Und täglich grüßt das Murmeltier - oder im Falle des kroatischen Ligafussballs eben Dinamo Zagreb: Die Hauptstädter schlossen die erste Phase der Meisterschaft im Land der Feurigen auf Platz eins ab. Elf Punkte betrug der Vorsprung nach 22 Spieltagen auf den ersten Verfolger Hajduk Split (39 Zähler).

Im ersten Jahr nach der Verkleinerung der Liga auf lediglich zwölf Teams ging auch 2012/13 bisher kein Weg an Dinamo vorbei. In 22 Spielen holte die Manschaft um Kapitän Ivan Kelava insgesamt 16 Siege, zwei Unentschieden und ging viermal als Verlierer vom Feld.

Dazu hat das Team die meisten Tore (49), die beste Tordifferenz (+31) und die zweitwenigsten Gegentreffer (18) kassiert - alles Werte, die eindrucksvoll zeigen, wie dominant der Klub einmal mehr war. Seit dem 5. Spieltag thronte Zagreb an der Tabellenspitze und gab den Platz an der Sonne bis zum Schluss nicht mehr her. Doch die Saison ist noch nicht zu Ende: Elf weitere Spiele im Modus Jeder-gegen-Jeden stehen noch bis Ende Mai an.

Aller guten Dinge sind drei

Doch was auf den ersten Blick bis hierhin nach einem souveränen Durchmarsch klingt, war vor fünf Monaten für Zagreb so wohl kaum vorauszuahnen. Im November 2012 schied Zagreb nach fünf Vorrundenspielen ohne Tor und Punkt aus der UEFA Champions League aus und kassierte in der Liga gegen den Tabellen-Letzten und Stadtrivalen NK eine 0:1-Pleite. Daraufhin musste Trainer Ante Cacic nach nicht einmal einem Jahr an der Dinamo-Seitenlinie seinen Hut nehmen und wurde durch Krunoslav Jurcic ersetzt.

Der 43-Jährige hatte die Blauen bereits von 2008 bis 2009 und 2011 trainiert und dabei das Double (2009) geholt. Darüber hinaus hatte er den Verein 2011 nach zwölf Jahren erstmals wieder in die europäische Königsklasse geführt. Nach elf Pleiten in Folge in der Champions League holten Zagreb im letzten Gruppenspiel immerhin den ersten Punkt und das erste Tor (1:1 gegen Dynamo Kiew).

In der heimischen Liga ließ das Jurcic-Team nichts mehr anbrennen und fuhr vier Siege (bei einer Niederlage) unter ihrem neuen Trainer ein.

Noch ein nationaler Titel ist zu vergeben
Wahrlich kurios ist die Geschichte um den bisher besten Torjäger der Saison Andrej Kramarić, der mit 14 Treffern maßgeblich am Erfolg von Lokomotiva Zagreb (Platz 3) beteiligt war - noch nie stand der Klub besser da. Das Besondere an dem 21-jährigen Angreifer? Er spielt seit seinem sechsten Jahr für Dinamo Zagreb und ist lediglich an den Stadtrivalen ausgeliehen. Kramarić verwies erfahrene Akteure wie Sammir (Dinamo Zagreb) oder Leon Benko ((NK Rijeka) auf die Plätze.

Während der Kampf um Platz eins bereits frühzeitig entschieden war, entwickelte sich in den unteren Tabellenregionen dagegen ein wahrer Krimi: Vor dem letzten Spieltag der ersten Runde trennten den Tabellen-Achten Istra 1961 Pula und dem Letzten NK Zagreb gerade einmal drei Punkte. Am Ende landeten Cibalia Vinkovci, Inter Zapresic sowie NK Zagreb auf den letzten drei Rängen.

Was die Zukunft bringt...

Während die meisten Teams sich weiterhin auf die Meisterschaft konzentrieren können, träumen Slaven Koprivnica, Hadjuk Split, Cibalia und Lokomotiva Zagreb noch von einem weiteren Titel. Denn diese vier Teams kämpfen um den kroatischen Pokalsieg und damit um die Nachfolge von Dinamo Zagreb. Der Double-Champion der vergangenen zwei Jahre war überraschend schon in der zweiten Pokalrunde gegen NK Zadar (2:3) ausgeschieden.

Man darf also gespannt sein, ob es der Konkurrenz nicht nur im Pokal, sondern auch in der Meisterschaft gelingt, Zagreb vom Thron zu stoßen. Die nächsten zwölf Wochen werden es zeigen...