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Al Hussain: Vergangenheit und Gegenwart als Ansporn

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Wenn der usbekische Schiedsrichter Ravshan Irmatov am Donnerstag, 8. Oktober, die Partie des vierten Spieltags in der Gruppe E der Asienqualifikation zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018 zwischen Syrien und Japan anpfeift, werden die syrischen Anhänger mit Sicherheit noch die letzte Begegnung mit den Samurai Blue beim AFC Asien-Cup 2011 im Gedächtnis haben.

In jenem Duell, das im Qatar SC Stadium in Doha stattfand, mussten die Japaner bis acht Minuten vor dem Ende warten, um sich dank eines Elfmeters den Sieg zu sichern und ihren Weg zum vierten kontinentalen Titel fortzusetzen.

Diese Niederlage war für die Syrer schwer zu verkraften, verrät Abdelrazaq Al Hussain rückblickend im Exklusivinterview mit FIFA.com: "Wenn ich an diese Begegnung denke, werde ich sehr traurig, weil wir den Sieg nur um Haaresbreite verpasst haben. Es stand unentschieden [1:1, Anm. d. Red.] *und der japanische Torhüter war des Feldes verwiesen worden, aber am Ende verloren wir durch einen strittigen Elfmeter in den letzten Minuten *[2:1]."

Mehr als vier Jahre später ist der 29-Jährige der Ansicht, dass jene Leistung seiner Mannschaft am Donnerstag als Motivation dienen wird. Ein gutes Ergebnis würde es den Syrern zudem erlauben, die Tabellenführung zu verteidigen. "Unsere Leistung damals wird uns trotz der Niederlage motivieren. Das japanische Team war in Bestform und hat den Asien-Cup gewonnen. Den jüngeren Spielern erzählen wir oft von diesem Spiel und dass wir den Japanern ebenbürtig waren. Mit dieser Generation können wir ein gutes Ergebnis erzielen."

Die japanischen Stürmer aufhalten
Mit drei Siegen in Folge und 13 Toren ohne Gegentreffer erwischte die syrische Auswahl einen perfekten Start in die Qualifikation für Russland 2018. Sie tragen daher eine große Verantwortung, wenn es nun gegen Shinji Kagawa, Keisuke Honda und Co. geht.

"Die japanische Auswahl ist sehr stark", bestätigt Al Hussain. "Viele Spieler sind in Europa aktiv und in der Lage, gegen jeden Gegner ein Tor zu erzielen. Unser Trainer hat einen Plan ausgearbeitet, um sie aufzuhalten, und wir wollen intelligent zu Werke gehen. Ich hoffe, dass es uns gelingt, im vierten Spiel in Folge ohne Gegentreffer zu bleiben."

Die Neuverpflichtung des libanesischen Klubs Al Ahed verweist auch auf das Team Singapurs, das den Japanern am ersten Spieltag Paroli bieten konnte: "Dieses Unentschieden hat alle überrascht. Die Singapurer waren in Bestform und es gelang ihnen, Japan in Schach zu halten und dabei Effizienz und Umsicht an den Tag zu legen. Das beweist, dass wir den Sieg erlangen können, wenn wir ein großartiges Spiel abliefern."

Hoffnungsvolle Zukunft
Zwei Monate nach dem Duell gegen Japan beim Asien-Cup 2011 begannen die dramatischen Ereignisse, die Syrien derzeit durchmacht. Seitdem trainiert die syrische Auswahl trotz einer schweren Gegenwart umso gewissenhafter, um gute Ergebnisse zu erzielen. "Wir können auf erfahrene Spieler und junge Hoffnungsträger bauen. Es herrscht ein gutes Gleichgewicht. Mit einer besseren Vorbereitung hätten wir noch weiter kommen können. Wir nehmen uns die irakische Auswahl zum Vorbild, die in der schlimmsten Phase ihrer inneren Krise den Asien-Cup 2007 gewonnen hat."

Die Partien finden zudem in Maskat statt, so dass die syrische Auswahl wohl auf ihren zwölften Mann verzichten muss: ihre zahlreichen begeisterten Anhänger. "Außerhalb Syriens spielen zu müssen, ist tatsächlich ein negativer Faktor", räumt Al Hussain ein. "Wir sind sehr enttäuscht, nicht bei uns spielen zu können. Unsere Anhänger kommen zahlreich und sind sehr fachkundig. Es wäre viel besser für uns gewesen, diese Partie in Syrien vor 40.000 Zuschauern spielen zu können."

Dies hindert Abdelrazaq Al Hussain indes nicht daran, optimistisch zu bleiben. Zumal er der Ansicht ist, dass die Siege dazu beitragen können, die Leiden des syrischen Volkes zu lindern und ihnen das Lächeln zurückzugeben.

"Ich sage immer, dass wir dem syrischen Volk eine Freude bereiten können", erklärt der Spieler, der bei der FIFA U-20-WM Niederlande 2005 dabei war. "Es hat in den letzten Jahren viel gelitten. Das syrische Volk hinter uns vereinigen zu können, gibt uns zusätzliche Motivation, um ein gutes Ergebnis zu erzielen."

Mit einem Sieg gegen Japan am Donnerstag würde die syrische Auswahl zudem beweisen, dass sie trotz der widrigen Umstände nach wie vor einen großen Erfolg erreichen kann.

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