ihr laut Álvarez an Führungsspielern, die über Erfahrung in europäischen Ligen verfügen. "Ohne solche Spieler werden wir es schwer haben, einen weiteren Schritt nach vorn zu machen", meinte der offensive Mittelfeldakteur. "Ich bin wirklich überrascht, dass wir so wenige Spieler haben, die in großen ausländischen Ligen aktiv sind, denn das Talent dafür haben unsere Nationalspieler durchaus. Viele von ihnen könnten in Europa spielen, allerdings unter der Voraussetzung, dass sie auch mit schwierigen Situationen umgehen können", so Álvarez, der sich 2007 bei Girondins Bordeaux versucht hatte. "Die WM-Qualifikationsspiele bieten zugleich eine gute Gelegenheit, auch international auf sich aufmerksam zu machen. Das haben wir neulich beim CONCACAF Gold Cup erlebt, als einer unserer Nationalspieler danach von einem russischen Zweitligaklub verpflichtet wurde. Das ist in jedem Fall eine Zusatzmotivation", glaubt der frühere Ziehsohn von Ex-Nationaltrainer Carlos de los Cobos, unter dem Álvarez sein Nationalmannschaftsdebüt für El Salvador feierte.

Zwei Jahre später spricht Álvarez von einer "soliden Basis" und vom "Aufbau", wenn er nach seiner Meinung über die* Selecta *gefragt wird. Demnach fehlt der Mannschaft jetzt nur noch das berühmte Quäntchen Glück.

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