Olympische Jugendfutsalturniere 2018 - Männer

Erfolgreiches Pilotprojekt in Buenos Aires

(FIFA.com)
The participants line up for a team photo during the FIFA Exchange Programme of the Buenos Aires
© Getty Images
  • In Buenos Aires drehte sich alles um den Futsal
  • 28 Personen aus 13 Verbänden nahmen teil
  • Die Veranstaltung ist Bestandteil eines Pilotprojekts für eine Initiative, die 2019 gestartet werden soll

Die Olympischen Jugendfutsalturniere der Männer und Frauen Buenos Aires 2018 waren ein Meilenstein für die Sportart, boten gleichzeitig aber auch Gelegenheit, über Futsal zu reden.

Vom 17. bis 19. Oktober, an den Tagen, an denen die Spiele um die Medaillen stattfanden, wurde in der argentinischen Hauptstadt ein Pilotprojekt gestartet. Das Projekt findet im Rahmen einer FIFA-Initiative statt, die bei Entwicklungsfragen auf einen neuen Ansatz setzt.

"Bei diesem Programm handelt es sich im Grunde um einen Workshop, bei dem wir die Verbände an einem bestimmten Ort zusammenbringen und ihnen ein Thema geben, das wir für die entsprechende Region für relevant halten", erklärt Philip Zimmermann, bei der FIFA zuständig für Basisfussball und Jugendförderung.

"Ähnliche Workshops haben wir bereits auf den Salomon-Inseln zum Jugendfussball und in Thailand zum Frauenfussball organisiert. In diesem Fall geht es mit Unterstützung der CONMEBOL um Futsal", fährt er fort.

"Wie der FIFA-Präsident in seiner Vision FIFA 2.0 bereits dargelegt hat, gibt es bei den Verbänden umfangreiches Wissen, das es zu nutzen gilt. Es wäre ein Fehler, von Zürich aus zu agieren und zu sagen: 'Wir wissen, wie wir den Futsal in diesem oder jenem Land am besten fördern können'. Wir haben eine andere Vorstellung", so Zimmermann.

"Wir möchten die Verbände dabei unterstützen, optimale Vorgehensweisen und Problemlösungsansätze zu teilen. Es handelt sich um ein Entwicklungskonzept, das basierend auf dem Feedback und den Lehren aus dem Pilotprojekt 2019 offiziell gestartet wird. Der Futsal-Workshop war in jeder Hinsicht sehr positiv."

Die Vorzüge dieses Formats

Am Workshop in Buenos Aires nahmen 28 Personen mit 13 Nationalitäten teil, die in ihren Verbänden unterschiedliche Positionen und Funktionen bekleideten. Alle zehn Länder der südamerikanischen Fussballkonföderation CONMEBOL waren vertreten.

Die Wahl des Veranstaltungsortes fiel nicht zufällig auf Buenos Aires. "Olympische Spiele, bei denen der Futsal im Blickpunkt steht, ziehen weltweit Aufmerksamkeit auf sich. Sie können bei der Futsalförderung als Katalysator fungieren", erklärt Brent Rahim, bei der FIFA verantwortlich für Entwicklung im Futsal- und Beach-Soccer-Bereich.

"Es gibt nichts Besseres, als den Verantwortlichen in Südamerika vor Ort zu zeigen, wie eine solche Veranstaltung im Männer- wie im Frauenbereich von einem Verband aus der eigenen Region organisiert wird. Darüber hinaus sprechen wir hier von einem Verband, der vor kurzem eine landesweite Liga eingerichtet hat und viel berichten und zeigen kann."

Tatsächlich war die nationale argentinische Futsalliga einer der Tagesordnungspunkte des Workshops. Die Liga konnte mit Unterstützung des FIFA-Forward-Programms für Fussballförderung auf die Beine gestellt werden, und die erste Auflage war ein voller Erfolg.

Luis Castro, Leiter der Entwicklungsabteilung des argentinischen Fussballverbands (AFA), der den Fall vorstellte, ist "stolz darauf, dass unsere Liga als Vorbild für die Region fungieren kann. Es geht jetzt darum, dass wir diesen Erfolg nicht für uns behalten, sondern unsere Erfahrungen teilen, damit der Futsal sich auf kontinentaler Ebene weiterentwickeln kann."

Präsentationen, Meetings und Schlussfolgerungen

Der Betrieb einer langesweiten Liga ist so wichtig, dass das Thema vom Spanier Javier Lozano aufgegriffen wurde, zweimaliger Gewinner der FIFA Futsal-Weltmeisterschaft, Mitglied der Technischen Studien-Gruppe der FIFA und Präsident der mächtigen spanischen Liga.

Auf dem Programm standen auch Präsentationen des costa-ricanischen Fussballverbands, der die Futsalförderung mittels verbesserter Infrastruktur vorstellte, sowie des neuseeländischen Fussballverbands, der eine integrative Vision von Futsal und Fussball zeichnete. Darüber hinaus gab es einen technischen Beitrag des Brasilianers Paulo César de Oliveira, der als Trainer 2008 Weltmeister wurde.

Außerdem gab es Gelegenheit, weitere Fallbeispiele zu erörtern und bilaterale Gespräche zu führen.

Laut der Protagonisten war der Workshop ein voller Erfolg. Luis Ramírez, Leiter der Entwicklungsabteilung des chilenischen Fussballverbands, macht den Erfolg an einigen Beispielen fest.

"Wir sind im Futsal ein Schwellenland, und nach diesen drei Tagen nehmen wir einige Dinge mit, die wir bei uns anwenden können", erklärt er.

"Den Beitrag Neuseelands fanden wir aufgrund des integralen Entwicklungsplans interessant, bei dem die Ausbildung im Fussball und Futsal an der Basis gemeinsam erfolgt, und die Unterteilung erst später vorgenommen wird. Von Costa Rica haben wir erfahren, wie und wo in Infrastruktur investiert wurde, und Argentinien hat uns gezeigt, wie in den einzelnen Regionen Ligen auf die Beine gestellt wurden, um schließlich eine landesweite Liga auszutragen. Und dann haben uns die Spanier noch aufgezeigt, worauf es bei einer solchen Liga ankommt. Viel erfolgreicher kann ein Workshop kaum sein."

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