Olympische Jugendfussballturniere 2014

Anstoß für junge Olympioniken in Nanjing

(FIFA.com)
General view of the Jiangning Sports Centre Stadium
© Getty Images

Wie schon bei den ersten Olympischen Jugendspielen 2010 in Singapur heißt die erste Sportart auf dem Programm auch vier Jahre später in Nanjing Fussball. Das diesjährige Turnier bei den Olympischen Jugendspielen gehört zu den mit größter Spannung erwarteten Wettbewerben. Er beginnt als erster (am 14. August) und endet als letzter (am 27. August) und ist damit der längste Wettbewerb der gesamten Olympischen Jugendspiele.

212 Spielerinnen und Spieler aus zwölf Mannschaften kämpfen dabei bei den Jungen und Mädchen um Gold. Vor vier Jahren waren es mit Bolivien und Chile zwei Mannschaften aus Südamerika, die sich jeweils den Titel sicherten. Deren Nachfolger Peru und Venezuela sehen sich allerdings harter Konkurrenz gegenüber, sodass kaum mit einem weiteren kontinentalen Alleingang zu rechnen ist. 

*Etablierte Stars bei den Mädchen *War es beim ersten Mädchen-Turnier der Olympischen Jugendspiele noch so, dass sich viele neue Talente in den Vordergrund spielen konnten, so ist es nun eher ein Schaulaufen etablierter Stars. Besonders viele finden sich in der Mannschaft Venezuelas, die von Kenneth Zseremeta trainiert wird. Gleich ein halbes Dutzend Spielerinnen aus dem Vinotinto-Kader, mit dem er im April in Costa Rica das Halbfinale der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft erreichte, hat Zseremeta mitgenommen, darunter mit Deyna Castellanos auch die beste Torschützin des damaligen Turniers.

Die 15-jährige Castellanos kam ebenso wie ihre Mannschaftskameradin Gabriela Garcia auf sechs Tore und sicherte sich so den Goldenen Schuh von adidas als persönliche Auszeichnung. Im zweiten Anlauf hofft Vinotinto-Cheftrainer Zseremeta abermals auf die Treffsicherheit seiner Angreiferin. Immerhin wartet zum Auftakt Papua-Neuguinea, für das es schon die zweiten Olympischen Jugendspiele sind. "Bei der U-17-Weltmeisterschaft hat uns das Glück gefehlt, sonst wären wir weiter gekommen", glaubt der Trainer aus Panama. "Bei den anstehenden Olympischen Jugendspielen haben wir die Gelegenheit, es besser zu machen, und wir werden alles geben, um Gold zu holen."

Allerdings täten Zseremeta und seine Schützlinge sicherlich gut daran, vor allem Mexiko nicht zu unterschätzen. Immerhin haben Las Tricolores bei der U-17-Frauen-Weltmeisterschaft in diesem Jahr bereits souverän mit 4:0 gegen Kolumbien und China VR gewonnen. Mit Kimberley Rodriguez und Montserrat Hernandez haben die Nordamerikanerinnen zwei erfahrene Spielerinnen in ihren Reihen. Hinzu kommt Spielmacherin Marianna Maldonado aus der Talentschmiede Slammers FC in den USA.

Ein weiterer Trumpf der Mexikanerinnen ist Cheftrainerin Monica Vergara, eine Legende im mexikanischen Frauenfussball. Die heute 31-Jährige spielte mit 16 Jahren für Las Tricolores bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft USA 1999, bestritt die erste FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft in Kanada 2002 und war zuletzt Assistenztrainerin Kanadas bei der diesjährigen U-17-Frauen-Weltmeisterschaft.

Dennoch wartet auf die Mädchen in Grün mit China VR gleich zum Auftakt ein schwerer Gegner. Die Asiatinnen haben eine knallharte Vorbereitung unter Cheftrainer Lu Yiliang hinter sich. "Die Olympischen Jugendspiele sollen eine Plattform für Freundschaft und Austausch sein", so der chinesische Trainer gegenüber FIFA.com, "aber als Sportlerinnen wollen wir natürlich gewinnen, unser Bestes geben und die Goldmedaille holen."

*Insulaner als Stolperstein für Korea? *Das Jungen-Turnier feiert ein Wiedersehen mit der Mannschaft aus dem südpazifischen Vanuatu. Vor vier Jahren verlor der Inselstaat noch gegen Bolivien und Haiti, erkämpfte sich dann aber im Spiel um den fünften Platz ein 2:0 gegen Simbabwe.

Die Insulaner bringen also eine gewisse Routine mit. Ihr erstes Spiel bestreiten sie indes gegen das ambitionierte Team aus Korea Republik. Deren Goldmedaille bei den Asiatischen Jugendspielen im vergangenen Jahr war die perfekte Generalprobe für die Olympischen Jugendspiele. Wie stark die Südkoreaner in dieser Altersklasse sind, zeigt allein die Tatsache, dass ein Großteil des Kaders in den zweiten Mannschaften von koreanischen Erstligaklubs aktiv ist. Vier Spieler kommen vom aktuellen Meister Pohang Steelers.

Peru, im vergangenen Jahr U-15-Meister der CONMEBOL geworden, macht sich derweil Hoffnung, die Goldmedaille abermals nach Südamerika zu holen. Los Incas müssen zum Auftakt zunächst gegen Island antreten. Danach wartet Honduras mit einer ganzen Reihe von Spielern aus den zweiten Mannschaften honduranischer Spitzenklubs - und mit Stürmer Paolo Belloni, der für Genua in Italien spielt.

Nicht zuletzt ist da noch Kap Verde, eine Auswahl, die zu unterschätzen üble Folgen haben könnte. Die *Tubaroes Azuis * - was "blaue Haie" bedeutet - gehören zu den Aufsteigern in Afrika. Im vergangenen Jahr spielte die A-Nationalmannschaft erstmals beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal und kam gleich unter die besten Acht. Davon inspiriert, will natürlich auch der "Haie-Nachwuchs" dem in nichts nachstehen und beim ersten Auftritt ihres Landes bei der Endrunde eines FIFA-Turniers ein weiteres Kapitel kapverdischer Fussballgeschichte schreiben

Empfohlene Artikel

Olympische Jugendfussballturniere

Sportlegenden als Berater der Athleten

20 Mrz 2014