Olympische Jugendfussballturniere

Leblanc: "Die wichtigste Botschaft: Tief durchatmen und Spaß haben"

(FIFA.com)
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© Getty Images
  • Karina LeBlanc fungiert während der Olympischen Jugendspiele in Buenos Aires als "Athlete Role Model"
  • Die legendäre Kanadierin wird mit den Sportlern über ihre Erfahrungen sprechen
  • Im Interview mit FIFA.com spricht sie über ihre Rolle und die Bedeutung des Futsal

Karina LeBlanc liebt Sport, vor allem aber die olympische Bewegung. "Größe" sei das erste Wort, das ihr im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen in den Sinn komme. Daher ist es für die Kanadierin nach eigenen Angaben etwas ganz Besonderes, als "Athlete Role Model" (ARM) für die Olympischen Jugendfutsalturniere Buenos Aires 2018 ausgewählt worden zu sein.

Die ehemalige Torhüterin, die heute zum Kreis der FIFA-Legenden gehört, wurde im Rahmen eines Programms ausgewählt, dessen Ziel es ist, die Nachwuchssportler durch ehemalige Champions zu inspirieren. Während des Turniers, das für den Futsal am 7. Oktober beginnt, wird sie mit den jungen Sportlern über diverse Aktivitäten in Kontakt treten, um sie an ihren Erfahrungen teilhaben zu lassen.

"Meiner Meinung nach kann man am besten mit jungen Sportlern in Kontakt treten, indem man sich in ihre Lage versetzt", so LeBlanc vor der Abreise nach Buenos Aires im Gespräch mit FIFA.com. "Das ist nicht besonders schwer. Als ich jünger war, hatten wir in der Region, in der ich aufgewachsen bin, die "BC Summer Games" – eine Art Olympische Spiele im Miniformat. Ich erinnere mich noch daran, wie aufregend das war. Dabei habe ich nur meine Stadt repräsentiert! Dies ist eine große Chance für alle Athleten, denn sie erfahren bereits in sehr jungen Jahren eine enorme Ehre."

"Es ist wichtig, sie daran zu erinnern, den Augenblick zu genießen und Spaß zu haben, denn ehe sie sich versehen sind die Spiele zu Ende, und wenn sie nicht wirklich präsent sind, werden sie ein unglaubliches Erlebnis verpassen. Welche Botschaft die wichtigste ist? Tief durchatmen und Spaß haben."

LeBlancs Erfolgsbilanz

  • Teilnahme an fünf FIFA Frauen-Weltmeisterschaften
  • Gewinn der Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 2012 in London
  • Erste Profifussballerin, die UNICEF-Botschafterin wurde
  • Leitet eine eigene Stiftung, um Mädchen bei der Verwirklichung ihrer Träume zu unterstützen
  • Nimmt am FIFA-Programm zur Förderung weiblicher Führungskräfte teil

Der Sport als Gegenpol zu Mobbing und Schüchternheit
LeBlanc musste einen langen Weg zurücklegen und viele Hindernisse überwinden, um zu einem Aushängeschild des kanadischen Frauenfussballs zu werden. Am Ende dieses Weges konnte sie auf 110 Länderspiele und fast 18 Jahre als Nationalspielerin zurückblicken. Als sie im Alter von acht Jahren von der Karibikinsel Dominica nach Kanada zog, war sie nach eigenen Angaben ein schüchternes Mädchen, das von anderen gemobbt wurde und nicht ins Bild passte.

Doch sie fand ihren eigenen Weg der Integration und Entwicklung. "Der Sport hat alles verändert. Ich fühlte mich endlich als Teil des Ganzen und habe ein Selbstwertgefühl bekommen. Ich wollte immer die beste Version meiner selbst sein."

Die Bedeutung des Futsal
LeBlanc wird in Buenos Aires versuchen, all ihre Erlebnisse mit den Nachwuchssportlern zu teilen. "Der Sport ist meiner Meinung nach eines der besten Instrumente, um sich auf das Leben vorzubereiten", meint sie.

Bei den Olympischen Jugendspielen spielt der Futsal eine Hauptrolle, und zwar im Männer- und Frauenbereich. Als Förderin von Frauen im Fussball weiß sie auch den Beitrag zu schätzen, den der Futsal für Mädchen leistet.

"Der Fussball war meine Plattform. Er hat mir geholfen, mich selbst zu entdecken und vieles mehr. Für andere Frauen kann der Futsal dasselbe leisten. Es gibt Gebiete, in denen Futsal die bessere Option ist. Mir ist es wichtig, dass die Frauen auf die Bildfläche treten, aktiv sind und eine Sportart betreiben, mit der sie sich verbunden fühlen. Über den Sport kann man ungeheuer viele Dinge lernen: im Team arbeiten, mit unterschiedlichen Gefühlen und Menschen umgehen, Niederlagen schnell verwinden, sich Ziele stecken...."

Daher kann es für die nachfolgenden Generationen nur Vorteile bringen, dass diese Sportart endlich in die olympische Agenda aufgenommen wurde. "Wenn du Dinge siehst, glaubst du an die Möglichkeiten. Wenn diese Mädchen sehen, welche Möglichkeiten es gibt, werden sie beginnen, daran zu glauben, dass sie eines Tages dasselbe erreichen können."

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