Olympische Jugendfutsalturniere 2018 - Männer

Rufino – von "La Masia" ins olympische Halbfinale

(FIFA.com)
Santiago Rufino #9 of Argentina scores a penalty kick goal against Panama
© Getty Images
  • Argentinier erster ausländischer Futsalspieler in "La Masia"
  • Zweifacher Torschütze am letzten Spieltag der Gruppenphase
  • Rufino: "Ein Vergleich mit Messi ist irreal"

Der Argentinier Santiago Rufino absolvierte ein Probetraining in "La Masia", der berühmten Jugendakademie des FC Barcelona, wurde für gut befunden und durfte bleiben. Da werden schnell Parallelen zu einem berühmten Landsmann gezogen, doch Rufino will seinen eigenen Weg gehen und diese Aussagen nicht weiter befeuern.

"Es stört mich nicht, wenn ich mit [Lionel] Messi verglichen werde, aber ich messe dem auch keine Bedeutung bei. Das ist einfach irreal. Man kann mich nicht mit ihm vergleichen, weil meine Geschichte eine ganz andere ist als seine. Es ist noch nicht einmal dieselbe Sportart! Ich lasse die Leute reden, aber mehr auch nicht", erklärt er, erschöpft und glücklich, im Gespräch mit **FIFA.com**.

Argentinien hat sich gerade mit 12:2 gegen Panama durchgesetzt und steht damit als Gastgeber im Halbfinale des Olympischen Jugendfutsalturniers Buenos Aires 2018. Die Argentinier mussten mit mindestens sechs Toren Unterschied gewinnen, um die nächste Runde zu erreichen, gerieten zunächst in Rückstand, durften aber am Ende einen Sieg mit zehn Toren Differenz feiern.

Der 18-jährige Rufino, Schlüsselspieler der argentinischen Auswahl, absolvierte seine Grundausbildung bei Pinocho, einem der großen Traditionsklubs in Buenos Aires. Die erste Partie des olympischen Turniers hatte er noch aufgrund einer Verletzung am rechten Unterarm verpasst. Im letzten und alles entscheidenden Gruppenspiel steuerte er nun vor zahlreichen Fans zwei Treffer bei.

"So etwas habe ich noch nie erlebt. Das ist für mich eine einzigartige Erfahrung. Ich war noch nie bei Olympischen Spielen und habe noch nie vor so vielen Zuschauern gespielt wie hier. Die Fans sind unglaublich. Das ist wirklich ein einzigartiges Erlebnis, und ich möchte es in vollen Zügen genießen."

Die Olympischen Jugendspiele, auf die er sich mit seinen Teamkameraden seit zwei Jahren vorbereitet, kamen für ihn zu einem ganz besonderen Zeitpunkt. Er hat nämlich gerade die Saisonvorbereitung mit der ersten Mannschaft von *Barça* absolviert und ist in Freundschaftsspielen einige Minuten zum Einsatz gekommen. Eigentlich spielt er allerdings für Barcelona Lassa B, den Ableger, der in der zweiten spanischen Liga aktiv ist.

Im Dezember letzten Jahres hatte sein Handy geklingelt. Jordi Torras, ehemaliger Kapitän der spanischen Nationalmannschaft und aktuell für die Ausbildungsabteilung Barcelonas verantwortlich, lud ihn zu einem Probetraining ein. Der linksfüßige rechte Flügelspieler wusste zu überzeugen und wurde angenommen. Er trat die Reise erst vor drei Monaten an, holte sich jedoch vorher die Zusage, für die Olympischen Jugendspiele in Buenos Aires freigestellt zu werden.

Wir wollten wissen, ob er sich in dieser kurzen Zeit als Spieler bereits weiterentwickelt hat. "Das ist möglich, aber mir ist es nicht bewusst. Ich glaube, dass ich genauso spiele wie immer. An einigen Details habe ich dort schon gearbeitet. Vielleicht bin ich etwas reifer geworden, nicht mehr der Junge, der in einer Partie gut spielt und in der nächsten schlecht. Ich glaube, diese Fehler mache ich inzwischen nicht mehr."

Nun erwartet die Argentinier ein schweres Halbfinale, denn der Gegner ist kein Geringerer als Brasilien. Daher braucht das Team einen Rufino in Bestform, der ebenso zu überzeugen weiß wie im Probetraining bei Barcelona. Rufino zieht es jedoch vor, den Klassiker nicht allzu sehr in den Mittelpunkt zu rücken: "Das ist ein Gegner wie jeder andere. Vielleicht ist die Motivation wegen der Rivalität noch etwas größer, aber vor allem ist es ein Halbfinale und wir werden es gewinnen – egal wie der Gegner heißt."

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