Olympisches Junioren-Fussballturnier Singapur 2010

Zwillingspaar begeistert Vanuatu

(FIFA.com)
Vanuatu defender Raoul Coulon(Right) and forward Michel Coulon(Left)
© FIFA.com

Die Überraschung war vielen deutlich anzusehen, als sich Vanuatu bei seinem letzten Turnierauftritt in Singapur mit 2:0 gegen Simbabwe durchsetzte und einen versöhnlichen Abschluss feierte. Ein Zwillingspaar hatte maßgeblichen Anteil am einzigen Sieg der Mannschaft im Verlauf der Olympischen Jugendspiele.

Die Zwillingsbrüder Raoul und Michel Coulon erblickten am 3. Dezember 1995 in Port Vila das Licht der Welt. Während Raoul in der Innenverteidigung für die nötige Stabilität sorgte, war Michael, der im Sturm zusammen mit Andre Kalselik agierte, der eigentliche Garant des historischen Erfolges.

Simbabwe machte mit Mgcini Sibanda und Lucky Ndlela von Beginn an Druck und brachte das Gehäuse des Inselstaates ein ums andere Mal in Bedrängnis. Doch die von Raoul organisierte Defensive hielt den frühen Angriffsbemühungen stand. Nun sollte Michel sein ganzes Können unter Beweis stellen. Der Spieler mit der Rückennummer 14 brachte die simbabwische Defensive immer wieder in Verlegenheit und hatte Pech, als einer seiner Torschüsse nur mit Mühe und Not zur Ecke abwehrt werden konnte. Als beide Mannschaften auf den Führungstreffer drängten, spielte Michel einen genialen Pass auf seinen Sturmpartner Kalselik, der Vanuatu in Führung schoss.

Jelene Waiwais schlug von links eine Flanke zu Michel, der an der Strafraumgrenze lauerte. Statt auf das Tor zu schießen, legte der Angreifer in aller Seelenruhe auf Kalselik ab, der mit einem Flachschuss den ersten Treffer markierte. "Ich habe auf den Torwart geschaut, als ich Kalselik den Ball zuspielte", so Michel nach dem Ende der Siegesfeier gegenüber FIFA.com. "Ich habe die Aufmerksamkeit der Verteidiger auf mich gezogen, hatte aber nicht unbedingt eine ideale Schussposition, so dass ich mich entschieden habe, den Ball abzuspielen. Wir spielen schon ziemlich lange zusammen, so dass wir uns blind verstehen."

Auch der zweite Treffer ist der Vorarbeit Michels zu verdanken, dessen Torschuss der simbabwische Schlussmann Fungai Benard nur abklatschen konnte. Der Abpraller fiel genau vor die Füße von Kalselik, der nicht lange fackelte. "Wir haben heute ein tolles Spiel gezeigt. Ich konnte zwar kein Tor erzielen, habe aber meinen Beitrag geleistet, um der Mannschaft zum Sieg zu verhelfen, und darauf kommt es an", so der uneigennützige Stürmer.

Gegenseitiges Lob
"Er hat heute ein klasse Spiel gezeigt", so Raoul, nachdem er aus der Nähe gesehen hatte, wie sein Bruder die gegnerische Verteidigung ausgespielt hatte und maßgeblich an beiden Treffern beteiligt war. "Er hat seine Sache gut gemacht. Am Ende hat nur ein eigener Treffer gefehlt."

Michel hingegen betonte, welche Bedeutung die stabile Defensive rund um seinen Bruder Raoul für den Sieg hatte. "Er und die gesamte Verteidigung haben während der gesamten 80 Minuten nicht die Nerven verloren und unseren Sieg erst möglich gemacht, indem sie die Angriffe der Afrikaner unterbunden haben. Mein Bruder hat ein klasse Spiel gemacht", so sein Urteil.

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