Olympische Jugendfussballturniere

Blatter: "Die Jugend zusammenbringen"

(FIFA.com)
Mong Joon Chung, Chairman of Olympic football tournaments, Joseph S. Blatter, FIFA President and Mohamed Bin Hammam, Asia Football Confederation President pose together after a press conference
© Getty Images

Am Vorabend des ersten Spieltages der ersten Olympischen Jugendfussballturniere in Singapur stellte sich FIFA-Präsident Joseph S. Blatter den Fragen von Journalisten. Gemeinsam mit ihm auf dem Podium saßen Dr. Mong Joon Chung, FIFA-Vizepräsident und Vorsitzender der FIFA-Organisationskommission für die Olympischen Fussballturniere, AFC-Präsident Mohamed Bin Hammam sowie Zainudin Nordin, Präsident des Fussballverbandes von Singapur (FAS).

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter

Über die Olympischen Jugendfussballturniere*
*Als das Internationale Olympische Komitee die Entscheidung traf, Olympische Jugendspiele auszutragen, variierte die vorgeschlagene Altersgrenze für die Teilnehmer zwischen 14 und 18 Jahren. Da die FIFA bereits eine Reihe von Wettbewerben in den Alterklassen U-17 und U-20 veranstaltet, war es naheliegend, dass bei den Olympischen Jugendturnieren Jungen und Mädchen im Alter von 15 Jahren spielen würden. Bei diesem Turnier geht es in erster Linie um Ausbildung und Respekt sowie darum, Menschen einander näher zu bringen. Wie schon Pierre de Coubertin [Anm. d. Red.: der Gründer der Olympischen Spiele der Neuzeit] sagte, geht es bei Olympischen Spielen darum, 'die Jugend zusammenzubringen'. Wir haben daher beschlossen, dass bei den Olympischen Jugendfussballturnieren jeweils eine Mannschaft pro Kontinent vertreten ist und dass diese Vertreter Nationen sein sollten, die keine Möglichkeit haben, an Olympischen Spielen teilzunehmen.

Für diese Länder wird die Teilnahme an den Olympischen Jugendspielen einen enormen Motivationsschub darstellen, um ihr Spiel zu verbessern. Es wird eine große Ehre sein, bei Olympischen Spielen dabei zu sein. Dies entspricht auch dem ursprünglichen Olympischen Gedanken: 'Dabei sein ist alles', der von De Coubertin propagiert wurde. Die Jungen und Mädchen können im Olympischen Dorf eine gemeinsame Zeit verbringen, sich austauschen und voneinander lernen - nicht nur auf sportlicher, sondern auch auf sozialer Ebene, und ihre Erfahrungen nutzen, um eine bessere Zukunft zu schaffen.

Über die Erwartungen bezüglich der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™*
*Vor einem Treffen mit Vertretern des Lokalen Organisationskomitees in Zürich habe ich bereits gesagt, dass angesichts des Erfolges der WM 2010 in Südafrika die Messlatte für alle zukünftigen FIFA Fussball-Weltmeisterschaften viel höher liegen würde. Sie müssen hart arbeiten. Ich hoffe, dass ich im November 2010 nach Brasilien fliegen kann, um das LOK und hoffentlich auch die neue politische Führung zu treffen.

Über die mögliche chinesische Bewerbung für die Austragung der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026*
*Offiziell haben wir aus China bisher nichts über eine Bewerbung für die Austragung der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026 gehört. Es muss auch darauf hingewiesen werden, dass die Ausschreibung für die WM 2026 noch nicht begonnen hat. Wir werden erst im Dezember dieses Jahres die Gastgeber der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 bekannt geben. Daher können wir zu diesem Zeitpunkt noch nichts über 2026 sagen. Die letzte FIFA Fussball-Weltmeisterschaft ist erst kürzlich zu Ende gegangen und die Vorbereitungen für Brasilien 2014 laufen auf Hochtouren.

Über die Torlinien-Technologie*
*Bei unserem Treffen im Oktober werden wir auch über die Torlinien-Technologie sprechen. Das ist nunmehr Teil unserer Agenda. Das Cairos-Adidas-System kündigte etwas Einfacheres an und der italienische Konzern, der vom italienischen Fussballverband präsentiert wurde, meldete die Verfügbarkeit eines absolut präzisen Systems. Dann gibt es noch das Hawk-Eye und den schweizerischen Uhrenhersteller Longines, der angeblich über eine Technologie verfügt, die alles andere in den Schatten stellt. Es wird eine Sitzung in Cardiff geben, zu der all diese Firmen eingeladen sind, um ihre unterschiedlichen Produkte zu präsentieren. Meine persönliche Meinung zur Torlinien-Technologie hat sich nicht geändert. Wenn ein präzises und einfaches System verfügbar ist, werden wir es auch einsetzen. Doch bisher wurde uns noch kein genügend präzises und einfaches System gezeigt.

Über die aktuelle Situation des asiatischen Fussballs*
*Seit Mohamed Bin Hammam die Präsidentschaft der AFC übernahm, hat sich vieles geändert. Es wurden Initiativen wie "Vision Asia" und "The Future is Asia" ins Leben gerufen. Ich persönlich denke, dass die Zukunft des Fussballs und der Wirtschaft in Asien liegen könnte, denn immerhin leben auf diesem Kontinent zwei Drittel der Weltbevölkerung. Die AFC und die FIFA können durch Entwicklungsprogramme behilflich sein, doch auch die Mitgliedsverbände müssen eine Verbesserung anstreben. Man denke nur an die J.League oder an die K-League, die zur Entwicklung der jeweiligen Nationalmannschaften beigetragen haben. Aber auch die AFC Champions League führte zu Verbesserungen. Ich möchte auch den asiatischen Schiedsrichtern ein großes Kompliment aussprechen, die bei der Weltmeisterschaft sehr gut gepfiffen haben.

FAS-Präsident Zainudin Nordin

Es ist eine große Ehre, das Olympische Jugendfussballturnier zu veranstalten und Präsident Blatter und sein Team in Singapur willkommen zu heißen. Wir [Singapur] nehmen am Turnier der Jungen teil und freuen uns bereits auf unser Auftaktspiel gegen Simbabwe. Ich hoffe, dass unsere Spieler die erzielten Fortschritte unter Beweis stellen können und unser Land stolz machen werden. Wir möchten auch unsere Fähigkeiten und unsere hohen Qualitätsstandards auf organisatorischer Ebene zeigen. Ich bin zuversichtlich, dass diese Veranstaltung ein großer Erfolg wird.

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