Afrikas große Fussballnationen wollen wieder dabei sein

Bei der Vorrundenauslosung der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ war Afrika als erster Kontinent an der Reihe. Dessen Fussballnationen wissen nun, welcher Weg sie zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018 führt. Diesen Weg kennen naturgemäß jene fünf Mannschaften am besten, die schon beim letzten Mal den Sprung geschafft haben – und das Mal davor, in Südafrika 2010.

Sie gehören zu den 13 Mannschaften, die erst in der zweiten Qualifikationsrunde ins Geschehen eingreifen und dort auf die 13 Gewinner aus der ersten Runde treffen. Diese wiederum wird jeweils mit Hin- und Rückspielen am 5. und 13. Oktober 2015 ausgespielt.

Der Klub der Fünf
*So trifft etwa *Algerien
, das in Brasilien im Achtelfinale dem späteren Titelgewinner Deutschland schwer zusetzte, auf den Sieger der Paarung Tansania/Malawi. Die Wüstenfüchse setzen dabei auf ihre schon traditionelle Heimstärke. Sie war bei allen vier bisher gelungenen Endrundenteilnahmen des Landes (1982, 1986, 2010 und 2014) der Schlüssel zum Erfolg.

Für Nigeria geht es derweil entweder gegen Djibouti, die in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste am schlechtesten platzierte afrikanische Mannschaft, oder gegen Swasiland. Allerdings befinden sich die Super Eagles, die 2014 in Brasilien ebenfalls die Vorrunde überstanden, gerade im Umbruch. Erfolgstrainer Stephen Keshi, mit dem sie 2013 Afrikameister wurden, wurde von Sunday Oliseh abgelöst. Der Goldmedaillengewinner der Olympischen Spiele 1996 will sein Land unbedingt zur sechsten WM-Endrunde führen. Wie Algerien ist auch Nigeria zu Hause eine Macht und in der WM-Qualifikation seit dem 10. Oktober 1981 ungeschlagen.

Das ist aber noch nichts gegen Kamerun! Die letzte Mannschaft, die aus der Höhle der Unzähmbaren Löwen drei Punkte entführen konnte, war Kongo am 31. Oktober 1976. Ausgerechnet Auslosungsassistent Samuel Eto'o war es, der für Kamerun Schicksal spielte. Inzwischen hat der einstige Torschütze vom Dienst (18 Treffer allein in der WM-Qualifikation) seine Nationalmannschaftskarriere zwar beendet, aber das hinderte ihn natürlich nicht daran, Kamerun den Sieger des Duells zwischen Somalia und Niger als Gegner zuzulosen. Die Spielergeneration, an die Eto'o inzwischen den Staffelstab weitergereicht hat, muss noch beweisen, dass ihr die Fußstapfen des Weltklasse-Stürmers nicht zu groß sind. Schließlich soll eine eventuelle achte WM-Endrundenteilnahme dann auch besser verlaufen als die 2014 in Brasilien.

Die Elfenbeinküste zählte ebenfalls zu den Enttäuschten des vergangenen Sommers, als bereits nach der Vorrunde Schluss war. Den Abschied von Superstar Didier Drogba hat sie jedoch erstaunlich reibungslos gemeistert, wie der Gewinn des CAF Afrikanischen Nationen-Pokals 2015 beweist. Für die Elfenbeinküste werden Liberia oder Guinea-Bissau zur ersten Prüfung auf dem Weg zu einer möglichen vierten WM-Endrunde in Folge. Das Achtelfinale haben die Elefanten dabei dort jedoch noch nie erreicht.

Auch für Ghana wäre es die vierte WM-Teilnahme in Folge. Erster Gegner sind dabei entweder die Komoren oder Lesotho. In Brasilien waren die Black Stars noch die jüngste vertretene Mannschaft und mussten ihrer Unerfahrenheit durchaus Tribut zollen. Nun gilt es für sie zu zeigen, dass sie gereift sind.

Der Klub der WM-Teilnehmer
Unter den 13 Gruppenköpfen, die erst in der zweiten Runde in die Qualifikation eingreifen, finden sich vier weitere frühere WM-Endrundenteilnehmer, nämlich Tunesien (1978, 1998, 2002, 2006), Ägypten (1934, 1990), Senegal (2002) und die DR Kongo (1974).

Für alle anderen wird es sofort ernst und es kommt zu Spitzenspielen zwischen direkt für die zweite Runde qualifizierten Mannschaften. So ist beispielsweise auch Marokko viermaliger WM-Teilnehmer. Das Erreichen der letzten Endrunde datiert aber von 1998. Erster Gegner der Nordafrikaner auf dem Weg nach Russland ist mit Äquatorial-Guinea eine der aufstrebenden Fussballnationen des Kontinents. Beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal 2015 belegte die Mannschaft im eigenen Land zuletzt den vierten Platz.

Das zweite Spitzenspiel der zweiten Runde beschert uns das einzige Duell zweier ehemaliger afrikanischer WM-Teilnehmer dieser Auslosung. Angola, der WM-Teilnehmer von 2006, trifft auf ein echtes Schwergewicht des Kontinents, nämlich Südafrika, das sich 1998 und 2002 qualifizieren konnte und das Turnier 2010 selbst ausrichtete. Favorit ist Angola also entsprechend nicht, aber die Vergangenheit hat gezeigt, dass der vermeintliche Außenseiter vor allem daheim eine echte Hürde darstellt. Angolas letzte Heimniederlage in der WM-Qualifikation datiert vom 25. Juni 1989.

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