Für Fussball-Anhänger weltweit ist der Name Zé Roberto ein Begriff. Der Mann, der in seinen neun Jahren im europäischen Fussball mit Real Madrid, Bayer Leverkusen und Bayern München zahlreiche Trophäen gewann, kehrte nach dem Ausscheiden seiner brasilianischen Nationalmannschaft bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ in sein Heimatland zurück. Zé Roberto war dabei der einzige Brasilianer, der es in das All-Star-Team des Turniers schaffte. Nach seiner Rückkehr nach Südamerika, wo er bei Santos das Trikot mit Pelés heiliger Nummer zehn trug, spielte er - nach eigener Aussage - den "besten Fussball" seiner langen und erfolgreichen Karriere.

Als der FC Bayern den 33-Jährigen im Juni erneut nach München locken konnte, wurde Brasiliens Fussball eines seiner ganz großen Spieler beraubt. Doch der Name Zé Roberto sorgt weiter für Schlagzeilen. Die Rede ist von Jose Roberto de Oliveira oder einfach 'Zé Roberto', dank dessen überragenden Spielmacherqualitäten Botafogo zu einem der großen Favoriten im Rennen um die brasilianische Meisterschaft geworden ist. Drei Punkte beträgt der Vorsprung des Teams, dabei hat man noch ein Spiel mehr als die Konkurrenz zu bestreiten. O Fogão befindet sich nach einem Drittel der Saison in einer guten Ausgangslage.

Großes hatte man von diesem Zé Roberto erwartet, als er im Jahr 2000 zu Benfica Lissabon wechselte. Doch beim portugiesischen Großverein kam er nie richtig zum Zug und seine Karriere wollte keine rechten Fortschritte machen. Mitte 2005 wechselte er dann zu Botafogo und das Blatt wendete sich zum Besseren. Der aus Itumbiara gebürtige Spieler verhalf seinem Verein zunächst zum ersten Titelgewinn in der Carioca-Staatsmeisterschaft seit neun Jahren. Nun will Zé Robert eine zwölfjährige Durststrecke beenden und den zweiten Brasileiro-Titel in der Geschichte des Vereins holen.

Trainer Cuca muss sich zum Glück nicht nur auf das Können des 26-Jährigen verlassen. Der elegante Lucio Flavio hat neben Zé Roberto seine kreativen Fähigkeiten eingebracht, während den beiden von den defensiven Mittelfeldspielern Leandro Guerreiro und Tulio der Rücken frei gehalten wird. Juninho sorgt für Stabilität in der Abwehr und hat darüber hinaus bereits fünf Tore erzielt, während die Angreifer Dodo und Andre Lima es auf jeweils sieben Treffer gebracht haben. Da man dazu noch attraktiven Fussball spielt, herrscht im Lager von Botafogo gegenwärtig eitel Sonnenschein.

Große Namen unter den Verfolgern
São Paulo hat drei Punkte Rückstand und führt das Feld der Verfolger an. Beim Titelverteidiger überragt einmal mehr der unverwüstliche Mannschaftskapitän Rogerio Ceni. Es scheint, als ob der ehemalige brasilianische Nationaltorwart jede Saison neu aufblüht. Am Sonntag lief er zum 309. Mal in den Farben des Siegers der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2005 auf und übertraf damit Vascos legendären Roberto Dinamite als Spieler mit den meisten Einsätzen in der Meisterschaft. Ironischerweise stellte Rogerio die Bestmarke gegen Cruzeiro im Estadio Mineirao auf, dem Ort, an dem er schon 2005 São Paulos Rekordspieler wurde und im vergangenen Jahr den Tor-Rekord für Keeper weltweit aufstellte.

Mehr als einen Treffer ließ der 34-Jährige beim 2:1-Sieg gegen den besten Sturm der Liga am Sonntag nicht zu, womit die Paulistas in 13 Spielen gerade einmal fünf Gegentreffer einstecken mussten. Parana, angeführt vom führenden Torschützen des Turniers, Josiel (zwölf Treffer), hat es ebenso wie São Paulo bislang auf 22 Punkte gebracht, wenngleich die heimstarke fünftplatzierte Mannschaft von Vasco (20 Punkte) noch ein Spiel mehr zu bestreiten hat.

Nachdem sie zunächst den Kontinentaltitel im Visier hatten, war der Start von Grêmio und Santos in die Brasileiro-Meisterschaft eher verhalten. Nun, da die Träume in der Copa Libertadores 2007 jedoch zerstoben sind, haben ihre jeweiligen Trainer Mano Menezes und Vanderlei Luxemburgo sie wieder auf Titelkurs gebracht. Dank der starken Form von Marcos Aurelio hat Santos zehn Punkte aus den letzten vier Spielen geholt und sich auf den elften Platz verbessert (18 Punkte). Grêmio ist seit der Niederlage gegen Boca Juniors im Finale um einen Platz in Japan 2007 seit sieben Spielen ungeschlagen und liegt mittlerweile mit 21 Zählern auf dem vierten Platz.

Sport glänzt - Traditionsklubs in Not
Carlinhos Bala war früher so etwas wie der Albtraum für die Anhänger des Vereins Sport. Das ist nun nicht mehr der Fall. Seit man ihn im Januar von Cruzeiro ausgeliehen hat, hat der quirlige Stürmer, der zuvor bereits bei den beiden großen Rivalen des Vereins Nautico und Santa Cruz gespielt hatte, mit seinen Treffern Sport in deren erster Saison in der Serie A auf einen respektablen zehnten Platz geschossen. Die beiden anderen Aufsteiger America-RN und Nautico, an 18. und 19. Stelle in der 20 Teams umfassenden Tabelle, finden die Luft im Oberhaus dagegen wesentlich dünner.

Ebenfalls vom Abstieg bedroht sind die beiden beliebtesten Vereine Brasiliens, Corinthians und Flamengo. O Timão, Meister der Saison 2005, ist nun schon seit sieben Spielen ohne Sieg und hat es dabei auf gerade einmal drei Tore gebracht. Der Tabellenletzte Fla hat sogar seit dem zweiten Spieltag, als man Goias schlug, nicht mehr gewonnen. Nachdem man seinen Star Renato verloren hatte, setzt O Mengão auf die Genesung des Leistungsträgers Obina. In Verbindung mit den Neuverpflichtungen Ibson, Roger und Maxi Biancucchi, dem Cousin von Barcelonas Lionel Messi, hofft man, bald die Abstiegsränge zu verlassen.