Die meisten europäischen Ligen sind erst seit wenigen Wochen im Gange, doch in Skandinavien ist die Zielgerade bereits in Sichtweite. In einigen nordeuropäischen Nationen ist die Titelentscheidung bereits gefallen, in den anderen wird es in den nächsten Wochen so weit sein. FIFA.com wirft einen Blick auf die großen Sieger dieser Region.

Finnland: Litmanen beendet Durststrecke
Der 24. Titelgewinn von Rekordmeister HJK Helsinki wurde zwar nicht als große Überraschung wahrgenommen, doch die Beteiligung eines besonderen Spielers machte diesen Titel zu etwas Denkwürdigem und Historischem. Jari Litmanen, der beste finnische Fussballer aller Zeiten, konnte im Alter von 40 Jahren erstmals die heimische Meisterschale in Händen halten, nachdem ihm dieser Erfolg mit MyPa, Lahti und während eines früheren Gastspiels bei HJK verwehrt geblieben war. Litmanens lange Durststrecke endete am vergangenen Sonntag, als sich der Hauptstadtklub mit einem 2:0-Erfolg bei IFK Mariehamn das Double und den dritten Meistertitel in Folge sicherte. Dank der Treffer von Akseli Pelvas und Berat Sadik hat HJK Helsinki fünf Spieltage vor Ende der Meisterschaft satte 21 Punkte Vorsprung auf das zweitplatzierte Inter Turku und konnte zudem einen neuen Rekord für die meisten Siege (23) und die meisten erzielten Tore (72) in einer Saison verzeichnen.
Die ersten Drei: HJK (70 Pkt.), Inter Turku (49), JJK (47)

Island: KR neuer skandinavischer Rekord-Champion
Kein anderer skandinavischer Verein hat mehr nationale Titel gewonnen als KR Reykjavik. Nach dem Gewinn der 25. Meisterschaft liegen die Isländer nun vor HJK Helsinki aus Finnland (24) und Rosenborg Trondheim aus Norwegen (22), womit sie genau ein Viertel aller isländischen Meisterschaften seit 1912 gewonnen haben. Der jüngste Titelgewinn wurde jedoch nicht nur mit Freude, sondern auch mit Erleichterung aufgenommen, nachdem KR eine ungewöhnlich lange Durststrecke von sieben Jahren ohne Titel hinter sich hatte. Die Tatsache, dass die Mannschaft aus Reykjavik den Titelgewinn mit nur einer einzigen Saisonniederlage bereits am vorletzten Spieltag besiegelte und den nationalen Pokal bereits in seiner Vitrine stehen hat, bezeugt die großartige Arbeit des Hauptstadtklubs.
Die ersten Drei: KR (47 Pkt.), FH (44), IBV (40)

Schweden: Helsingborgs IF im siebten Himmel
Die begehrte Trophäe der Allsvenskan erwies sich auch in dieser Saison als Wanderpokal, nachdem es in den vergangenen sieben Jahren ebenso viele Titelträger gegeben hatte. Helsingborgs IF ist nach einer beeindruckenden Saison, in der der neue Champion zu Hause ungeschlagen blieb und sich bereits drei Spieltage vor Ende der Meisterschaft den Titel sicherte, die jüngste Station der Meisterschale. Obwohl der Klub nach der Hinrunde drei Schlüsselspieler abgegeben hatte, konnte er den ersten Titel seit 1999 einfahren. Niemals zuvor hat es in der Geschichte der schwedischen Liga so viele unterschiedliche Meister in Serie gegeben: Vor Helsingborgs hießen die Titelträger Djurgardens, Elfsborg, IFK Göteborg, Kalmar, AIK Göteburg und Erzrivale Malmö.
Die ersten Drei: Helsingborgs IF (62 Pkt.), IF Elfsborg (54), AIK (54)

Norwegen: Molde mit einer Hand an der Meisterschale
Nachdem man in der Saison 2010 die Tippeligaen ohne Niederlage überstanden hatte, erwies sich Rosenborg in dieser Saison als weniger konstant und benötigt nun bereits ein kleines Fussballwunder, um den Titel erfolgreich verteidigen zu können. Molde avancierte im Jahr 2011 zur treibenden Kraft des norwegischen Fussballs und hat nun, fünf Spieltage vor Saisonende, bereits zehn Punkte Vorsprung auf die Mannschaft aus Trondheim, obgleich der heißeste Titelanwärter ein Spiel mehr absolviert hat. Ebenfalls in Lauerstellung befindet sich Tromsö, dessen erfahrener Stürmer Sigurd Rushfeldt in dieser Saison zum besten Torschützen der Tippeligaen aller Zeiten avancierte, als er die bisherige Rekordmarke seines ehemaligen Rosenborg-Mitspielers Harald Brattbakk (166) übertraf.
Die ersten Drei: Molde FK (52 Pkt.), Rosenborg BK (42*), Tromsö IL(42)
* ein Spiel weniger

In anderen Ligen
Drei Spieltage vor dem Ende der Meisterschaft ist das Titelrennen in Faröer nach wie vor offen: B36 Torshavn hat nur zwei Punkte Vorsprung auf EB/Streymur. Eines steht jedoch fest: Der regierende Meister HB wird seinen Titel nicht verteidigen können, da der Rekordmeister nach einer miserablen Saison zurzeit nur auf dem achten Platz rangiert.

In Dänemark – dem einzigen nordeuropäischen Land, das nach dem traditionellen europäischen Ligakalender spielt – ist der FC Kopenhagen in der Tabelle bereits auf und davon. Obwohl die Saison erst elf Spieltage jung ist, hat der noch ungeschlagene Hauptstadtklub bereits zehn Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger und somit gute Chancen auf den vierten Titelgewinn in Folge.