Für den syrischen Kapitän Firas Al Khatib stellen sich Erfolge von selbst ein. Am Vorabend der Auszeichnung zum AFC Spieler des Jahres in der vergangenen Woche bekundete Al Khatib im Gespräch mit FIFA.com seine Zuversicht, gewählt zu werden.

"Ich habe ein großartiges Jahr hinter mir, in dem ich sowohl im Verein als auch in der Nationalmannschaft regelmäßig getroffen habe", sagte der 26-jährige Stürmer. "Ich bin überglücklich, für die Auszeichnung zum besten Spieler nominiert zu sein. Ich hoffe, dass ich den Titel gewinne und damit in die asiatische Fussballgeschichte eingehe."

Bei der Zeremonie am darauffolgenden Tag wurde jedoch der japanische Mittelfeldstratege Yasuhito Endo als Sieger gekrönt, nachdem er sich in der letzten Abstimmungsrunde unter anderem gegen seinen Landsmann Kengo Nakamura, den iranischen Innenverteidiger Hadi Aghily und den bahrainischen Abwehrspieler Sayed Mohamed Adnan durchsetzen konnte.

"Die Tatsache, dass ich unter die letzten Fünf gekommen bin, ist eine große Wertschätzung für meine Leistung im abgelaufenen Jahr und ich hoffe, dass ich darauf aufbauen kann und im kommenden Jahr noch besser werde", sagte er.

Der syrische Ronaldo
Der talentierte Torjäger Khatib, der im Nahen Osten hohes Ansehen genießt, orientierte sich mit seiner Spielweise lange Zeit am Brasilianer Ronaldo. "Ich sah ihn oftmals im Fernsehen, bevor ich auf den Trainingsplatz ging. Ich bewundere seine Beweglichkeit, seine Alleingänge und seine großartigen Qualitäten im Abschluss."

Al Khatib baut vor allem auf seine Schnelligkeit, seine Spritzigkeit und seinen Torinstinkt. Obwohl der klein gewachsene Stürmer in puncto Physis nicht mit seinem brasilianischen Vorbild mithalten kann, ist seine Durchschlagskraft nicht minder beeindruckend.

Als Teenager begann er seine Karriere bei Al Karama, ehe er im Jahr 2002 – nach sieben Jahren beim syrischen Top-Klub – nach Kuwait ging, wo er sich einen Namen als einer der talentiertesten Stürmer Asiens machte.

"In der kuwaitischen Liga habe ich in sechs Spielzeiten 134 Treffer erzielt und bin insgesamt drei Mal Torschützenkönig geworden. In der vergangenen Saison habe ich 25 Tore für Al Arabi erzielt, anschließend bin ich zu Al Qadisia gewechselt", so Al Khatib, dessen Name wörtlich aus dem Arabischen übersetzt "der Löwe" bedeutet und aufgrund seines Jagdinstinkts wohl mehr als passend ist.

Durchschnittlich 22 Saisontreffer waren bereits eine Glanzleistung. Auch auf internationaler Ebene hat er sich in Hochform präsentiert. Allein in diesem Jahr erzielte er sieben Tore für die syrische Nationalmannschaft – davon zwei wichtige Treffer, die Syrien erstmals seit 1996 die Qualifikation für den AFC Asien-Pokal bescherten.

An die erfolgreiche Qualifikation für die Endrunde dieses kontinentalen Turniers hat er naturgemäß positive Erinnerungen: "Beim 3:2-Sieg über China verwandelte ich einen Elfmeter – das war der unvergesslichste Moment dieses Jahres", sagte er.

"Wir zeigten sehr gute Leistungen in unserer Gruppe, in der auch Libanon und Vietnam spielten, und qualifizierten uns sogar als erste Mannschaft für die Endrunde."

Ein Tor für die Geschichte
Ehrgeiz geht manchmal auch mit Enttäuschung einher, und die Erfahrungen von Al Khatib stellen hier keine Ausnahme dar. Für ihn ist eine Welt zusammengebrochen, als sich Syrien nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses den Vereinigten Arabischen Emiraten geschlagen geben musste und somit den Einzug in die letzte Runde der Asien-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ verpasste.

"Mit einem Unentschieden gegen Iran und einem Sieg über Kuwait gelang uns ein Auftakt nach Maß, doch dann mangelte es uns an Konstanz. Im letzten Spiel schlugen wir zwar die VAE mit 3:1, doch letztendlich scheiterten wir an unseren früheren Fehlern", sagte er.

Obwohl Syrien die Qualifikation für die WM verpasste, setzte sich Al Khatib bereits sein nächstes Ziel: einen historischen Erfolg beim AFC Asien-Pokal 2011. Syrien ist bei einer kontinentalen Endrunde bisher noch nie über die Vorrunde hinausgekommen, doch Khatib möchte unbedingt die Runde der letzten Vier erreichen.

"Ich hoffe, dass wir 2011 in Katar das Halbfinale erreichen werden. Unsere großartigen Qualifikationsergebnisse haben uns sehr viel Selbstvertrauen gegeben. Auf diesen Erfolgen werden wir aufbauen."

Der Stürmer verriet uns auch ein langfristiges Ziel, das er bereits seit seiner Kindheit verfolgt: "Ich möchte bei einem europäischen Klub spielen, wo ich einerseits Wegbereiter für andere syrische Spieler sein und andererseits ein höheres Niveau erreichen kann."