Olympisches Fussballturnier

20 Jahre Olympia-Gold für Nigeria: Amokachi erinnert sich

(FIFA.com)
Daniel Amokachi of Nigeria
© Getty Images

Samstag, 3. August 1996: Dieses Datum gilt als eines der größten in der Geschichte des nigerianischen Fussballs. Auf den Tag genau 20 Jahre ist es heute her, dass das erste nigerianische 'Dream Team' im Finale des Olympischen Fussballturniers der Männer mit 3:2 gegen Argentinien gewann und so zum ersten afrikanischen Land avancierte, das Gold in diesem Wettbewerb gewann.

Die Mannschaft von Auswahltrainer Jo Bonfrere begeisterte nicht nur die eigenen Fans mit ihrer tollen Spielweise. Auf dem Weg ins Endspiel schaltete Nigeria seinerzeit die Schwergewichte Mexiko und Brasilien aus und besiegte im Endspiel schließlich auch noch die favorisierte Albiceleste mit ihrer hochkarätigen Offensive aus Ariel Ortega, Claudio Lopez und Hernan Crespo.

Nicht, dass Nigeria unbedingt weniger stark besetzt gewesen wäre. In der Kaderliste von damals finden sich so klangvolle Namen wie Nwankwo Kanu, Jay-Jay Okocha, Taribo West und Daniel Amokachi. Letzterer gehörte dabei zu den gefeierten Stars der Mannschaft – was nicht zuletzt daran lag, dass er im Finale den Ausgleich schoss. Emmanuel Amunike war der dramatische Siegtreffer in der Schlussminute vorbehalten.

Noch heute, 20 Jahre danach, strahlt Amokachi, wenn er an das Turnier in Atlanta zurück denkt. "Es war die Art, mit der wir den Turniersieg errungen haben, der uns so unglaublich glücklich gemacht hat", sagt Amokachi im Exklusivgespräch mit FIFA.com. "Gefühlt haben wir jedes einzelne Spiel erst drehen müssen – und das gegen Top-Mannschaften. Wir haben ja gegen die Giganten Nord- und Südamerikas gespielt: gegen Mexiko im Viertelfinale, gegen Brasilien im Halbfinale und schließlich gegen Argentinien im Finale."

Amokachi, der in 44 Länderspielen für Nigeria 13 Tore schoss, erinnert sich weiter: "Für mich persönlich war es ein tolles Turnier. Mein Trainer Jo Bonfrere sagte zu mir: 'Wenn du zeigen willst, was du drauf hast, musst du Tore schießen. Du machst schon sehr viel richtig, du arbeitest viel für die Mannschaft, du bereitest Torchancen vor. Wenn dir jetzt noch ein Tor im Endspiel gelingt, ragst du heraus.' Am Ende habe ich prompt im Finale getroffen und damit meinen Beitrag zum Gewinn der Goldmedaille geleistet."

Eleganz, Technik und Dynamik – das hatten Nigerias gefeierte Stars von 1996 geradezu im Überfluss. Vor allem aber zeichnete sie ihr großer mannschaftlicher Zusammenhalt aus. Das zeigte sich schon vor dem Turnier. Als Trainer Bonfrere kurz vor Beginn der Spiele geschasst werden sollte, stellte sich der Olympiakader geschlossen hinter ihn und sorgte so für den Verbleib des Niederländers.

"Charakterstärke, Reife und Mentalität haben uns zu Olympiasiegern gemacht", so der frühere Star des FC Brügge, FC Everton und Besiktas Istanbul. "Möglich wurde es durch die innige Verbundenheit, die wir füreinender empfunden haben. Wir waren eine Familie. Ich weiß noch dass der (nigerianische) Verband irgendwann unglücklich war mit Jo Bonfrere und wenige Tage vor Beginn der Olympischen Spiele einen neuen Trainer installieren wollte.

Da befanden wir uns schon in den USA und die Mannschaft sagte: 'Wenn ihr einen neuen Trainer wollt, braucht ihr auch neue Spieler.' Diese Haltung allein hat uns gezeigt und daran glauben lassen, dass wir das alle gemeinsam durchziehen und Gold holen würden."

Und der Jahrgang 2016?
In Rio 2016 startet Nigeria am 4. August gegen Japan ins Turnier, genau 20 Jahre und einen Tag nach dem Gold-Erfolg des ersten Dream Team in Atlanta. Die aktuelle, von Samson Siasia trainierte, U-23-Auswahl buchte ihren Flug nach Rio buchstäblich im Sturm. Beim Gewinn des CAF U-23-Afrikanischen Nationen-Pokals 2015 wurde Stürmer Oghenekaro Etebo bester Torschütze und Mittelfeldspieler Okechukwu Azubuike bester Spieler des Turniers.

"Jede Generation hat ihren Moment", meint Amokachi. "Die aktuelle Mannschaft hat einen Trainer, der hinter ihr steht, und in der Qualifikation hat sie sich gut geschlagen. Nun müssen die Spieler einfach sie selbst sein, jedes Spiel und jede Sekunde des Abenteuers Rio 2016 genießen. Dann werden wir sehen, wie weit das führt."

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