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Alex profitiert bei Celtic von "Ability Counts"

Alex O'Donnell with (L-R) Scotland's League Cup, Scottish Premiership and Scottish Cup trophies.
© Others
  • Alex O'Donnell hat das Down-Syndrom
  • Der leidenschaftliche Celtic-Fan ist Touristenführer für Stadionrundgänge des Klubs
  • Er profitiert enorm vom Projekt "Ability Counts" der Celtic-Stiftung

Jeder Fussballklub ist durch seine Geschichte geprägt, doch kaum einer ist seinem Erbe so treu wie Celtic. In der Hymne des schottischen Serienmeisters geht es passenderweise ebenfalls um die Geschichte des Klubs und den Stolz darauf.

Wer den in diesen Tagen den Celtic Park besucht, sieht zunächst einmal ein Meer aus Schals, Flaggen und Blumen. Sie wurden von Fans zum Gedenken an die beiden kürzlich verstorbenen Europapokalsieger von 1967 Billy McNeill und Stevie Chalmers niedergelegt.

Wer weiter ins Stadion vordringt, trifft mit etwas Glück auf Alex O'Donnel, einen lebenden Beweis dafür, wie sehr der Klub seine Gründungsideale noch heute aktiv umsetzt.

Alex hat das Down-Syndrom. Gleichzeitig ist er leidenschaftlicher Celtic-Anhänger – und wenn jemand die Geschichte des Klubs kennt, dann ist es Alex. Wer mit ihm den Stadionrundgang macht, hört von Alex Zahlen, Daten, Fakten und Anekdoten über Torschützen in obskuren Pokalspielen, die zum Teil viele Jahrzehnte vor seiner Geburt stattfanden.

Alex ist einer der offiziellen Touristenführer, der durch das Projekt "Ability Counts" der Celtic-Stiftung enorm profitiert hat.

Alex ist bereits seit Einführung des Projekts 2010 dabei und in dieser Zeit im Celtic Park zu einer ebenso bekannten wie beliebten Persönlichkeit geworden. Peter Lawwell, der leitende Geschäftsführer des Klubs, bezeichnet den 20-Jährigen als "außergewöhnlichen jungen Mann" und fügt hinzu: "Es ist großartig, dass Fans und Besucher im Stadion seine natürliche Wärme und sein freundliches Wesen erleben."

Dabei ist seine Rolle als Touristenführer – " Alex' Traumjob", so seine Mutter Lian – nur die jüngste in einer ganzen Reihe toller Erfahrungen, die er dank des Projekts "Ability Counts" gemacht hat. Das Projekt wurde eingerichtet, um junge Menschen mit Down-Syndrom durch Spiel, Tanz und natürlich Fussball zu unterstützen, zu fördern und zu motivieren.

Alex hat im Rahmen des Projektes schon als Maskottchen gearbeitet, war bei Trainingseinheiten der ersten Mannschaft dabei und übernimmt nun die Aufgabe des Touristenführers sowie die Betreuung der jüngeren Teilnehmer am Projekt als Trainer.

"Ich liebe es, Trainer zu sein. Das ist einfach genial", sagte Alex im Gespräch mit FIFA.com. "Und auch die Rundgänge sind fantastisch. Ich bin dabei gar nicht nervös – nur aufgeregt."

Alex O'Donnell and Marie Rowan lead the Celtic Park tour.
© FIFA.com

Das bestätigt auch Marie Rowan, die angesehene Celtic-Historikerin, mit der zusammen Alex die Besucher durch das Stadion führt. Sie erlebt auch tagtäglich, dass nicht nur Alex die Rundgänge genießt, sondern auch die zahlenden Teilnehmer seine Leistung sehr schätzen.

"Alex bekommt großartigen Zuspruch, und viel Applaus", so Rowan. "Und wir alle haben viel Spaß zusammen. Er ist ein sehr liebenswerter Junge und ich mag ihn sehr.

Ich habe früher als Lehrerin für Förderunterricht gearbeitet, Jahrzehnte lang. Und ich habe in dieser Zeit auch viele Kinder mit Down-Syndrom unterrichtet. Viele von ihnen hätten so etwas nicht machen können. Aber Alex ist in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Seine Eltern haben Fantastisches geleistet und er hat hier sehr gut zugehört und viel gelernt und ist ein echter Profi geworden.

Was die Stiftung für Kinder mit besonderem Förderbedarf leistet, ist wirklich wundervoll. Die Ergebnisse sind fantastisch. Und Alex hält sozusagen die Fahne für die restlichen beteiligten Kinder hoch."

Der 20-jährige ist, wie die anderen Touristenführer betonen, nur einer von vielen Nutznießern des Projekts "Ability Counts". Dieses Projekt wiederum stellt nur einen kleinen Teil der umfangreichen und inspirierenden Arbeit dar, die die Celtic-Stiftung leistet.

Und wer sich so gut mit der Geschichte des Klubs auskennt wie Alex und seine Familie, der weiß auch, dass diese Arbeit perfekt zum Gründungsethos eines Klubs passt, der ursprünglich zu wohltägigen Zwecken gegründet wurde.

Alex O'Donnell and Celtic Chief Executive Peter Lawwell. 
© Others

"Das ist großartig", findet auch Alex' Vater Owen. "Da ist dieser Klub, der vor 125 Jahren gegründet wurde, um Bedürftigen zu helfen und der Gemeinde etwas zurückzugeben. Und dieser Klub ist seinen Prinzipien bis heute treu geblieben.

"Die meisten Fussballklubs entwickeln sich heute in diese Richtung und haben eine Stiftung oder einen Wohltätigkeitsfond. Und genau so sollte es angesichts der Reichweite und der Kraft des Fussballs ja auch sein.  Celtic legt angesichts seiner Geschichte ganz besonders viel Wert darauf. Und die Arbeit, die die Stiftung leistet, ist großartig.

"Alex hat dadurch unglaublich profitiert. Und wir auch, denn wir sehen, wie viel Spaß ihm seine Tätigkeit macht und wie sehr er in seiner Rolle wächst. Wir sind sehr stolz auf ihn und wir sind Celtic sehr dankbar für alles, was sie tun"

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