Olympisches Juniorinnen-Fussballturnier

Sun Wen: Lernerfolge sind wichtiger als Ergebnisse

(FIFA.com)
Sun Wen at the official draw
© LOC

Mitte August beginnen in Nanjing die Olympischen Jugendspiele 2014. Als Botschafter der Veranstaltung fungieren zahlreiche Größen aus der Welt des Sports. Dazu gehört auch die ehemalige FIFA Weltfussballerin des Jahrhunderts Sun Wen, die das Team der VR China sowohl beim Olympischen Fussballturnier der Frauen 1996 in Atlanta als auch bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft USA 1999™ auf den zweiten Platz führte.

Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dem globalen Ereignis ist Sun Wen ein perfektes Vorbild und eine ideale Motivationsquelle. Die legendäre Spielerin ihrerseits schätzt sich glücklich angesichts der Gelegenheit, auf diese Weise mit Nachwuchssportlern aus aller Welt in Kontakt zu kommen
* Weiterer Schritt bei der globalen Förderung des Nachwuchsfussballs*
"Ich fühle mich stolz und glücklich angesichts meiner Rolle", so Sun Wen, die in 152 Länderspielen 106 Tore erzielte, gegenüber FIFA.com. "Ganz besonders freue ich mich darüber, dass ich den jungen Sportlern so nahe komme und meine Erfahrungen an sie weitergeben kann. Und natürlich freue ich mich auch darauf, sie bei den Wettkämpfen zu beobachten."

Die Teilnehmer an den Fussballturnieren sind alle unter 15 Jahre alt, und so ist das Turnier ein weiterer wichtiger Schritt bei der globalen Förderung des Nachwuchsfussballs. "Die FIFA konzentriert sich ja schon lange auf die Entwicklung im Nachwuchsbereich und veranstaltet dazu die U-17- und U-20-Weltmeisterschaften sowie die Olympischen Fussballturniere. Die Fussballturniere bei den Olympischen Jugendspielen dienen dazu, noch jüngere Akteure zu erreichen."

Ihre Rolle als Botschafterin ergänzt ihre aktuelle Arbeit als Technische Direktorin des Fussballverbands von Shanghai auf ideale Weise. "In den vergangenen Jahren habe ich mich immer stärker mit der Nachwuchsförderung beschäftigt, beispielsweise mit der Ausbildung für Jugendtrainer, der Organisation von Jugend-Trainingslagern und so weiter. Als Mitglied der FIFA-Organisationskommission war ich außerdem an zwei FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaften beteiligt, nämlich in Aserbaidschan und in Costa Rica. Bei den Olympischen Jugendspielen bekomme ich bestimmt viele neue Eindrücke und kann weitere Erfahrungen sammeln."

*Globaler Trend *Nach der spektakulären FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ tritt nun der Frauenfussball in den Mittelpunkt. Im August findet die FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft in Kanada und zudem auch das Mädchen-Turnier im Rahmen der Olympischen Jugendspiele in der VR China statt. Im kommenden Jahr steht dann die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft in Kanada auf dem Programm. Angesichts des prall gefüllten Terminkalenders bei den Frauen-Wettbewerben konzentriert sich auch Sun Wen derzeit auf die globalen Entwicklungsaspekte im Frauenfussball.

"Das Engagement der FIFA und ihrer Mitgliedsverbände hat dazu geführt, dass der Fussball immer größere Bevölkerungsschichten erreicht und entsprechend immer mehr neue Talente ins Rampenlicht treten. So haben wir beispielsweise bei Costa Rica 2014 eine ganze Reihe sehr talentierter Spielerinnen aus weniger bekannten Frauenfussballnationen erlebt, die die Zuschauer mit ihrem großartigen Können begeistert haben. Im Allgemeinen kann man allerdings sagen, dass die Frauenteams vor allem den Männermannschaften nacheifern und sich dadurch verbessern."

"Bei der letzten FIFA Frauen-WM ähnelte die Spielweise der Japanerinnen derjenigen des japanischen Männerteams. Auf ihrem Weg zum Weltmeistertitel haben die Japanerinnen ebenfalls mit Ballbesitz, sicherem Passspiel und unermüdlicher Laufarbeit geglänzt. Die deutschen Frauen wiederum spielen ähnlich gut organisiert wie das Männerteam, das gerade die WM 2014 in Brasilien gewonnen hat. In gewisser Weise kann sich eine Frauen-Mannschaft wohl nicht völlig unabhängig und eigenständig entwickeln, sondern ist in starkem Maße von der allgemeinen fussballerischen Situation eines Landes abhängig."

Hoffnung bei den Gastgeberinnen
Dafür spricht auch die Rückkehr Chinas zur FIFA Frauen-WM. Diesen Erfolg schreibt Sun Wen der allgemeinen Entwicklung der zweitgrößten Wirtschaftsmacht der Welt zu.

"Die allgemeinen Fortschritte in meinem Land sind offensichtlich", sagt sie. "Die Super League zieht immer mehr Aufmerksamkeit auf sich, und die Behörden haben viel in die Nachwuchsförderung investiert. Wir haben einen Plan zur Fussballförderung in Schulen umgesetzt, und es gibt immer mehr nationale Trainingslager und besondere Juniorenwettbewerbe."

Das Fussballturnier stellt für die Gastgeberinnen eine der seltenen Gelegenheiten dar, ihre Fortschritte vor den Augen der Weltöffentlichkeit zu demonstrieren. Trainer Lu Yiliang spricht sogar offen von seinen Ambitionen auf den Gewinn der Goldmedaille. Spielführerin Zhao Yujie, eine sehr talentierte Mittelfeldspielerin, die wie Sun Wen aus Shanghai stammt, äußerte gegenüber FIFA.com ebenfalls große Hoffnungen.

"Ich hoffe, dass die Mädchen zuallererst das Turnier genießen können", so Sun Wen. "Ich hoffe, dass sie die Gelegenheit nutzen, um Freundschaft mit den teilnehmenden Teams aus aller Welt zu schließen, sich auszutauschen und voneinander zu lernen und dass sie auf und abseits des Platzes vom Fussball profitieren können. Die Lernerfolge sind dabei sogar wichtiger als die Ergebnisse."

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