"Es gibt nur einen Peter Schmeichel!" - dieses einst mit Inbrunst im fussballverrückten Manchester gesungene Loblied ist heutzutage wieder zu hören. Dieses Mal jedoch ist Sohn Kasper das Objekt der Lobgesänge der Fans von Manchester City.

Natürlich hat Kaspers Erfolg auch viel mit dem zu tun, was er von seinem Vater geerbt hat. Dazu gehören das Talent und auch eine Statur, mit der er seinen Kasten ebenso beeindruckend ausfüllt wie schon sein Vater. Man sagt, dass es den Söhnen von großen Sportlern doppelt schwer fällt, in den Fußspuren ihrer Väter zu folgen. Das gilt sicher auch für den jungen Mann, der sich bei Manchester City, dem Erzrivalen des großen Manchester United, wo sein Vater so große Tage erlebte, seine ersten Sporen verdient. Nach der Verpflichtung des ehemaligen englischen Nationaltrainers Sven-Göran Eriksson als Team-Manager ist dort das Fussballfieber ausgebrochen, was zusätzlichen Druck für den jungen Keeper bedeutet.

Mit seinen 20 Jahren ist er ein sehr junger Torhüter in der Premier League, wo die Anzahl der Weltklassestürmer, die den Keepern das Leben schwer machen, in jeder Saison höher wird.

Schmeichel, der nach Verletzungen der erfahreneren Torhüter bei Manchester City ins kalte Wasser geworden wurde, nahm die Herausforderung an und war maßgeblich am erfolgreichen Saisonstart des Teams beteiligt, in dessen Verlauf man die ersten drei Spiele gewann, ohne einen einzigen Gegentreffer zu kassieren. Einen dieser Siege holte man gegen den Erzrivalen vom anderen Ende der Stadt. Es muss ManU-Coach Sir Alex Ferguson schon sehr gewurmt haben, dass die Stürmer des Meisters, der auf seinen ersten Saisonsieg aus war, immer wieder am jungen Schmeichel scheiterten.

Angreifender Torhüter
Ein weiteres Spiel ohne Gegentreffer hätte einen neuen Vereinsrekord für Manchester City bedeutet, doch beim FC Arsenal unterlag man mit 0:1. Dennoch hielt Schmeichel in dieser Partie einen Strafstoß von Robin van Persie und zeigte weitere starke Paraden. Am Ende, beim verzweifelten Versuch Manchester Citys, in letzter Minute noch den Ausgleich zu erzielen, wäre er nach einer Ecke fast noch mit einem Kopfball erfolgreich gewesen. Auch damit wäre er dem Vorbild seines Vaters gefolgt, dem einst in der Premier League für Aston Villa ein Tor nach einem Eckstoß gelang. Kein Wunder, dass der junge Schlussmann mit seinen Leistungen in kürzester Zeit auch seinen Team-Manager beeindruckt hat.

"Nach nur vier Spielen in der Premier League macht Kasper seine Sache wirklich gut", erklärte Eriksson. "Sicher, auch er wird seine Fehler machen, da er gerade erst 20 Jahre alt ist. Wenn man ihn aber so auf dem Platz sieht, würde man nie denken, dass er noch so jung ist. Er hat wahrscheinlich von seinem Vater sehr viel über die Premier League gelernt."

Schon als Junge wollte Schmeichel immer Torhüter werden - was sonst? Es gibt ein altes Video, auf dem man ihn als kleinen blonden Jungen in Old Trafford sieht, wie er vergeblich versucht, den Torschuss eines ebenfalls sehr jungen Alex Bruce - Sohn des früheren United-Spielführers Steve Bruce - zu halten.

Sein Vater beendete seine Karriere beim Verein an der Maine Road, nachdem er bei den Red Devils acht Jahre lang an großen Erfolgen beteiligt war. Kasper hätte ebenso gut auch bei United anfangen können, da er in jungen Jahren schon bei beiden Vereinen trainiert hatte.

Schmeichel junior hat gute Chancen, eines Tages noch eine weitere Familientradition fortzuführen und in der dänischen Nationalmannschaft zum Einsatz kommen. In der U-21-Auswahl hat er es bereits auf einige Einsätze gebracht. Es gibt bereits erste Stimmen die anregen, dass er auch für England zwischen den Pfosten stehen könnte, da er schon so lange auf der Insel lebt, doch sein Vater scheint da ganz klar einen Riegel vorgeschoben zu haben.

"Kasper ist Däne", sagte er entschieden. "Es gibt überhaupt keine Chance, dass er für England spielt. Diese Diskussionen sollten jetzt aufhören. Kasper wurde in Dänemark geboren, seine ganze Familie ist dänisch. Es gibt nichts, was ihn zu einem Engländer machen würde."