Als Peter Utaka im September 2009 vom FC Antwerpen in den hohen Norden Europas zu Odense BK wechselte, hätte man meinen können, dass sich der Nigerianer nach vier Jahren in Belgien an die winterlichen Temperaturen gewöhnt hat, doch in Skandinavien erwartete den Afrikaner noch einmal eine andere Dimension der Kälte.

"Ich habe mich von Beginn an wohl gefühlt, weil mich die Mannschaft toll aufgenommen hat. Trotzdem war es etwas zu kalt für mich [lacht]. Aber nach einer gewissen Zeit hatte ich mich auch daran gewöhnt, da es mir meine Mitspieler auf und neben dem Platz sehr einfach gemacht haben", erinnerte sich Utaka im Gespräch mit FIFA.com an seine ersten Tage in Dänemark.

Mit dem 1887 als "Odense Criketklub" gegründeten Verein startete der Nigerianer auch direkt durch. Zu Beginn agierte er noch gemeinsam mit dem Senegalesen Djiby Fall im Angriff, doch als dieser im März 2009 in die Premier Liga nach Russland zu Lokomotive Moskau wechselte, lastete der Druck auf den Schultern von Utaka.

Zwölf Treffer in 27 Partien
"Ich musste damals eine große Lücke schließen, nachdem Djiby Fall den Verein verlassen hatte. Er ist ein großartiger Spieler und Mensch, so dass dies meine größte Herausforderung war", weiß der Stürmer heute zu berichten.

Zwölf Treffer in 27 Partien erzielte Utaka in seiner ersten Spielzeit für Odense und hatte so einen großen Anteil daran, dass der Traditionsklub am Ende der Saison auf dem zweiten Platz hinter Meister FC Kopenhagen landete.

"In der Liga war es wirklich schwer. Ich musste immer Top-Leistungen bringen, um mit der Mannschaft an der Spitze zu bleiben. Abseits des Feldes war es nicht so schwer, da mir meine Mitspieler geholfen haben, mich zurecht zu finden", berichtete der Angreifer FIFA.com von seiner ersten Saison in der SAS Ligaen.

"Wir wollen Meister werden"
Auch in der aktuellen Spielzeit läuft es für den Nigerianer rund, sogar noch etwas besser als im Vorjahr. Nach 16 Spieltagen rangiert Odense BK auf Platz eins und zwölf der 28 Tore des Klubs gehen auf das Konto des 25-Jährigen. Niemand erzielte bislang ligaweit mehr Treffer als Utaka.

"Ich bin zufrieden mit meinen bisherigen Leistungen, sage aber auch nicht Nein, wenn es noch mehr Tore werden. Ich versuche, von Tag zu Tag und Spiel zu Spiel stärker zu werden, damit ich einer der besten Stürmer der Liga werde", formulierte Utaka seine persönlichen Ambitionen in Dänemarks höchster Spielklasse.

Die Ziele für den Rest der laufenden Saison sind jedenfalls klar. Der Klub will den ersten Meisterschaftstitel seit 1989 und den vierten in der Geschichte des Vereins. Ärgster Verfolger sind Titelverteidiger Kopenhagen und Esbjerg fB, die vier Zähler hinter Odense rangieren.

"Wir wollten zu Beginn der Saison besser abschneiden als im vergangenen Jahr. Damals wurden wir Zweiter. Wir versuchen nun, die Nummer eins in Dänemark zu werden. Das ist unser Ziel. Es ist eine große Herausforderung für uns alle, aber wir nehmen sie an. Wir wollen in dieser Saison Meister werden", lautet die eindeutige Marschroute, ausgegeben vom besten Torschützen des dänischen Oberhauses.

Utaka und Ake im Duell
Am Wochenende trifft der Spitzenreiter auf Abstiegskandidat HB Køge, der auf der vorletzten Position rangiert und die schlechteste Defensive (38 Gegentore) der Liga aufweist. Doch eine Parallele gibt es zwischen den beiden Vereinen: Auch beim Tabellenelften steht ein Afrikaner unter Vertrag, der die Hoffnungen seines Klubs am Leben hält.

Die Rede ist von Emmanuel Ake. Der Kenianer spielt bereits seit dem Jahr 2000 in Dänemark und wechselte im Sommer von Herfolge BK zu seinem jetzigen Team. Der Nationalspieler erzielte fünf der 14 Tore seiner Mannschaft und kämpft mit seinen Teamkollegen um den Verbleib in der SAS Ligaen.

"Ich denke, er ist ein sehr guter Spieler. Er spielt gut, hat eine gute Ballbehandlung und Schusstechnik. Außerdem erzielt er Tore, was das wichtigste für einen Stürmer ist", lautete das Urteil Utakas über sein Pendant vom Gegner am Wochenende.

Traum von der WM
Sollte Utaka weiterhin so treffsicher sein und mit Odense am Ende gar die Meisterschaft gewinnen, dann würde sicherlich auch der größte Traum des Stürmers in greifbare Nähe rücken: die Teilnahme an der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™.

"Es ist einer meiner größten Träume. Jeder Spieler will an einer WM oder Wettbewerben wie der Champions League teilnehmen. Wenn ich die Möglichkeit bekäme, bei der WM mitzuspielen, wäre das die Erfüllung meines größten Traumes. Das wäre großartig", hofft der Torjäger, der bislang noch kein Länderspiel für die Super Eagles absolviert hat.

Was er dafür tun muss? "Ich muss hart dafür arbeiten und zeigen, dass ich es wert bin, dabei zu sein. Ich muss in jedem Spiel 110 Prozent geben und Top-Leistungen bringen. Dazu gehören natürlich Tore und Erfolge. Es wird nicht leicht, aber ich werde alles Erdenkliche dafür tun. Ich denke, dass ich gute Chancen habe, dem WM-Kader anzugehören", sagte er abschließend im Exklusiv-Interview mit FIFA.com.